Alle Beitr├Ąge von Stefan Bernauer

Stellungnahme

Die Berichterstattung in der RNZ macht es notwendig Stellung zu beziehen.

Dort steht ├╝ber Lissy, Hilmar, und mich zu lesen [die Anmerkungen in eckigen Klammern sind von mir eingef├╝gt]:

Die beiden [Lissy und Hilmar] hatten diese [die BgS] nach einem Zwist um die Unterst├╝tzung von Christoph Oeldorf im B├╝rgermeisterwahlkampf und zuletzt um Stefan Bernauers Beteiligung an den coronaskeptischen „Montagsspazierg├Ąngern“ verlassen.

Quelle: https://www.rnz.de/nachrichten/bergstrasse_artikel,-neue-gruppe-will-fraktion-werden-initiative-schriesheimer-buerger-gegruendet-_arid,877408.html

Sollte ein Journalist wenn er ├╝ber einen „Zwist“ berichtet, nicht versuchen neutral ├╝ber beide Seiten zu berichten?
Eigentlich hatte ich mit Herrn H├Ârnle – der Autor des Artikels – in den letzten Jahren meist sehr gute Erfahrungen gemacht und ihn als guten Journalisten gesch├Ątzt.
Aber gerade wenn man jemanden sch├Ątzt, geh├Ârt es auch dazu, es offen zu sagen, wenn er Fehler macht, oder eine fragw├╝rdige Meinung verbreitet.

Lieber Herr H├Ârnle, ich kann nicht beurteilen, was Ihnen Lissy und Hilmar erz├Ąhlen, aber ich hatte jedenfalls keinen Zwist um die Unterst├╝tzung von Christoph Oeldorf mit Lissy und Hilmar.

Tats├Ąchlich habe ich, nachdem die BgS eine Abstimmung durchgef├╝hrt hat, ob sie Herrn Oeldorf oder Frau Tuncer unterst├╝tzen, oder in dieser Frage neutral bleiben soll, f├╝r Herrn Oeldorf Flyer in Altenbach verteilt und war auf seinem Infostand vor der ev. Kirche f├╝r ihn im Wahlkampf aktiv.
Lissy sollte sich auch daran erinnern, sie war ja auch dabei.
Herr Reidinger (CDU) kann Ihnen berichten, welche Stra├čen ich mit Flyern versorgt habe – er hat sie mir pers├Ânlich vorbei gebracht. Die B├╝rger, die ich dabei pers├Ânlich gesprochen habe, d├╝rften das auch bezeugen k├Ânnen. . .

Auch die wiederholte Falschbehauptung macht das Geschriebene nicht richtiger.
Bereits am 20.01.2022 war in der RNZ zu lesen:

Einer der Ausl├Âser war, dass Breitenreicher und Frey den B├╝rgermeisterkandidaten Christoph Oeldorf unterst├╝tzten ÔÇô worin ihnen nicht jeder in der BgS, darunter auch Bernauer, folgen wollte.

Quelle: https://www.rnz.de/nachrichten/bergstrasse_artikel,-schriesheim-alle-wollen-liselore-breitenreicher-_arid,807295.html

Lieber Herr H├Ârnle, Sie m├Âgen mich, bei unserem letzten etwa 10 min├╝tigen Telefonat am 19.01.2022 falsch verstanden haben. Falls das so war, dann h├Ątte ich gerne die Gelegenheit gehabt, das zu korrigieren.
Ich erinnere mich, dass ich an diesem Abend wenig Zeit hatte. Und Sie zitieren einen Teil unseres Gespr├Ąchs in Ihrem Artikel vom 20.01.2022 v├Âllig richtig, denn die Entwicklungen bei der BgS sind eine lange und komplexe Geschichte.
Nicht richtig ist jedoch nach wie vor, dass ich Herrn Oeldorf nicht unterst├╝tzt h├Ątte.
Ich habe mir daf├╝r ├╝brigens von einigen B├╝rgern Kritik anh├Âren m├╝ssen. (Die ich durchaus nachvollziehen kann – viele hatten bei uns auch daf├╝r gestimmt, dass die BgS sich neutral verhalten sollte, aber die Mehrheit entschied sich f├╝r die Unterst├╝tzung von Herrn Oeldorf. . . )
Ich habe mich an die BgS- Abstimmung gehalten und damit an das Konzept der BgS und damit auch an das, was ich im Wahlkampf versprochen hatte.
Lissy hatte sich dagegen schon lange vor der Abstimmung ├Âffentlich f├╝r Herrn Oeldorf ausgesprochen. Das finde ich durchaus kritikw├╝rdig, aber wegen solcher Kleinigkeiten lasse ich mich sicher nicht auf einen „Zwist“ ein. . .

Welche komplexen Probleme es tats├Ąchlich gab‘, dar├╝ber habe ich schon im November 2021 ein Video gemacht.
Das kann sich jeder, der bereit ist sich 26 min. Zeit zu nehmen, anschauen. Mit einem Klick hier zu finden!
(Darin ist ├╝brigens keine Rede von Corona, wer die BgS Krise auf mich und meine Meinung dazu reduzieren will, hat kurz gesagt keine Ahnung, oder nutzt absichtlich meine zwar unpopul├Ąre, aber sehr gut begr├╝ndete Meinung bei diesem Thema f├╝r eigene Zwecke. . . )
Mein Video habe ich Herrn H├Ârnle per Email am 19.01.2022 nahe gelegt, damit er sich ein Bild machen kann.

Und so weit ich mich erinnere, war vereinbart, dass ich auch noch die Gelegenheit bekommen sollte, meine Sicht der Dinge in einem seiner Artikel darstellen zu k├Ânnen. (Und damit war nicht das Interview zu den Montagsspazierg├Ąngen gemeint, da es darin ja nicht um die Probleme der BgS ging. Darin schreibt Herr H├Ârnle noch – v├Âllig richtig ├╝brigens – dass ich „ganz sicher nicht zu den Rechtspopulisten“ z├Ąhle. . . )
In meiner Email an Herrn H├Ârnle schrieb ich:
‚Mit „den Hintergrundinfos“ aus dem Video sollte ein vertiefendes Gespr├Ąch ├╝ber die aktuellen Entwicklungen jedenfalls einfacher werden.‘

Auf ein solches vertiefendes Gespr├Ąch wartete ich bislang vergebens.

Statt dessen lese ich aus Herrn H├Ârnles Feder Dinge ├╝ber mich in der RNZ, die mir diese Stellungnahme notwendig erscheinen lassen.

Nun f├╝r die wenigen Leser, die sich die Zeit nehmen sich f├╝r unterschiedliche Perspektiven zu interessieren, m├Âchte ich noch anmerken, dass ich nicht auf alles eingehen kann, das ich gerne schreiben w├╝rde. F├╝r ein Buch fehlt mir leider die Zeit. . .

Aber der folgende Absatz, hat es schon in sich.
Ich zitiere ihn vollst├Ąndig und werde danach darauf eingehen:

Auf die Vorgeschichte der Trennung wollte Breitenreicher nicht eingehen, aber sie verkniff sich eine Spitze nicht: „Wer das Revolverbl├Ąttel ,Schriesheimer BoteÔÇÖ gelesen hat, wei├č, wie der Bernauer tickt.“ Denn in dessen aktueller Ausgabe hatte der Vorsitzende des AfD-nahen Demokratie- und Kulturvereins Thomas Kr├Âber ÔÇô er gibt auch das „Magazin“ heraus ÔÇô Bernauer interviewt. Die Verbindungen Bernauers, der sich als Basisdemokrat versteht und mittlerweile im Coronaskeptiker-Lager verankert ist, zur AfD sind wohl schon ├Ąlter: Nach der Kommunalwahl, bei der Breitenreicher als einzige f├╝r die BgS in den Gemeinderat einzog, regte er an, sie und AfD-Einzelstadtrat Kr├Âber k├Ânnten sich zusammentun, um so mit zwei Sitzen den Fraktionsstatus zu erreichen ÔÇô was Breitenreicher ablehnte.

Quelle: https://www.rnz.de/nachrichten/bergstrasse_artikel,-neue-gruppe-will-fraktion-werden-initiative-schriesheimer-buerger-gegruendet-_arid,877408.html

Die Meinung von Lissy wiederzugeben, ist nat├╝rlich v├Âllig in Ordnung.
Wer aber glaubt Ihre Perspektive w├Ąre die einzig richtige und sich nicht mal fragt, ob es vielleicht auch eine andere geben k├Ânnte, der unterl├Ąsst doch etwas sehr wichtiges. . .
N├Ąmlich denjenigen ├╝ber den da eine Meinung verbreitet wird, auch mal nach seiner Perspektive zu fragen.

Tats├Ąchlich hat Herr Kr├Âber genau das gemacht, was ich mir vom „Leitmedium“ RNZ schon seit Januar erhofft h├Ątte.
Wer das Interview im Schriesheimer Boten gelesen hat, darf danach gerne beurteilen „wie der Bernauer tickt“.
Wer das aber nicht tut und sich auf die RNZ verl├Ąsst, vermutet nun also wohl „Verbindungen“ zwischen mir und der AfD und die sollen sogar „schon ├Ąlter“ sein.

Na so was. . .

├ťber den Nachrichtenwert einer Meinung

Welche Neuigkeiten hat denn die Schriesheimer ├ľffentlichkeit aus Lissys Munde durch die RNZ da erfahren?
Das wollen wir doch genauer wissen, oder?

Wer mit mir redet, bevor er sich eine Meinung bildet (oder sogar ├╝ber mich schreibt), dem h├Ątte ich einen ebenfalls „schon ├Ąlteren“ Artikel von mir an’s Herz gelegt.
Hier zu finden. . .
Den hab‘ ich am 11.07.2019 bereits ver├Âffentlicht und darin schon ausf├╝hrlich ├╝ber meine neuerdings sogenannten „Verbindungen“ zur AfD berichtet.
Es ging mir immer darum, unserem Wahlversprechen unparteiisch zu sein gerecht zu werden.
Nehmen wir doch mal die Zahlen von der letzten Kommunalwahl zur Hand:
Die FDP hat mit insgesamt 11245 Stimmen 2 Gemeinder├Ąte und Fraktionsstatus erreicht.
Die BgS und die AfD hatten zusammen 6340 + 6061 = 12401 Stimmen und ebenfalls 2 Gemeinder├Ąte.
Dennoch haben diese beiden keinen Fraktionsstatus.
Dieser Sachverhalt, hat parteipolitische Gr├╝nde.
Das kann man pers├Ânlich gut finden, oder auch nicht.
Die BgS war aber ausdr├╝cklich als unparteiische Gemeinschaft angetreten.
W├Ąre es nicht konsequent gewesen, den 12401 Stimmen die gleichen Rechte zu geben, wie den 11245 Stimmen f├╝r die FDP?
Rechtlich gesehen h├Ątten wir das, durch eine Fraktionsbildung tun k├Ânnen.
Diese Frage hatten wir damals diskutiert und abgestimmt.
Wie konstruiert man daraus eine Verbindung zur AfD?

Was bedeutet eigentlich „Verbindung“?
Oder was versteht wohl der Leser der RNZ darunter?
Ich habe vermutlich gar kein Problem damit eine Verbindung zur AfD zu haben – je nach dem, was das bedeuten soll. . .

Hab‘ ich jetzt beispielsweise auch „schon ├Ąltere Verbindungen zu den Gr├╝nen“, weil Lissy und ich damals gemeinsam entschieden haben einen von den Gr├╝nen angebotenen Sitz im Marktausschuss anzunehmen?
Das hatte ja immerhin praktische Auswirkungen, ohne dass es mit dem Rest der BgS zuvor abgestimmt wurde. Das haben Lissy und ich damals zu vertreten gehabt. (Das wurde auch innerhalb der Aktiven der BgS durchaus kritisch gesehen. . . )
Wohingegen ├╝ber den Vorschlag eine Fraktion mit der AfD zu bilden diskutiert und abgestimmt wurde – wie sich das geh├Ârt und er wurde abgelehnt, hatte also keinerlei Konsequenzen.

Abgelehnt wurde er ├╝brigens mit der Mehrheit von genau einer Stimme der damals anwesenden Aktiven und nicht allein von Lissy, wie man glauben k├Ânnte, wenn man den Artikel der RNZ liest. Aber das nur nebenbei, weil ich auf solche Feinheiten eben gelegentlich mal achte. . .
Man sollte das Ereignis im ├ťbrigen auch nicht ├╝berbewerten, da wir an diesem Abend nur 5 Aktive waren. . .

Wenn man liest, was ich geschrieben habe, dann wird einem klar, dass es immer um die konsequente Umsetzung unseres Konzepts ging und nicht um pers├Ânliche Pr├Ąferenzen meinerseits.
Diese liegen ├╝brigens bei der Basisdemokratischen Partei Deutschlands und nicht bei der AfD. Auch das habe ich l├Ąngst ├Âffentlich mitgeteilt.
Und im Januar hat Herr H├Ârnle das auch selbst noch geschrieben.
Inzwischen scheint es ihm wohl wichtiger zu berichten was Lissy ├╝ber mich sagt, als das, was ich selbst ├╝ber mich erz├Ąhle und er auch selbst ├╝ber mich geschrieben hat. . .

Ich kann das kaum nachvollziehen, aber jeder, der das verfolgt hat, k├Ânnte sich dar├╝ber mit mir gemeinsam wundern. . .

Zur Berichterstattung der RNZ sollte ich wohl noch erw├Ąhnen, dass ich keineswegs „mittlerweile im Coronaskeptiker- Lager verankert“ bin, sondern schon von Anfang an meine kritische Auseinandersetzung mit den Pro- und Contra- Argumenten der Corona- Politik ├Âffentlich mitgeteilt habe.
Mein erster Artikel dazu findet sich hier.
Und dann noch mal ganz deutlich hier vom Mai 2020.
Es sind noch weitere dazu gekommen inklusive dem Interview zu den Montagsspazierg├Ąngen in der RNZ und vielleicht sollte man sich mal mit meinen Argumenten befassen, statt mit meinen angeblichen „Verbindungen“ zur AfD bzw. was Lissy dar├╝ber zu wissen glaubt. . .

Wie „prima“ ist es doch, wenn man sich nicht mit den komplexen Argumenten und gar mit Zahlen und Statistiken auseinandersetzen muss, sondern einfach sagen kann: „Der redet mit der AfD, da brauchen wir uns um Argumente ja nicht zu k├╝mmern“ – ich ├╝berlasse es dem geneigten Leser, sich f├╝r dieses, wohl nicht ganz vorurteilsfreie Vorgehen, eine passendere Beschreibung als „prima“ auszudenken, denn irgendwie passt das nicht. . .
Lissy hat jedenfalls beschlossen und es in der RNZ mit folgenden Worten ├Âffentlich gemacht: „Wer mich und andere pers├Ânlich verletzt, mit dem spreche ich nicht mehr. Da bin ich ein Elefant.“
Nicht berichtet wurde wodurch und wann ich sie und andere „pers├Ânlich verletzt“ haben soll. H├Ątte mich schon interessiert.
Sie hatte so etwas schon einmal in einer Email behauptet und ich bin in meinem Video darauf bereits eingegangen.
Wenn Lissy es als pers├Ânliche Verletzung betrachtet, wenn ich ihr nach 3 Jahren BgS erneut erkl├Ąren muss, dass es sie (und alle anderen ebenso) nichts angeht welcher B├╝rger welchen Beitrag auf unserer Homepage eingegeben hat, weil wir mit Anonymit├Ąt geworben haben, dann kann ich es nicht ├Ąndern.
Es entspricht nun mal den Fakten.
Es sind also allenfalls die Fakten, von denen sich Lissy pers├Ânlich verletzt f├╝hlen kann und nat├╝rlich von der „Ungeheuerlichkeit“, dass ich mich an unsere ├Âffentlichen Versprechen halte. . .
Mir ist nicht bekannt wen ich sonst noch verletzt haben soll.
Ich werde es wohl auch nicht erfahren, da sie ja nicht mehr mit mir redet und andere tun das m├Âglicherweise auch nicht. . .

Ich rede dagegen mit jedem, der auch vern├╝nftig mit mir redet.
Z.B. auch immer mal wieder mit Herrn Renkenberger von der FDP – teilweise ganz ├Âffentlich auf Facebook.
Und wir sind keineswegs immer einer Meinung. . .
Auch mit Herrn Wolf von den Gr├╝nen hatte ich schon recht ausf├╝hrliche Diskussionen per Email.
Gestern war ich gar auf der Veranstaltung der Gr├╝nen. Den Vortrag ├╝ber „Direkte Demokratie“ von Dr. Wunder von „Mehr Demokratie e.V.“ (da bin ich seit Jahren Mitglied), wollte ich mir nicht entgehen lassen, nur weil morgen vielleicht in der Zeitung steht ich h├Ątte ‚Verbindungen‘ zu den Gr├╝nen. . .
Herr Mittelst├Ądt von der CDU hat sich mal mit mir und Herrn Kr├Âber im Kaffeehaus getroffen und 2 Stunden geredet.
Und das sind noch l├Ąngst nicht alle. . .

Ich habe also ganz sch├Ân viele „Verbindungen“.
Sind wir nicht alle Menschen – und das verbindet uns?
Ich denke schon.
Also welchen Nachrichtenwert hat das eigentlich, dass ich zur AfD „Verbindungen“ habe?
Ich w├╝rde sagen: „Keinen
Aber es hat vermutlich durchaus einen Effekt auf den Leser der die Hintergr├╝nde nicht kennt. Und das sind wohl die meisten. Und es w├╝rde mich auch nicht wundern, wenn dieser Effekt beabsichtigt w├Ąre. Dann w├Ąre auch klar, warum man denjenigen, ├╝ber den man da was schreibt, nicht mal zur Sache befragt.
Aber ich lasse mir nicht nur das Reden nicht verbieten – auch nicht mit Herrn Kr├Âber – sondern auch das Schreiben nicht.

Ich schreibe auch ├╝berall dort, wo sich mir eine M├Âglichkeit dazu bietet.
Ich will gar nicht versuchen objektiv zu beurteilen, ob der Mannheimer Morgen, die RNZ oder der Schriesheimer Bote „Revolverbl├Ątter“ oder „Qualit├Ątsmedien“ sind.
Auch Lissys pers├Ânliche Beurteilung interessiert mich dabei herzlich wenig.
Solche Beurteilungen nimmt jeder Leser immer noch f├╝r sich selbst vor. Jedenfalls sollte man das in einer aufgekl├Ąrten Gesellschaft erwarten.
Dabei erscheint es mir auch hilfreich mal gelesen zu haben was man beurteilen m├Âchte.
Ich glaube nicht, dass es ausreicht gelesen zu haben was eine andere (von eigenen W├╝nschen und Interessen motivierte) Person von sich gibt, um sich eine „eigene Meinung“ zu bilden. . .
Als meine Aufgabe sehe ich es meine Argumente zu nennen und zu einer sachlichen Auseinandersetzung beizutragen.
Und das ├╝berall dort, wo man sich f├╝r meine Argumente interessiert. Das tut man offensichtlich nicht ├╝berall.

Argumente statt Meinungen

Auseinandersetzungen sollten im ├╝brigen immer mit Argumenten gef├╝hrt werden.

Welche Argumente wurden eigentlich im Zusammenhang mit meinem Namen in dem Artikel der RNZ in’s Feld gef├╝hrt?
Dass ich Herrn Oeldorf nicht unterst├╝tzen wollte?
Das ist falsch.
Dass ich Herrn Kr├Âber ein Interview gegeben habe?
Das ist wahr, aber wof├╝r ist das eigentlich ein Argument?
Was sage ich in diesem Interview?
Wurde darauf eingegangen?
Wer das Interview mal lesen m├Âchte, damit er mitreden kann, ‚wie der Bernauer tickt‘ – bitte sehr – ich habe schlie├člich nichts zu verbergen:

In dem Interview ist mir ├╝brigens ein Fehler unterlaufen. Ich hatte in meiner Excel Tabelle eine fehlerhafte Berechnung der Stimmenanzahl, die mir erst heute aufgefallen ist. . .
Lissy hat immerhin 19,12% der Stimmen erreicht.
Das berechtigt sie aus meiner Sicht immer noch nicht die 80,88% der anderen zu ignorieren.
Der Abstand zum 2. Platzierten bei der BgS betrug 3,32%.
Bei der FDP betrug er 6,27%.
Damit ├Ąndert sich also auch mit den korrigierten Zahlen an meinem Argument nichts. (Der Fehler ├Ąrgert mich nat├╝rlich trotzdem. . . )

Dass Lissy bei mir „Zeichen von Hetze“ findet, ist ├╝brigens im Artikel der RNZ vom Januar zu finden.
Welche Zeichen sind das bitte?
Wo findet man die?
Wo sind die Argumente?

Ich bem├╝he mich sehr darum mit Argumenten zu arbeiten und diese mit Zahlen, Daten, Fakten und Quellenangaben zu untermauern.
Auf meinem Blog, im Mitteilungsblatt, auf Facebook, per Video, ob schriftlich und im pers├Ânlichen Gespr├Ąch.
Sehr viele meiner Argumente beruhen auf offiziellen Quellen, wie z.B. dem Robert- Koch- Institut oder den ver├Âffentlichten Wahlergebnissen, oder Studien, etc.

Wie halten wir es in Schriesheim?
Einfach den „Gegner“ nicht anh├Âren, auf seine Argumente nicht eingehen, nicht mit ihm reden und ihm dann noch vorwerfen, dass er mit anderen redet. . .

Wollen wir diese Art Gesellschaft?

Ich war mit der BgS f├╝r eine andere Form des Umgangs angetreten. Und solange noch jemand mitmacht, tue ich das auch weiterhin.

Nat├╝rlich erreicht die RNZ wesentlich mehr Leser als mein Blog oder der Schriesheimer Bote.
So wird Lissy mit Ihrer neuen „Initiative Schriesheimer B├╝rger“ vielleicht einen Erfolg bei den n├Ąchsten Wahlen landen.
Ich w├╝rde es ihr g├Ânnen – und ihren W├Ąhlern auch.
Wer diese Art von Politik haben m├Âchte, soll sie auch bekommen. . .

Aber ich stehe f├╝r eine andere Art von Politik.
Und ich arbeite daf├╝r und zwar unabh├Ąngig von vielleicht popul├Ąren, aber einseitigen und argumentationsarm vorgetragenen Meinungen.

Die BgS ist im ├╝brigen die pluralistischste Gemeinschaft, die man sich vorstellen kann.
So wurde sie konzipiert und so haben wir viele unterschiedliche B├╝rger erreicht.
Jeder – egal wie er zu einem Thema steht – ist herzlich eingeladen seine Argumente einzubringen und mitzureden und mit abzustimmen.
Niemand sollte den Fehler machen die BgS mit einem einseitigen Meinungsbild, das ├╝ber mich verbreitet wird, zu verwechseln.
Ich bin nicht die BgS, sondern nur ihr gew├Ąhlter Repr├Ąsentant. Und dies kann sich jederzeit ├Ąndern, wenn die auf unserer Homepage Registrierten mich abw├Ąhlen.
Haben sie bisher jedoch nicht getan.
Es gibt also doch noch B├╝rger in Schriesheim, die zwischen der ├Âffentlich verbreiteten Meinungsmache zu meiner Person und dem Konzept der BgS unterscheiden k├Ânnen und dieses Konzept auch verstanden haben.
Diese Leute sind meine Hoffnung f├╝r eine weniger personen- und mehr sachbezogene Politik in Schriesheim.
Wie es seit Jahren auf unserer Homepage zu lesen ist und wie ich es immer vertreten habe, gilt f├╝r die Ziele der BgS:

„Wir arbeiten darauf hin, dass sich unsere stark personen- und parteibezogene Politik, in Richtung einer mehr b├╝rger- und themenorientierten Politik entwickelt –
und Sie sind herzlich eingeladen dabei, unabh├Ąngig von Ihrer politischen Orientierung oder m├Âglichen Parteizugeh├Ârigkeit, mitzuarbeiten.“

Quelle: https://www.bg-schriesheim.de/info.php unter dem Punkt „Welche Ziele hat die BgS“

Montags in Schriesheim

├ľffentliche Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu pr├╝fen, ist derzeit f├╝r jeden B├╝rger leider eine Notwendigkeit.
Viele Menschen, die so manche Behauptung aufstellen und verbreiten, nehmen es mit der Pr├╝fung ihrer Behauptungen n├Ąmlich leider nicht besonders genau.

Im Mannheimer Morgen erschien ein Text, den ich im Folgenden auf seinen Wahrheitsgehalt ├╝berpr├╝fen m├Âchte, so weit ich dazu in der Lage bin.

Der MM schreibt:

Menschenkette als Protest gegen Corona-Leugner in Schriesheim geplant

Nach drei Montagabenden in Schriesheim mit unangemeldeten Demonstrationen von Gegnern der Corona-Schutzma├čnahmen […]
In den zur├╝ckliegenden Wochen hatte sich Schriesheim sukzessive zu einem Hotspot der Corona-Leugner in der Umgebung entwickelt.“

Da ich an allen 3 Montagen anwesend war, h├Ątte ich hier schon die ersten Einw├Ąnde:

  1. Bei diesen Spazierg├Ąngen handelt es sich nicht um Demonstrationen.
    Denn es gibt hier beispielsweise weder Schilder, Banner, Parolen und auch keine Redebeitr├Ąge.
    Menschen gehen gemeinsam spazieren. Das muss man in unserem Land nicht anmelden. Es geh├Ârt zu meinen selbstverst├Ąndlichen Rechten als B├╝rger dieses Landes mit anderen spazieren zu gehen.
    Aber selbst wenn die Spazierg├Ąnge organisiert w├Ąren und man sie unbedingt als Demonstrationen bezeichnen m├Âchte, entspr├Ąche meine Einsch├Ątzung immer noch der aktuellen Rechtssprechung vom Verwaltungsgericht Stuttgart.
    Es hat gerade das in Bad Mergentheim verh├Ąngte Verbot gekippt. Demnach d├╝rfen Spazierg├Ąnge nicht pauschal verboten werden. Die Richter begr├╝nden ihre Entscheidung damit, dass das pr├Ąventive Versammlungsverbot nicht den verfassungsrechtlichen Vorgaben der Versammlungsfreiheit gen├╝ge, wie ein Sprecher am Freitag in Stuttgart mitteilte.
    Mit einem Klick: Hier zu einem Bericht.
  2. Es handelt sich auch nicht einfach um Spazierg├Ąnge von Gegnern „der“ Corona- Schutzma├čnahmen, sondern um B├╝rger, die aus unterschiedlichen Gr├╝nden, um die aktuelle Entwicklung unserer Gesellschaft besorgt sind.
    Dazu geh├Ârt durchaus auch Kritik an gro├čen Teilen der Corona- Politik, aber mindestens ebenso wichtig ist vielen die Kritik an unverh├Ąltnism├Ą├čigen Einschr├Ąnkungen unserer Grundrechte und der Spaltung der Gesellschaft.
  3. Keineswegs handelt es sich bei den Spazierg├Ąngern um „Corona- Leugner“. Es m├Âgen einige darunter sein, die an der Existenz dieser Viren zweifeln. F├╝r einen gro├čen Teil der Spazierg├Ąnger (und ich habe mit vielen gesprochen), ist v├Âllig klar, dass es diese Viren gibt und sie auch sehr schwere und auch t├Âdliche Krankheitsverl├Ąufe verursachen k├Ânnen.
    In welchem Umfang dies geschieht, damit hab‘ ich mich Ende letzten Jahres gerade ein wenig n├Ąher befasst. (Hier zu finden)

Menschen, die nicht dabei waren und auch nicht mit mir gesprochen haben, behaupten hier ├Âffentlich Dinge ├╝ber mich und die Menschen mit denen ich mich solidarisch zeige.
Das ist kein Ruhmesblatt f├╝r eine offene Gesellschaft, einen demokratischen Umgang miteinander, oder f├╝r einen neutralen Journalismus.

Des weiteren entnehme ich dem Artikel, dass die BgS zugesagt h├Ątte, sich bei einer Aktion gegen diese „Demos“ genannten Spazierg├Ąnge zu beteiligen.
Davon habe ich, und einige andere Aktive der BgS, erst durch diesen Artikel erfahren.
Ich unterst├╝tze diese Aktion nicht und werde auch gleich noch genauer darauf eingehen warum.

Worum geht es bei der Aktion

ÔÇ×Es geht uns nicht um Spaltung, sondern im Gegenteil um Solidarit├ĄtÔÇť zitiert der MM die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christiane Haase.
ÔÇ×Es geht uns um Solidarit├Ąt mit den Krankenh├Ąusern, die die Pandemie bek├Ąmpfen, und mit der Polizei, die die Demokratie verteidigt.ÔÇť
Ich sch├Ątze Christiane Haase als eine engagierte B├╝rgerin Schriesheims und ich habe keine Zweifel daran, dass sie glaubt was sie sagt.
Ich f├╝rchte aber, dass diese Aktion in der praktischen Konsequenz genau die angesprochene Spaltung vertieft.

Als Teilnehmer der Spazierg├Ąnge und besorgter B├╝rger stimme ich mit den von Frau Haase genannten Zielen vollst├Ąndig ├╝berein:
Spaltung ist etwas gegen das ich mich als Demokrat schon immer gewendet habe.
Ich w├╝rde zwar nicht von Solidarit├Ąt „mit den Krankenh├Ąusern“ sprechen, sondern von der Solidarit├Ąt mit den Menschen die dort arbeiten.
Aber ich will hier nicht Haare spalten – wir meinen bestimmt das Gleiche.
Allerdings finde ich es sehr bedenklich, wenn einerseits f├╝r das ├╝berlastete Pflegepersonal geklatscht und von Solidarit├Ąt gesprochen wird, andererseits aber bei der konkreten Verbesserung des tats├Ąchlichen Notstandes, der sich ├╝ber die letzten Jahrzehnte entwickelt hat, die Solidarit├Ąt irgendwie vergessen wird.
Ich h├Ątte gerne mit Frau Haase und den anderen beispielsweise mal das Thema Krankenhausschlie├čungen er├Ârtert.
Wie viele Betten wurden w├Ąhrend der Pandemie abgebaut?
Und weshalb?
Fragen, die den Spazierg├Ąngern auf der Seele brennen.

Und mir ├╝brigens auch.
Ich war vor etwa 33 Jahren f├╝r 2 Jahre als Rettungssanit├Ąter im Rahmen meines Zivildienstes t├Ątig. Ich kenne die Situation in Heidelberg von damals aus meiner Erinnerung recht gut. Es kam damals schon vor, dass wir ein anderes Krankenhaus anfahren mussten, weil eine Intensivstation belegt war und seit dieser Zeit wurden etwa 25% der Krankenh├Ąuser in Deutschland abgebaut. Ich will hier nicht n├Ąher darauf eingehen, aber in den letzten Jahrzehnten ist vieles geschehen, ├╝ber das ich sehr gerne mit kritischen und gut informierten B├╝rgern rede.
Und das tue ich auch bei diesen Spazierg├Ąngen.
Und ich w├╝rde es ebenso gerne mit allen anderen an diesen Themen interessierten B├╝rgern tun.

Aber statt mit uns zu reden, werden wir ├Âffentlich als „Corona- Leugner“ bezeichnet und es wird gegen uns demonstriert.
Ist das solidarisch mit Krankenh├Ąusern?
Die Spazierg├Ąnger tun doch nichts gegen Krankenh├Ąuser.
Im Gegenteil, sie kritisieren, dass welche in einer Pandemie geschlossen wurden. Ich jedenfalls kritisiere das und nicht erst seit es Corona gibt.

Ich glaube, dass Frau Haase und viele andere Schriesheimer B├╝rger durch ein spaltendes Narrativ in der medialen ├ľffentlichkeit dazu verleitet werden, die Gespr├Ąche mit besorgten B├╝rgern nicht in ausreichendem Ma├če zu suchen und zu f├╝hren.
Ich tue das, und kann eine ganz andere Geschichte erz├Ąhlen, als die, die im Mannheimer Morgen nachzulesen ist.
Und ich tue dies schon lange und ├Âffentlich.
Es braucht mir keiner zu erz├Ąhlen ich h├Ątte nicht zu Gespr├Ąchen eingeladen.

An den Pranger

„Keinesfalls wolle man s├Ąmtliche Kritiker an den Pranger stellen, betonen alle Organisatoren. Aber es stehe nun einmal fest, dass die Zusammenk├╝nfte der Corona-Kritiker ÔÇ×nichtangemeldete, also illegale DemonstrationenÔÇť seien, erkl├Ąrt Fadime Tuncer, diese organisiert von ÔÇ×rechter SeiteÔÇť: ÔÇ×Die, die mitlaufen, sollten sich schon anschauen, mit wem sie da mitlaufenÔÇť, mahnt sie.

Mag sein, dass man nicht alle Kritiker an den Pranger stellen will, aber faktisch wird es getan.
Fest steht, im Gegensatz zu den Behauptungen, dass es sich um Spazierg├Ąnge und nicht um Demonstrationen handelt.
Hier noch mal der Link zu dem Bericht ├╝ber die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart.
W├Ąre es nicht auch die Aufgabe des MM, hier etwas mehr zu recherchieren?

Spazierg├Ąnge sind nicht illegal.
Sie entstehen bei uns aus den Gespr├Ąchen von B├╝rgern, die es nicht mehr aushalten zu Hause zu sitzen und zuzusehen, was in diesem Land geschieht.
Diese Spazierg├Ąnge sind also nicht von „rechter Seite“ organisiert, sondern entstehen aus einer bunten Gruppe verschiedenster B├╝rger.

Diese Behauptung die Frau Tuncer ├Ąu├čert, ist somit sachlich falsch.
Ich glaube ihr durchaus, dass sie diesen falschen Eindruck durch die mediale Berichterstattung gewonnen hat.
Ich kenne aber viele der Spazierg├Ąnger und nicht wenige davon waren ehemals W├Ąhler der Gr├╝nen – das stimmt im ├ťbrigen auch f├╝r mich selbst. Und ich wurde und werde auch von niemandem der mich besser kennt, als politisch rechts eingeordnet.

Und ich schaue mir auch sehr genau an, mit wem ich da mitlaufe.
Bei einem der Spazierg├Ąnge waren z.B. 3 von 10 – also 30% der Kandidaten der BgS von der letzten Gemeinderatswahl mit dabei.
Ob Lissy, die f├╝r die BgS im Gemeinderat sitzt, davon Kenntnis hat?
Wenn nicht, dann sollte man sich die Frage stellen warum nicht. Ich habe das Gespr├Ąch ├╝ber dieses Thema mehrfach gesucht. Doch mit mir wollte sie ├╝ber dieses Thema schon l├Ąnger nicht mehr sprechen.
Gespr├Ąchsverweigerung hat mit Demokratie nach meiner ├ťberzeugung allerdings wenig zu tun.

ÔÇ×Es geht dabei nicht nur um Corona, sondern um die DemokratieÔÇť, sagt Ulrike von Eicke: ÔÇ×Wer demokratisch beschlossene Regeln in Frage stellt, der stellt auch das demokratische System in Frage.ÔÇť

Auch vielen Spazierg├Ąngern und im Besonderen mir selbst, geht es sehr um die Demokratie.
Nicht nur Christian Lindner von der FDP, sondern auch viele andere Politiker haben vor der letzten Bundestagswahl ├Âffentlich eine klare Position gegen eine Impfpflicht bezogen.
Nach der Wahl scheint dies alles vergessen zu sein. Nicht so bei den Spazierg├Ąngern.
Gerne w├╝rde ich mit Frau von Eicke ├╝ber dieses Thema debattieren. Was sagt es ├╝ber Wahlergebnisse aus, wenn die Wahlversprechen mit dem Handeln nach der Wahl nicht ├╝bereinstimmen? Wie k├Ânnen wir mehr Ehrlichkeit in unsere Demokratie bringen?
Eine Demo gegen uns Spazierg├Ąnger ist doch hoffentlich nicht der Weisheit letzter Schluss der Schriesheimer Demokraten?

ÔÇ×Es gibt keine Spaltung der GesellschaftÔÇť, zitiert SPD-Ortsvereins-chef Axel Breinlinger, bis zu seiner Pensionierung Richter, den Bundeskanzler: Das Wort Spaltung suggeriere n├Ąmlich zwei gleich starke Gruppen. Dies sei aber gar nicht der Fall: ÔÇ×Es gibt lediglich eine kleine Gruppe von Leuten, vier bis zehn Prozent, die sich an nichts halten.ÔÇť

Solche Aussagen finde ich sehr merkw├╝rdig. Eine Gesellschaft kann in viele unterschiedlich gro├če Gruppen gespalten werden. Wieso soll es 2 gleich gro├če Gruppen suggerieren, wenn man eine Spaltung feststellt?
Das Zitat des Bundeskanzlers suggeriert, dass es nur eine Art der Spaltung geben w├╝rde – das ist doch offensichtlicher Unsinn.
In diesem Land leben noch ca. 12 Millionen sogenannte „Ungeimpfte“. (Auch dieser Begriff ist Unsinn, da diese Leute gegen sehr vieles geimpft sind)
Die Ma├čnahmen, die sich z.T. sehr deutlich gegen diese gro├če Personengruppe richten, spalten etwa so viele Leute, wie es SPD W├Ąhler bei der letzten Bundestagswahl gab – auch in etwa 12 Millionen.
Auch wenn ich hier vielleicht etwas unpr├Ązise mit den Zahlen umgehe – von 4 bis 10 % zu reden (also zwischen 3,32 Mio und 8,3 Mio B├╝rgern dieses Landes), die sich – so die Wortwahl im MM – an NICHTS halten, ist f├╝r einen erheblichen Teil der Bev├Âlkerung eine Beleidigung. Und nat├╝rlich sachlich v├Âllig falsch.
Sie arbeiten, zahlen Steuern und halten sich an so gut wie ALLE Gesetze dieses Landes.
Wer ohne S├╝nde ist und z.B. noch niemals zu schnell gefahren ist (und damit wom├Âglich Menschenleben gef├Ąhrdet hat), der m├Âge den ersten Stein werfen, wenn B├╝rger mal nicht genug Abstand im Freien bei einem Spaziergang halten.
Ist eine solche Wortwahl angemessen?

Vielleicht sollte man sich auch das Bild im Artikel des MM mal genauer anschauen. Menschen die offensichtlich nicht im Freien, sondern in einem geschlossenen Raum sitzen.
Weniger als 1,5 Meter Abstand, keine Maske auf und planen eine Aktion gegen Menschen, die im Freien spazieren gehen und dort ebenfalls keine Maske tragen und manchmal sich auch nicht 100%ig an die 1,5 Meter Abstand halten.

Welche Botschaft schicken Sie den Spazierg├Ąngern und mir damit, liebe Damen und Herren Gemeinder├Ąte?

Zur Information: Ich bin ├╝brigens genesen und habe nachgewiesene Antik├Ârper. Von einigen der Spazierg├Ąnger kann ich das ebenfalls bezeugen.
Herr Hegmann, hat aber Angst um seine ehemaligen Kollegen.

ÔÇ×Durch die Demos der Impfgegner jeden Montag werden sie unn├Âtig beansprucht – und angesteckt, wie man wei├čÔÇť.

Impfgegner?
Ich bin „Vielfachgeimpfter“, wie viele der Spazierg├Ąnger auch. Kaum einer der B├╝rger, die ich getroffen habe ist ein Impfgegner oder demonstriert gegen Impfungen.
Woher nimmt Herr Hegmann das?
Vermutlich meint er etwas anderes als das was der MM da schreibt – n├Ąmlich eine ablehnende Haltung gegen eine ganz bestimmt Art der „Impfung“.
Was derzeit als Corona- Impfung verabreicht wird, ist mit der Entwicklung der Gentechnik erst m├Âglich geworden und wurde in einem verk├╝rzten Prozess zun├Ąchst vorl├Ąufig zugelassen. Langfristige Daten haben wir nicht.

Viele Menschen wollen keinen gentechnisch ver├Ąnderten Mais essen – ok.
Ich m├Âchte keine mRNA in meinen K├Ârper gespritzt bekommen, die mit der Absicht verabreicht wird, in meinen Zellen k├Ârperfremde Proteine herzustellen. Gegen diese soll mein K├Ârper dann Antik├Ârper bilden, die ich nachweislich schon habe. . .
Warum ist das Eine eine politisch respektierte Position und das Andere eine inakzeptable, undemokratische Entscheidung, gegen die man demonstrieren muss?
Haben unsere Gemeinder├Ąte mal ein wenig kritisch ├╝ber die eigene Haltung nachgedacht?
Warum soll ich nicht bei einem Spaziergang mit anderen, die das ├Ąhnlich kritisch sehen ├╝ber dieses Thema reden?
Warum reden die Gemeinder├Ąte nicht mit den B├╝rgern?
Ich w├╝rde jedenfalls gerne mal ausf├╝hrlich mit Herrn Hegmann ├╝ber dieses Thema reden.

Und woher wei├č Herr Hegmann, dass die ehemaligen Kollegen angesteckt werden, „wie man wei├č“?

Beim ersten Spaziergang ├╝ber den ja auch berichtet wurde, war keine Polizei zugegen, die ich als gesunder, und genesener Mensch mit Antik├Ârpern gegen das Corona- Virus, dessen Existenz ich angeblich leugne, h├Ątte anstecken k├Ânnen.
Und bei den anderen Spazierg├Ąngen hielten die Kollegen ausreichend Abstand. Ansteckungen im Freien sind ├╝brigens ├╝beraus selten. Sollte eigentlich inzwischen auch jeder Gemeinderat und auch sonst jeder B├╝rger wissen.
Im Mannheimer Morgen erh├Ąlt der Leser m├Âglicherweise einen anderen Eindruck.
Es w├Ąre auch gar nicht notwendig die Spazierg├Ąnger polizeilich zu begleiten, denn au├čer durch Schriesheim zu laufen, tun sie ja nichts. Auch dann nicht, wenn keine Polizisten dabei sind – wie der erste Spaziergang gezeigt hat.
Das kann nun wirklich jeder bezeugen der dabei war und auch sicher jeder, der uns gesehen hat – also auch die Polizisten beim 2. und 3. Mal.

Lissy hat uns allerdings nur kurz gesehen. Die RNZ schreibt: „Sie fl├╝chtete in ihr Auto und fuhr davon, ├Ąrgert sich aber doch ein bisschen dar├╝ber, dass sie das Treiben nicht l├Ąnger verfolgt habe – allein schon, um herauszufinden, ob es sich hier um Einheimische oder um Ausw├Ąrtige handelte.“
„Das Treiben“ – Aha. . .
W├Ąre diese einseitige Form der Berichterstattung nicht so traurig – ich w├╝rde es mit Humor nehmen, dass Lissy vor mir gefl├╝chtet ist, weil ich einen Spaziergang durch Schriesheim gemacht hab‘. . .
W├Ąre die RNZ oder auch der MM vor Ort gewesen, h├Ątten sie gerne auch mit mir, oder den anderen beiden Kandidaten der BgS reden k├Ânnen und h├Ątte sich nicht auf den Bericht einer „Fl├╝chtenden“ verlassen m├╝ssen.
Aber tats├Ąchlich haben viele B├╝rger, die es wagen Kritik an der Regierungspolitik zu ├Ąu├čern, zunehmend den Eindruck, dass an Ihren Meinungen kein ehrliches ├Âffentliches – oder mediales – Interesse besteht.
Wie war das noch mal mit der Demokratie und der Meinungsfreiheit und der neutralen Berichterstattung in den Medien – oder der 4. Gewalt im Staat?
Beide Seiten h├Âren?

Der Mannheimer Morgen zitiert Lissy jedenfalls so:

Als das Schlimmste an den Demos der Corona-Leugner empfindet sie, dass sie ihre Kinder mitnehmen: ÔÇ×Denn die leiden doch am meisten, wenn sie sich anstecken.ÔÇť

Da bin ich ja fast sprachlos, denn es sollte doch inzwischen ja nun wirklich jedem bekannt sein, dass Kinder gerade am wenigsten unter einer Corona- Erkrankung leiden.
Wer einen Blick in das w├Âchentliche Bulletin des RKI wirft, kann das eigentlich nicht mehr „leugnen“.
(Ich f├╝rchte das war eine unachtsame Wortwahl, ich h├Ątte besser „├╝bersehen“ geschrieben, das klingt neutraler, oder?
Aber vielleicht wollte ich ja gerade auf die nicht nur unachtsame, sondern sachlich falsche Nutzung des Begriffs Corona- Leugner hinweisen. . . )

Aber Lissy redet ja seit geraumer Zeit nicht mehr mit mir ├╝ber das Thema – ich lese allerdings ├Âfter mal was dazu und h├Ątte dar├╝ber aus anerkannten Quellen berichten k├Ânnen. . .
Der Mannheimer Morgen scheint das nicht so wichtig zu finden, zumindest fragt er bei Lissy nicht nach, wie sie denn auf diese Behauptung kommt.
Ich jedenfalls gehe gerne mit meinen Kindern an der frischen Luft spazieren – das tut ihrem Immunsystem gut.
Montags nehme ich sie allerdings nicht mit – ich h├Ątte gro├če Schwierigkeiten damit, ihnen zu erkl├Ąren, warum uns die Polizei bei einem Spaziergang begleitet.
Und ich habe auch gro├če Schwierigkeiten damit, mir das selbst zu erkl├Ąren.
Was ist los mit dieser Gesellschaft?
Was ist los in Schriesheim?

Die Gemeinder├Ąte sollten vielleicht lieber sachliche Gespr├Ąche mit ihren B├╝rgern f├╝hren, als medienwirksam Demos zu organisieren.
Ich stand und stehe f├╝r sachliche Gespr├Ąche jedenfalls zur Verf├╝gung.

Das Demonstrationsrecht wurde nach meiner Auffassung geschaffen, damit B├╝rger Ihren Unmut mit den Entscheidungen derer ausdr├╝cken k├Ânnen, die sie gew├Ąhlt haben.
In Schriesheim wird das Demonstrationsrecht aber von den gew├Ąhlten Gemeinder├Ąten und vom B├╝rgermeister genutzt, um ihren Unmut ├╝ber B├╝rger auszudr├╝cken.
Und die Medien unterst├╝tzen das, ohne eine einzige kritische Nachfrage.

Irgendwie ist doch da was ganz sch├Ân schr├Ąg. . .

Realit├Ąt ist eine Illusion. . .

. . . die durch den Mangel an Alkohol erzeugt wird – so behaupten manche.
Doch Spa├č und Alkohol erst mal beiseite – wie ist das denn mit der Realit├Ąt in Sachen „Corona“?
(Nein, nicht das Bier mit dem gleichen Namen. . . )
Ich hab┬┤ mir mal wieder ein paar Gedanken ├╝ber die Auswirkung von Zahlen und deren Darstellung auf unsere Wahrnehmung der Realit├Ąt gemacht.
Denkt mal etwas mit:

In einer durch wissenschaftliche Fachkompetenz geleiteten Informationsgesellschaft, sollte es doch einfach sein zu pr├╝fen, wie das mit der Realit├Ąt aussieht.

Da ich es heute nicht unn├Âtig kompliziert machen will, hab┬┤ ich mir einfach mal wieder die Zahlen der WHO angesehen.

Die Zahlen der WHO

Bei uns hat Corona ja nun zu einer „epidemischen Notlage nationaler Tragweite“ gef├╝hrt – es betraf also die ganze Nation und die besteht ja aus ca. 83 Mio. Menschen.
Laut Wikipedia: 83.129.285 (30.Juni 2021)

Die WHO informiert uns dar├╝ber, wie viele Menschen von dem Virus betroffen waren und sind.
Die erste Graphik zeigt, in einem sogenannten „Balkendiagramm“, die positiv getesteten Menschen in Deutschland im Zeitverlauf – Neudeutsch: „Die Infizierten“.
Die zweite Graphik zeigt die Anzahl der mit oder an Corona verstorbenen Menschen im gleichen Zeitraum von knapp 2 Jahren:

Quelle: https://covid19.who.int/region/euro/country/de

Um klar sehen zu k├Ânnen, was diese Zahlen f├╝r unsere Bev├Âlkerung von 83.129.285 Mio bedeuten, hab┬┤ ich mir die M├╝he gemacht, die w├Âchentlichen Zahlen der WHO in┬┤s Verh├Ąltnis zu unserer Bev├Âlkerung zu setzen.
Das ist nicht besonders schwierig (nur ein wenig Flei├čarbeit) und sieht dann als Graphik so aus:

WHO Zahlen im Verh├Ąltnis zur deutschen Bev├Âlkerung

Das kann jeder leicht selbst ├╝berpr├╝fen, der mit einem Tabellenkalkulationsprogramm umgehen kann und sich etwas Zeit nimmt, die Daten von der WHO Seite einzutippen.

Wer die Realit├Ąt der Zahlen nat├╝rlich f├╝r eine Illusion h├Ąlt, die durch den Mangel an Alkohol entsteht, den mag das vielleicht nicht beeindrucken.
Auf mich macht das schon einen Eindruck, aber vielleicht mach┬┤ ich mir sicherheitshalber lieber mal ┬┤ne Flasche Rotwein auf. . .

Die gelbe Linie verdeckt ein wenig die vielen Infizierten und Toten.
Der durch unsere Massenmedien geschulte Realit├Ątsfanatiker fragt sich vielleicht erst mal: Wie kann das denn sein?
Wir wurden doch so gut wie alle mehrfach getestet, das muss man doch sehen, oder?
Nein.
Bitte nicht vergessen, die WHO Zahlen geben ja nur Auskunft ├╝ber die Anzahl derer, die mit einem positiven PCR Testergebnis nach Hause kamen und ├╝ber die, die mit einem ebensolchen Testergebnis verstorben sind. Und das sind, im Verh├Ąltnis zu allen Deutschen, eben nach den WHO Zahlen nur verh├Ąltnism├Ą├čig wenige, wie man hier gut erkennen kann. . .

Wenn man die positiv Getesteten und die Toten besser erkennen m├Âchte, dann muss man die untersten ca. 2 Millimeter meiner ersten Graphik vergr├Â├čern.
Dann kann man sich das Geschehen der letzten 2 Jahre sozusagen „unter der Lupe“ betrachten.
So ├Ąhnlich macht es ja auch die WHO – in meinem Tabellenkalkulationsprogramm sieht das dann so aus:

Das sind also wieder die gleichen Zahlen – nur diesmal betrachten wir sie eben nur im Verh├Ąltnis zu einer halben Million Menschen. (500.000 = der h├Âchste Wert auf der Y-Achse)

Nun sieht meine Darstellung aber doch irgendwie anders aus, als die beiden Graphiken der WHO. Wieso ist das denn so, wenn das wirklich die gleichen Zahlen sind?
Dass ich eine Liniengraphik und die WHO eine Balkengraphik benutzt hat ist dabei eher nebens├Ąchlich – ich finde die Linien sind leichter voneinander zu unterscheiden, als mehrere Balken ├╝bereinander.
Aber meine blaue Linie – also die positiv Getesteten – macht doch viel gr├Â├čere Ausschl├Ąge als die Balken der WHO und die rote Kurve – die Verstorbenen – zeigt doch viel kleinere Ausschl├Ąge. . .
Wer aufgepasst hat und sich nicht im Vorfeld schon eine Flasche Rotwein geg├Ânnt hat, dem k├Ânnte aufgefallen sein, dass bei den Graphiken der WHO die Verstorbenen und die positiv getesteten in 2 Bildern aufgeteilt dargestellt werden und jedes Bild hat eine andere „Vergr├Â├čerung“ auf der Y-Achse – also da, wo die Zahl der Menschen steht, die man betrachtet. . .
Schaut Euch das mal kurz an – nicht einfach glauben was ich da schreibe – selbst nachdenken und ├╝berpr├╝fen ist schlie├člich entscheidend, bei einem so wichtigen Thema.

Kann sich ja jeder mal Gedanken dar├╝ber machen, was die ehrlichere Darstellung ist – die Zahlen sind jedenfalls die gleichen, nur die Skala der Y- Achse ist ┬┤ne andere.
Das Maximum der Verstorbenen mit positivem Test, liegt bei der WHO ebenso wie bei meinen Bildchen bei 6076 am 11. Januar 2021. Und das sind eben ungef├Ąhr 0,0073% der Bev├Âlkerung. Daran ├Ąndert auch die Darstellung nix.

Aber Zahlen m├Âgen die meisten Menschen ja nicht so gern. Schon gar nicht % Zahlen. Promille sind den meisten lieber – mir auch gelegentlich. . .
In Promille ausgedr├╝ckt, w├Ąren das 0,073 Promille – das reicht nicht wirklich f├╝r den F├╝hrerscheinentzug.

Da kann ich mir doch mal ein Glas von dem Rotwein g├Ânnen . . .


Nun kann man den Verlauf bei den Verstorbenen bei mir etwas schlecht erkennen, weil ich die ganzen positiv Getesteten mit im Bild habe und sie nicht in einer getrennten Graphik anzeige, sondern gemeinsam mit den Zahlen der Verstorbenen. Meine Vergleichsskala ist also f├╝r beide Linien die gleiche Anzahl an Menschen.
Also benutzen wir nun, weil wir uns auch f├╝r die Verstorbenen interessieren, statt der Lupe, mal ein Mikroskop und vergr├Â├čern den Bereich von 0 bis 50.000 Einwohnern:
(Zur besseren Einordnung, der Vergr├Â├čerung: Wenn also die folgende Graphik auf eurem Bildschirm 5 cm hoch w├Ąre, und wir wollten die Bev├Âlkerung mit 83 Mio. auch noch sehen, dann m├╝sste Euer Bildschirm satte 83 Meter hoch sein. . . K├Ânnt Ihr folgen? 5cm entsprechen 50.000 Menschen, dann w├Ąren 10cm 100.000. Richtig? Um eine Million Menschen in dieser Gr├Â├če anzuzeigen br├Ąuchte man also einen Meter und f├╝r 83 Millionen eben 83 Meter – korrekt? )

Also obwohl inzwischen deutlich mehr als doppelt so viele Menschen wie z.b. im Dez. 2020 (etwa das 2,7 fache) einen positiven Test erhalten, sterben gl├╝cklicherweise nicht mehr, sondern deutlich weniger der positiv getesteten Menschen mit, oder an Corona.
Das ist doch mal eine gute Nachricht.
Das Virus ist also in der Realit├Ąt der WHO Zahlen offensichtlich weniger gef├Ąhrlich geworden.
Und insgesamt sind von Anfang an im Verh├Ąltnis doch gl├╝cklicherweise wenige von den positiv getesteten verstorben. Das f├Ąllt einem bei der Darstellung der WHO nicht so sehr in┬┤s Auge, oder? Aber die Zahlen l├╝gen nicht.

Jetzt sieht man freilich nicht mehr in jedem Zeitraum die Anzahl der ganzen positiv getesteten Menschen (die blaue Linie geht ├╝ber die angezeigten 50.000 Menschen 2 mal deutlich hinaus), daf├╝r ist hier aber das Maximum an Verstorbenen im Januar 2021 auch in meiner Darstellung endlich gut zu erkennen. (Das Maximum der roten Linie)

Die komische gelbe Linie ist ├╝brigens die Zahl der Menschen, die in Deutschland durchschnittlich jede Woche verstirbt – also das „normale durchschnittliche Sterbegeschehen“. Das ist nat├╝rlich ein bl├Âdes Wort.
An diesen Teil der Realit├Ąt (eben dass es „normal“ ist, dass wir alle, irgendwann, an irgend etwas versterben) werden wir ungern erinnert.
Da bietet sich ein ordentliches Glas Rotwein an – oder vielleicht ein Schl├╝ckchen Whiskey?
Der wirkt ├╝brigens gegen Viren aller Art, da er ordentlich Quercetin enth├Ąlt. Das l├Âst sich im Alkohol und kommt durch die jahrelange Fassreifung da rein. Es ist ein Naturstoff aus dem Holz, den Viren schlechter vertragen, als wir den Alkohol.
Aber auch der hohe Alkoholgehalt wirkt im Rachen gegen allerhand Erreger – aber das ist nat├╝rlich ein ganz anderes Thema und es w├Ąre durchaus m├Âglich, dass das auch einen Einfluss auf Eure Realit├Ąt h├Ątte. . .

Aber nicht nur dem Alkohol wird ein Einfluss auf die Wahrnehmung der Realit├Ąt nachgesagt.
Auch die Darstellung der Zahlen hat gelegentlich einen solchen Effekt.

F├╝r heute war┬┤s das mit den Zahlen – ich widme mich jetzt wieder einem anderen Teil der Realit├Ąt. . .



Optische Manipulation?

Wer wissen m├Âchte was ich mit optischer Manipulation meine, muss leider den ganzen Artikel lesen – in wenigen S├Ątzen konnte ich es nicht beschreiben. . .

Beginnen wir mit einer optisch korrekten Darstellung von Datenreihen durch eine seri├Âse Quelle: Das Robert Koch Institut ver├Âffentlicht im „GrippeWeb“ Wochenberichte.
Z.B. diesen hier, der die ARE Raten der Jahre 2018 bis 2020 darstellt. Abbildung 1 auf Seite 1 unten – sieht so aus:

Die wichtigste Linie f├╝r das Thema, das ich hier bespreche ist die rotbraune, also die COVID-19-Rate.
Die schwarze Linie ist auch nicht ganz unwichtig. Sie wird aus den Daten der sogenannten „Sentinel- Praxen“ hochgerechnet und zeigt den daraus hochgerechneten, also gesch├Ątzen Anteil der Bev├Âlkerung in Deutschland, die 2020 mit Symptomen einer Akuten Respiratorischen Erkrankung beim Arzt waren.
Ein (ziemlich kleiner) Teil dieser Erkrankten wurde positiv auf COVID-19 getestet, und diesen Teil stellt eben die rotbraune Linie dar.

Bis zur Kalenderwoche 9 von 2021 wurde auf diese Weise dargestellt ÔÇô hier zu finden: https://grippeweb.rki.de/Wochenberichte/2021/2021-09.pdf
Hier die Graphik:

Hier sind die Kalenderwochen 27 von 2020 bis Kalenderwoche 9 von 2021 dargestellt. Mehr Daten gab es da ja noch nicht.
Der Bericht wird w├Âchentlich ver├Âffentlicht.

Eine Woche sp├Ąter, also ab Kalenderwoche 10 wurde die Darstellung jedoch angepasst: https://grippeweb.rki.de/Wochenberichte/2021/2021-10.pdf

Und so wird seither jeder B├╝rger informiert, der im GrippeWeb mal schnell nachschaut. Auch hier z.B.: https://grippeweb.rki.de/Default.aspx

Endlich k├Ânnen wir ÔÇ×sehenÔÇť, dass doch ganz sch├Ân viele mit Corona zum Arzt kommen.

Daf├╝r musste die Covid 19 Rate zwar um das 10-fache aufgeblasen werden, aber bestimmt gibt es gute wissenschaftliche oder statistische Gr├╝nde, warum die Darstellung ver├Ąndert wurde und Covid 19 eine eigene Scala auf der rechten Seite bekommt, die nicht von 0 bis 10 (wie die auf der linken Seite), sondern nur von 0 bis 1 reicht. . .
Optisch ist nun also von Kalenderwoche 9 auf KW 10 Corona 10 mal schlimmer geworden, obwohl sich an den Zahlen nichts ge├Ąndert hat.

F├Ąllt das eigentlich unter ÔÇ×L├╝gen mit ZahlenÔÇť, denn es ist ja alles korrekt. Wie w├╝rdet Ihr das nennen?

Glaub‘ keiner Statistik, die Du nicht selbst gef├Ąlscht hast?
Nein, hier wurde nichts gef├Ąlscht.
Ich nehme das RKI ausdr├╝cklich in Schutz.
Die Daten sind korrekt.
Aber wie Ihr die Darstellung bewertet, ├╝berlasse ich Euch.

Selbst denken ist das Gebot der Stunde.

Was dieser geringe Anteil an Menschen die mit Symptomen zum Arzt gehen und dort einen positiven Test erhalten f├╝r die sogenannte „Vortestwahrscheinlichkeit“ bedeuten k├Ânnte, ├╝berlasse ich auch Euch.

Wenn Ihr dann meinen letzten Artikel ├╝ber Schnelltests lest, dann macht Euch klar, dass die ├ťberlegungen auch f├╝r PCR Tests gelten. Man muss nur mit der wesentlich besseren Sensitivit├Ąt und Spezifit├Ąt der PCR Tests rechnen.
Ansonsten gilt das, was das RKI ├╝ber die Wahrscheinlichkeit, dass falsch positive und falsch negative Testergebnisse korrekt sind, sagt, sinngem├Ą├č f├╝r alle Tests.

Ok, der letzte Satz war etwas arg verschachtelt. Ich bin grad‘ knapp an Zeit, vielleicht ├Ąnder‘ ich das irgendwann. . .
Aber ich bin sicher, Ihr versteht das trotzdem.

Schnelltests

Eigentlich wollte ich nicht mehr ├╝ber Corona schreiben. Das Thema ist derart emotional besetzt, dass sich die meisten f├╝r Argumente gar nicht interessieren.
Aber was soll’s, was ich schreibe liest ja eh‘ keiner. Selbst wenn ich 240 sogenannte „Facebook“ Freunden 4 Fragen stelle (oder 5 – ich hab‘ inzwischen nachgelegt. . . ), bekomme ich gerade mal eine Antwort.
Also schreibe ich es wenigstens f├╝r mich auf, damit ich mich in ein paar Jahren noch daran erinnere.

Hier geht es um Schnelltests.
Den Schwerpunkt lege ich ganz klar auf Schnelltests an Grundschulen, aber man kann an diesem Beispiel sicher auch f├╝r andere Bereiche was lernen.

Ausgangspunkt ist die Mitteilung die ich von unserem B├╝rgermeister und der Rektorin der Grundschule bekommen habe. Hier das Original – ist jetzt aber erst mal nicht so wichtig – es ist lediglich die Begr├╝ndung f├╝r mein Interesse.

Wenn ich mich f├╝r ein Thema interessierte, dann ist mein erster Schritt mich besser zu informieren.

Das Robert Koch Institut (im Folgenden RKI), gilt im Allgemeinen als verl├Ąssliche Quelle. Dort fand ich folgende Informationen: Originallink
(Da sich schon des ├Âfteren Links nach einiger Zeit nicht mehr finden lassen, hab‘ ich es mir heruntergeladen, falls der Link sich inzwischen ge├Ąndert hat – hier mein Permalink)

Die Informationen vom RKI haben es in sich.
Dort wird erkl├Ąrt, wie wahrscheinlich es ist, dass mein Kind wirklich positiv ist, falls es einen positiven Schnelltest in der Schule bekommt. Diese Frage interessiert mich sehr.

Diese Wahrscheinlichkeit h├Ąngt ganz wesentlich von der Qualit├Ąt des benutzten Tests und von der „Vortestwahrscheinlichkeit“ ab.

Vortestwahrscheinlichkeit ist der Anteil der tats├Ąchlich Infizierten unter den getesteten Personen. Und weil man diesen Anteil nicht genau kennt, redet man hier eben von der Vortestwahrscheinlichkeit. Nach den Tests, also wenn man viel getestet hat, ist man etwas schlauer. 100%ig genau kann man es aber nie wissen, denn kein Test ist zu 100% genau.
Darum machen sich die Wissenschaftler Gedanken ├╝ber die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Ergebnis wirklich korrekt ist.

Das RKI rechnet 2 Szenarien durch. Einmal wird angenommen, dass 5 von 10,000 Menschen infiziert sind und einmal 1000 von 10,000.

In diesen beiden Szenarien ergeben sich folgende Ergebnisse f├╝r die Frage, ob mein Kind wirklich infiziert ist, wenn es einen positiven Schnelltest hat:
Sind nur wenige Menschen infiziert (5 von 10.000), dann liegt die Wahrscheinlichkeit dass der Test stimmt, bei nur ca 2%.
D.h. er ist mit ca. 98%iger Wahrscheinlichkeit falsch.
Jeder, der sich mit dem Thema noch nie befasst hat, wird das ja wohl erst mal f├╝r einen Schreibfehler halten, aber tats├Ąchlich ist das v├Âllig korrekt.
(Ich kann nix daf├╝r – lest und rechnet es selbst nach – es ist in der Brosch├╝re vom RKI so gut erkl├Ąrt, dass das jeder der in der Grundschule Mathe hatte nachrechnen kann.)
Sind aber viele Menschen infiziert (1000 von 10.000), dann stimmt ein positiver Schnelltest immerhin mit ca. 81,6%iger Wahrscheinlichkeit. Ist also nur mit 18,4%iger Wahrscheinlichkeit falsch.
Wer sich also nur ├╝ber die Sensitivit├Ąt und die Spezifit├Ąt eines Tests informiert, erh├Ąlt schnell einen falschen Eindruck vom Testerfolg in der Praxis.

Nun stellt sich die Frage, ob wir derzeit eher „5 von 10.000“ Infizierte haben, oder eher „1000 von 10.000“. Was glaubt der unvoreingenommene Leser?

Nun wir m├╝ssen ja gar nicht raten, denn es werden ja ziemlich viele Tests gemacht. Und zwar keine Schnelltests, sondern die genaueren PCR Tests. Was wissen wir, nachdem wir allein in den letzten 12 Wochen 5.401.961 PCR Tests gemacht haben?
Das sind immerhin 5 Mio / 83 Mio = 6,51% der Gesamtbev├Âlkerung Deutschlands in 12 Wochen. Getestet wird nat├╝rlich schon etwa ein Jahr lang. Also wir k├Ânnen inzwischen schon ganz gut beurteilen in welcher Situation wir sind. . .
Wie das RKI mitteilt haben wir am 25.03.2021 eine Inzidenz von 113. D.h. 113 positive PCR- Tests pro 100.000 Einwohner.
Das sind, nach Adam Riese, 11,3 pro 10.000.

Angenommen alle mit einem positiven PCR Test sind auch wirklich infiziert. D.h. es g├Ąbe keine falsch positiven PCR-Tests – Fehlerquote = 0 – das ist unrealistisch aber ich m├Âchte den Schnelltest so positiv wie m├Âglich betrachten.
Mit dieser Annahme k├Ânnen wir von einer Vorerkrankungswahrscheinlichkeit von 11,3 ausgehen und damit die aktuelle Wahrscheinlichkeit ausrechnen, mit der mein Kind wirklich infiziert ist, falls es einen positiven Schnelltest in der Schule bekommt.

Ich beschreibe hier meinen Rechenweg, entsprechend dem Dokument vom RKI, damit jeder der m├Âchte das selbst nachvollziehen kann:
Bei 11,3 Infizierten pro 10.000, gibt es 9988,7 nicht Infizierte.
80% Sensitivit├Ąt laut RKI von 11,3 = 9,04 korrekt positive und 2,26 falsch negative.
98% Spezifit├Ąt laut RKI von 9988,7 = 9788,93 echt negative und 199,77% falsch positive.
Ein positives Ergebnis beim Schnelltest ist also mit 9,04 : (9,04 + 199,774) * 100 = 4,33% Wahrscheinlichkeit richtig, bzw. mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% – 4,33% = 95,67 % falsch.

Andererseits ist ein negativ ausgefallener Schnelltest mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,98 % korrekt.
Schon klar, nachrechnen ist Flei├čarbeit – aber wer das RKI Dokument liest, kann das mit dem Taschenrechner nachrechnen, oder es seinen Kindern als Hausaufgabe geben. . .

K├Ânnte ich noch etwas wichtiges vergessen haben?
Vielleicht ist ja die Inzidenz doch h├Âher als das RKI behauptet.
Ich tendiere ja dazu den RKI Zahlen zu trauen, aber gab‘ es nicht auch Berichte ├╝ber eine Dunkelziffer?
Wir haben ja noch nicht alle 83 Mio. B├╝rger getestet, wer kann schon sagen, wo sich die Infizierten verstecken k├Ânnten. . .
OK.
Die meisten Studien gehen von einer Dunkelziffer vom 2 bis 5 fachen aus. Nehmen wir den schlimmsten Fall an und rechnen mit einer Inzidenz von 565, also 5 mal so viel, wie wir im Moment gemessen haben. . .
Selbst dann ist ein positiver Schnelltest in der Grundschule noch zu 81,48 % falsch positiv und mein Kind trotz eines evtl. positiven Schnelltests in Wirklichkeit kerngesund.
Rechnen Sie es ruhig selbst nach.
Und wenn es negativ getestet wird, ist das immer noch mit 99,88%iger Wahrscheinlichkeit korrekt.
Aber die Kinder sollen nat├╝rlich weiterhin Maske tragen, denn in 1,2 F├Ąllen von 1000 Kindern k├Ânnte es ja trotzdem noch „infiziert“ sein.
Wollen Sie Ihr Kind wirklich 2 mal pro Woche testen lassen?

Nun muss man die Zahlen nicht allzu genau nehmen, weil es ja auch an der Qualit├Ąt des Tests liegt. Und Schnelltest ist noch lange nicht Schnelltest.
Es gibt viele verschiedene Anbieter von Schnelltests.
Gl├╝cklicherweise haben wir aber auch Studien dazu.
Hier zum Beispiel eine Meta- Analyse (also eine Zusammenfassung mehrerer Studien) von Cochrane.

Wir lernen daraus, dass die verschiedenen Tests stark variieren:
Unter „Main results“, dort unter „Antigen tests“, liest man:
„Sensitivity varied between brands. Using data from instructions for use (IFU) compliant evaluations in symptomatic participants, summary sensitivities ranged from 34.1% (95% CI 29.7% to 38.8%; Coris Bioconcept) to 88.1% (95% CI 84.2% to 91.1%; SD Biosensor STANDARD Q). Average specificities were high in symptomatic and asymptomatic participants, and for most brands (overall summary specificity 99.6%, 95% CI 99.0% to 99.8%).“

Ich versuch das mal auf Deutsch und etwas vereinfacht:
Die Sensitivit├Ąt variiert zwischen 34,1% bis 88,1%.
Die Spezifit├Ąt variiert zwischen 99% und 99,8%.

Was tats├Ąchlich in unseren Schulen passieren wird, ist nicht pr├Ązise vorherzusagen. Aber eine Tendenz l├Ąsst sich klar erkennen.

Sicher ist, die meisten Ergebnisse werden negativ sein.
Von denen die aber einen positiven Test erhalten, werden viele in Wirklichkeit gar keinen Virus in sich tragen.
Krank sind sie ja sowieso nicht, sonst schicken wir unsere Kinder ja nicht in die Schule.
Diese „falsch positiven“ Kinder werden also erst mal unn├Âtig nach Hause geschickt und die Familie wird unn├Âtig besorgt auf das Ergebnis des PCR- Tests warten. Und hoffentlich wird der nicht auch falsch positiv sein, sonst gibt es 14 Tage Quarant├Ąne f├╝r nichts.

Ich hatte diesen Beitrag noch nicht fertig geschrieben, da kam der erste Zeitungsartikel aus Ludwigsburg:
Die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet: „Bis zu 70 Prozent der positiv getesteten Sch├╝ler in Ludwigsburg sind doch negativ“.
Na so eine ├ťberraschung. Die Zeitung schreibt weiter:

├ťber die Ursache lassen sich nur Vermutungen anstellen. Denkbar ist laut Landratsamt, dass die Tests schlicht bei zu niedrigen Temperaturen durchgef├╝hrt wurden. Laut Hersteller sollte es mindestens 15 Grad warm sein und das Testinstrument ebenfalls eine halbe Stunde auf Zimmertemperatur liegen.

Wie bitte? Die haben in der Schule weniger als 15 Grad? Haben die in Ludwigsburg keine Zentralheizung oder haben sie nach dem Durchl├╝ften vergessen die Fenster zu schlie├čen?

Egal, das Landratsamt mag ja die „Fachorganisation“ sein, die fachkompetente Vermutungen anstellen kann, aber ich h├Ątte dem Journalisten der Zeitung eher nicht empfohlen im „Tal der Ahnungslosen“ nach Vermutungen zu suchen.
Nach einem Blick in das RKI Dokument h├Ątte man die Eltern besser informieren k├Ânnen.

Interessierte und gut informierte B├╝rger sind aus meiner Sicht bekanntlich die Voraussetzung einer funktionierenden Demokratie – aber das soll hier nicht das Thema sein. . .

Ich wette, wenn ich unserem B├╝rgermeister oder unserer Rektorin diese Informationen zur Verf├╝gung stelle, werde ich im besten Falle ignoriert oder aber ├Âffentlich als Corona- Leugner hingestellt, weil ich eine Ma├čnahme kritisiert habe, die doch Leben retten soll. . .

Ich bin gespannt, wie viele Eltern ihre Kinder 2 mal pro Woche testen lassen werden und was in Schriesheim dabei rauskommt. Ob wir davon erfahren werden?
Und wird man auch bei uns vermuten, dass es am L├╝ften lag?
Oder wird man einfach schreiben, es war ein toller Erfolg, weil so viele Eltern mitgemacht haben?

Wir leben in merkw├╝rdigen Zeiten.

Nun gut, unsere Landesregierung h├Ątte auch mal auf die Deutsche Gesellschaft f├╝r P├Ądiatrische Infektiologie h├Âren k├Ânnen.
Die hat bereits am 14.03.2021 einen Kommentar zu fl├Ąchendeckenden Schnelltests an Schulen ver├Âffentlicht.
Er bezieht sich auf die praktischen Erfahrungen, die in ├ľsterreich schon gemacht wurden.
In der Zusammenfassung kann man lesen:

Aus Sicht der Autoren ist – aufgrund des vergleichsweise geringen Beitrags von Schulen zum gesamten
Infektionsgeschehen, der Unsicherheit ├╝ber die Validit├Ąt der Testergebnisse mit der Sorge einer
unverh├Ąltnism├Ą├čigen hohen Zahl falsch negativer und falsch positiver Befunde […] – der mit den fl├Ąchendeckenden Schnelltests […] verbundene immense Aufwand nicht gerechtfertigt.

Aber unsere von einer gro├čen Mehrheit gew├Ąhlten F├╝hrer, finden es wohl nicht so wichtig, sich vorher zu ├╝berlegen, was das RKI, oder die ├Âsterreichischen Erfahrungen uns sagen k├Ânnten.
Wichtig ist, dass private Firmen, die diese Schnelltests herstellen, ein gutes Gesch├Ąft machen, w├Ąhrend Pflegekr├Ąfte und Kurzarbeiter sicher noch l├Ąnger auf eine Lohnerh├Âhung warten werden.
Den schlecht informierten B├╝rgern ist das aber alles egal, es geht doch darum Leben zu retten, oder?

Basisdemokratie – aber wie?

Worum geht es hier?

Offensichtlich zun├Ąchst einmal um Demokratie und Demokratie hat etwas mit Macht zu tun.

Das ist nix neues. Ihr k├Ânnt ja mal raten von wem dieses Zitat stammt:
ÔÇ×Ihr wisst, dass die Herrscher ihre V├Âlker unterdr├╝cken und die M├Ąchtigen ihre Macht ├╝ber die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch gro├č sein will, der soll euer Diener seinÔÇť.
Da gibt es unterschiedliche ├ťbersetzungen und Versionen. Bei dieser hier hab‘ ich auch ’ne Quelle dazu:

„Ihr wisst, dass die Herrscher ihre V├Âlker niederhalten und die M├Ąchtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch gro├č sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht“

https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us20

Nun das wird also Jesus Christus zugeschrieben und damals wurde wohl relativ wenig ├╝ber Basisdemokratie nachgedacht.
Doch auch deutlich sp├Ąter verstorbene Menschen haben das immer wieder, wenn auch mit anderen Worten aufgegriffen.

Karl Popper (falls den jemand kennt – ein ziemlich einflussreicher Denker: Wikipedia), sagte dazu:

Die ÔÇ×Grundidee der ganzen Demokratie ist, die Macht zu beschr├Ąnken und zu kontrollieren. Nicht zu viel Macht. Das ist die Grundidee der Demokratie. Die Macht muss verteilt sein, so dass nicht zu viel Macht in einer Hand ist. [ÔÇŽ] Die Demokratie ist ein gro├čes Experiment. Und die verschiedenen Formen der Demokratie m├╝ssen gegeneinander ausprobiert werden. [ÔÇŽ] Niemand ist f├Ąhig alle die Schwierigkeiten, die inneren m├Âglichen Widerspr├╝che vorauszusehen, die sich [ÔÇŽ] durch die Gesetzgebung verwirklichen. Es geht immer alles M├Âgliche in einer Weise schief, die man nicht hat voraussehen k├Ânnen. Das ist eben der Grund, dass man in der Politik eine mehr experimentelle Haltung annehmen sollte. ÔÇť

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=50rXpH4czyw ca. ab min. 17:23

Am 23.04.2018 begann eine Hand voll Schriesheimer B├╝rger mit einem solchen Experiment – mit dem Namen B├╝rgergemeinschaft Schriesheim (BgS).
Aus diesen Erfahrungen heraus will ich ein wenig ├╝ber „Basisdemokratie“ nachdenken.
Dabei geht es mir um die Praxis und weniger um die Theorie.

In der Theorie beginnt man meist erst mal mit der Definition des Begriffs. Was ist eigentlich Basisdemokratie? Oder „Direkte Demokratie“, oder Demokratie ├╝berhaupt?
Auch dazu hat sich Karl Popper, der ja definitiv ein gro├čer Theoretiker war, ausgelassen:

Im ÔÇ×Buch ├╝ber die offene Gesellschaft habÔÇś ich gezeigt, dass die politische Philosophie und die politische Diskussion voller solcher Begriffsbestimmungen ist und Diskussion ├╝ber Begriffe ist, und ich hab┬┤ gesagt, dass man sie ersetzen soll durch eine Diskussion von politischen Vorschl├Ągen [ÔÇŽ] was man eigentlich durchf├╝hren soll. Und hier kommt es also nicht auf Worte an. Stattdessen wird in der politischen Philosophie immer wieder dar├╝ber diskutiert ÔÇÜwas ist Souver├Ąnit├ĄtÔÇś oder ÔÇÜwas ist der StaatÔÇś und ├Ąhnliche Fragen, die zu ├╝berhaupt nichts f├╝hren. Stattdem sollte man diskutieren wie weit soll sich der Staat in die privaten Aff├Ąren der Staatsb├╝rger einmischen? [ÔÇŽ] Das ist ein Problem, aber nicht ÔÇÜwas ist der StaatÔÇśÔÇť

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=50rXpH4czyw ca. ab min. 21:30

In diesem Sinne versuche ich hier die Theorie rauszulassen und mich nicht mit der exakten Bedeutung und Verwendung der Begriffe rumzuschlagen.
Ich gehe statt dessen von den Fragen aus, die sich in der Praxis stellen und versuche eine Antwort zu geben.

Fragen wie:
Was wissen wir? Was wollen wir? Was sollen wir tun? Welche Werkzeuge haben wir, um aus unseren unterschiedlichen Meinungen Politik zu machen?

Information, Meinungsbildung, Abstimmung

Wer glaubt: „Wo abgestimmt wird, da herrscht Demokratie“, der irrt sich. Vor der Abstimmung muss es eine freie Meinungsbildung geben.

Die Information muss der Meinungsbildung logischerweise vorausgehen.
Wer keine Ahnung, aber dennoch eine festgef├╝gte Meinung hat, macht offensichtlich etwas falsch.

Diskussionen die nach der Meinungsbildung stattfinden, sind selten fruchtbar. Meist versucht dabei jeder nur den anderen zu ├╝berzeugen und ist nicht mehr offen f├╝r neue Perspektiven.

Nach meiner Erfahrung, ist der erste Schritt das neutrale Sammeln von Informationen.
Das klingt v├Âllig selbstverst├Ąndlich, aber in der Praxis wird st├Ąndig dagegen versto├čen. Insbesondere wenn es um gr├Â├čere Gruppen von Menschen geht.

In der Politik geht es immer um viele Menschen.
Wenn wenige Menschen die Entscheidungen f├╝r viele Menschen treffen, dann sind wir weit weg von Basisdemokratie.
Wenn viele Menschen bei den Entscheidungen mitwirken, dann geht es in die richtige Richtung.

Wenn aber viele mitmachen, dann werden vermutlich viele Informationen zusammenkommen.
Wie soll man dabei den ├ťberblick behalten?

Informationen sammeln konkret

Die Welt ist zu komplex, so dass wir ohne technische Werkzeuge auch schon bei der Sammlung von Informationen nicht mehr auskommen. (Geschweige denn bei der Bewertung der Informationen. . . )
Bei der BgS nutzen wir unsere Homepage daher auch als ein Werkzeug zur Informationssammlung.

Hier ein Beispiel f├╝r das Thema Trinkwasserpreise in Schriesheim.

Alle Schriesheimer, k├Ânnen hier neue Themen und Informationen, oder auch Fragen und Ideen und auch ihre Meinungen dazu anonym eingeben.

Die Informationssammlung erfolgt also durch die B├╝rger selbst. Niemand gibt bei der BgS vor, welche Informationen „erlaubt“ sind.
Die BgS bildet sich ihre Meinung auf der Basis der Informationen, die sie von den B├╝rgern erh├Ąlt.

Aufarbeitung der Information

Die eingegebenen Themen und die Informationen dazu, werden nach der Differenz der JA und NEIN Stimmen von der Software automatisch geordnet.
D.h. wir bekommen nicht nur eine inhaltliche R├╝ckmeldung von den B├╝rgern, sondern auch gleichzeitig eine ├╝ber die Anzahl derer, die eine bestimmte R├╝ckmeldung gut finden, oder ablehnen.
Doch f├╝r komplexe Probleme (und das sind die meisten), ist das nur ein erster Schritt.
Eine Richtung wird dabei aber meist schon erkennbar.

Wenn aus den Informationen irgendwann politische Entscheidungen werden sollen, dann m├╝ssen sie nun mit viel Sachverstand aufgearbeitet und „journalistisch“ dargestellt werden. Das ist wichtig, damit viele B├╝rger sich schnell, einfach, aber dennoch Hintergr├╝ndig informieren k├Ânnen.

Daf├╝r braucht man engagierte Menschen, die etwas Zeit und Motivation mitbringen.
Dabei ist es wichtig zu beachten, dass nicht Wenige sich mit vielen Themen befassen (das w├╝rde jeden Nicht- Profi ├╝berfordern), sondern m├Âglichst Viele sich bei dem Thema st├Ąrker engagieren, f├╝r das sie sich sehr interessieren.
Interesse st├Ąrkt bekanntlich die Motivation.
Wir brauchen Interessierte, die bereit sind sich f├╝r IHR Thema einzusetzen.

Optimal sind kleine Teams, um zu vermeiden, dass nur die Meinung eines Einzelnen dominiert.

Im Ergebnis haben wir in Schriesheim unser Infoportal. Wir nutzen monatliche Treffen f├╝r alle Interessierten, schreiben Rundmails und fast w├Âchentlich gibt es Artikel im Mitteilungsblatt und gelegentlich auch in der RNZ und im Mannheimer Morgen.

Das gr├Â├čte Problem f├╝r uns, ist die Zahl der Engagierten.
Sie ist zu gering.
Dieses Problem wiederholt sich auf allen Ebenen der Politik. Wer Basisdemokratie nach vorne bringen will, muss die Anzahl der Menschen erh├Âhen, die ihre Macht nicht einmal in 4 oder 5 Jahren (bundesweit oder kommunal) abgeben wollen, sondern die sie behalten wollen und wissen, dass man daf├╝r etwas tun muss.
Wenn die Zahl derer, die das verstanden haben gro├č ist, dann muss jeder einzelne nur sehr wenig tun, da sich die Arbeit leicht auf viele Schultern verteilen l├Ąsst. Bis dahin, braucht es „Aktivere“, die die Idee nach vorne bringen.

Themenorientierte Arbeit kann Spa├č machen, wenn man sich f├╝r das Thema interessiert.
Wenn aber nur eine Hand voll aktiver B├╝rger sich mit jedem Mist, f├╝r den sie kein eigenes Interesse haben, auseinandersetzen m├╝ssen und am Ende honoriert das keiner, dann ist das der perfekt Weg in die Sackgasse. Kein vern├╝nftiger Mensch tut sich das auf Dauer an. Und so sterben die Vern├╝nftigen mit politischer Verantwortung aus und es bleiben die Machthungrigen ├╝brig.
Wenn es der Idee der Basisdemokratie gelingt viele Aktive zu generieren, damit jeder sich nur mit den eigenen Themen zu befassen braucht, dann hat sie Zukunft.

B├╝rger, die zun├Ąchst kaum Aktivit├Ąt entfalten, k├Ânnen dennoch schon unsere bisherigen Informationsm├Âglichkeiten nutzen.
Sie k├Ânnen sich zumindest zu den Themen informieren, bei denen es ein Interesse innerhalb der B├╝rgerschaft gibt, das uns mitgeteilt wurde. Themen, f├╝r die sich niemand interessiert, werden weiterhin von den wenigen entschieden, an die man die Macht abgegeben hat.

Bei aller Information und Meinungsbildung – am Ende muss entschieden werden. . .

Abstimmung und Wahlen

So wie ich Basisdemokratie verstehe und wie es dem Konzept der BgS entspricht, wird bei den Wahlen entschieden, ob der B├╝rger seine Macht abgeben will (indem er einer Partei eine Stimme gibt), oder ob er sie so weit wie m├Âglich behalten will und zu jedem Thema st├Ąndig abstimmen k├Ânnen m├Âchte. Dann muss er „irgendwas Basisdemokratisches“ w├Ąhlen.
Das ist nat├╝rlich extrem vereinfacht, bringt aber das Wesentliche auf den Punkt.

Das gro├če Problem ist, dass es fast noch keine basisdemokratischen Wahlm├Âglichkeiten gibt, die einen politischen Einfluss haben.

In Schriesheim gibt es das mit der BgS immerhin.
Allerdings doch noch sehr eingeschr├Ąnkt.
Denn der W├Ąhler gewinnt nur bei den Themen wirklich Macht dazu, bei denen die BgS aktiv wird. Und das kann die BgS derzeit schon aufgrund des Personalmangels nur bei wenigen Themen leisten.
Au├čerdem hat die BgS nur eine Stimme im Gemeinderat und daher werden die basisdemokratisch gewillten B├╝rger nur einen nennenswerten Einfluss dazu gewinnen, wenn die Stimme der BgS einen Unterschied bei einer Abstimmung im Gemeinderat macht.
Wir sind zwar auf dem Weg in die richtige Richtung, aber noch lange nicht dort. . .

Wahlen sind eben in erster Linie „Richtungsentscheidungen“. W├╝rde eine basisdemokratische Organisation in einem Gremium aber mal eine Mehrheit erreichen, dann k├Ânnte man tats├Ąchlich von einer „Systemver├Ąnderung“ sprechen. Aber das ist derzeit noch „utopische Zukunftsmusik“. Es macht aber Sinn – und oft auch Spa├č – daran zu arbeiten.
Im ├ťbrigen k├Ânnte theoretisch auch ein Gemeinderat beschlie├čen, sich in Zukunft basisdemokratisch auszurichten:
Wenn die Mehrheit der Parteien mit dem was auf Ihren Wahlplakaten steht ernst machen w├╝rde – aber ich wollte ja die Theorie weglassen. . .

Jedenfalls kann die BgS vor einer Gemeinderatssitzung gezielte Abstimmungen mit sehr geringem Aufwand durchf├╝hren und der „Dienerin“ eine klare Handlungsanweisung geben.
Und das haben wir auch schon gemacht – siehe hier.
Dies geschieht derzeit aber nur selten. Daf├╝r gibt es viele Gr├╝nde:
– Wir k├Ânnen keine eigenen Antr├Ąge einreichen.
– Die R├╝ckmeldungen sind oft schon so eindeutig, dass es einer weiteren Abstimmung gar nicht mehr bedarf.
– Bei vielen Themen erhalten wir kaum R├╝ckmeldungen.
– Viele Themen werden uns „vom System“ vorgesetzt und es ist gar keine Zeit f├╝r Informationssammlung und Abstimmung.

Der letzte Punkt ist besonders wichtig. Daran l├Ąsst sich auch erkennen, dass unser bisheriges eingespieltes Entscheidungssystem auf so etwas wie Basisdemokratie sehr schlecht vorbereitet ist. Um so wichtiger ist es f├╝r jeden B├╝rger, der Machtbegrenzung f├╝r wichtig h├Ąlt, an der Entwicklung basisdemokratischer Werkzeuge mitzuarbeiten.

Es gibt viele Gr├╝nde daf├╝r, aber auf einen m├Âchte ich genauer eingehen, denn er wird bei Gespr├Ąchen ├╝ber Basisdemokratie gerne vergessen.

Anzahl und Komplexit├Ąt

Die schiere Masse an Entscheidungen, die auch schon in einer Kleinstadt getroffen werden m├╝ssen, werden von den meisten B├╝rgern untersch├Ątzt.
Was jeweils in der n├Ąchsten Gemeinderatssitzung besprochen und beschlossen werden soll, dar├╝ber werden die Mitglieder ca. 14 Tage vorher informiert.
Etwa 80 Din A4 Seiten, sind da keine ungew├Âhnliche Menge. Das wird vermutlich jeden „Normalb├╝rger“ und das sind unsere Gemeinder├Ąte alle, zumindest teilweise ├╝berfordern.

Darunter gibt es sicherlich auch einfache Themen, die schon lange diskutiert wurden, aber viele Themen sind dr├Ąngend und erfordern einen hohen Grad an Fachwissen aus unterschiedlichen Gebieten.

Das kann ein Politiker – egal ob Gemeinderat, Landrat oder Bundeskanzler – nicht leisten.
Dann h├Ârt man eben auf „Experten“, Lobbyisten oder auf die Meinung der Fraktion, oder der Stadtverwaltung.
(Ich vermute auch ohne Fraktionszw├Ąnge, w├╝rde das Abstimmverhalten h├Ąufig so aussehen, als ob es Fraktionszw├Ąnge g├Ąbe.)

Und nun wollen wir auch noch die Basis, d.h. jeden B├╝rger mit dieser Masse an komplexen Entscheidungen ├╝berfordern?
Ist das nicht v├Âllig unrealistisch?

H├Ąngt davon ab, wie man sich das mit der Basisdemokratie konkret vorstellt.
Es darf nicht verwechselt werden, dass die M├Âglichkeit sich zu beteiligen und die tats├Ąchliche Beteiligung, 2 paar Stiefel sind.

Das erweiterte Subsidiarit├Ątsprinzip (gut informierte und interessierte B├╝rger)

Beim Subsidiarit├Ątsprinzip geht es darum, dass Entscheidungen so weit m├Âglich „vor Ort“ getroffen werden sollten. Erst wenn man „vor Ort“ ├╝berfordert ist, soll die n├Ąchst h├Âhere Ebene helfend eingreifen.
Die Entscheidungsebene sollte also immer ÔÇ×so niedrig wie m├Âglich und so hoch wie n├ÂtigÔÇť angesiedelt sein.

Wenn wir f├╝r die Basisdemokratie dieses Prinzip nicht nur auf politische Ebenen beziehen, sondern etwas allgemeiner betrachten, dann sollen immer diejenigen B├╝rger entscheiden, die von einem Problem betroffen sind und/oder sich daf├╝r interessieren.

Das bedeutet, dass es f├╝r jedes Thema einen anderen Kreis von B├╝rgern gibt, die hier mit entscheiden.
Jeder hat die Freiheit sich bei allen Themen einzubringen, aber realistischerweise, wird jeder eine Auswahl treffen, die seiner eigenen Motivation und seinen F├Ąhigkeiten entspricht.

Das Problem der Komplexit├Ąt l├Âst sich dadurch, dass alle kompetenten d.h. gut informierten und interessierten B├╝rger sich bei den Themen ihrer Wahl beteiligen k├Ânnen und dort eben auch unabh├Ąngig informiert werden, bzw. sich gegenseitig informieren.

Von den ca. 80 Millionen B├╝rgern in Deutschland, gibt es mit Sicherheit zu jedem Thema einige, die sich damit auskennen, sich daf├╝r interessieren und bereit sind mitzureden.

Die Komplexit├Ąt ist also in Wirklichkeit kein Argument gegen die Basisdemokratie, sondern eines daf├╝r. Mit ihr k├Ânnen mehr kompetente Menschen Einfluss gewinnen.
Bei manchen Parteien wird das neuerdings Schwarmintelligenz genannt – aber ├╝ber Worte wollte ich mich ja hier nicht auslassen. Nennen Sie es wie es Ihnen gef├Ąllt.

Es bleibt das Problem, das gerade gut informierte B├╝rger heutzutage besonders frustrierte B├╝rger sind.
Nur die Basisdemokratie kann dieses Problem l├Âsen.

Minderheitenschutz

Die Basisdemokratie im hier beschriebenen Sinne beinhaltet eine Art automatisierten Minderheitenschutz. Da sich die Mehrheit zun├Ąchst mal kaum f├╝r die Probleme der Minderheit interessiert, stimmt sie bei diesen Problemen kaum mit ab. Daraus ergibt sich eine st├Ąrkere Macht f├╝r die Minderheit, bei den sie betreffenden Problemen.

Auch macht jeder B├╝rger die Erfahrung, dass er bei vielen Themen, die ihn interessieren zu einer Minderheit geh├Ârt. Das erh├Âht die Achtsamkeit f├╝r das Problem. In einer Demokratie ist Minderheitenschutz ein wichtiges Thema f├╝r die Mehrheit.

Die Basis ist ├╝berall

Basisdemokratie ist kein Thema f├╝r eine Partei allein.
Es gibt mehrere Organisationen unabh├Ąngig voneinander und auf verschiedenen politischen Ebenen und das ist gut so.

Es ist auch kein Problem, wenn verschiedene Gruppen mit verschiedenen Ans├Ątzen und Werkzeugen experimentieren.
Es hat sogar klare Vorteile. Die Gegner der Basisdemokratie k├Ânnten eine einzige Partei viel leichter „in die Schmuddelecke“ stellen.

Wenn sich jedoch z.B. in Ladenburg, Ilvesheim, Dossenheim, Weinheim, Hirschberg etc. W├Ąhlervereinigungen bilden und es Mehr Demokratie, die Unabh├Ąngige, Demokratie in Bewegung, die Piratenpartei und dieBasis gibt, dann wird es schwieriger alle in einen Topf zu werfen und die Idee der Basisdemokratie kann sich besser ausbreiten.

Andererseits ist eine Zersplitterung nat├╝rlich nicht hilfreich, wenn man auf Landes- Bundes- oder gar Europaebene z.B. ├╝ber eine 5% H├╝rde kommen muss. 5 Parteien mit 1% haben da keine Chance. Eine mit 5% hat es geschafft – in beiden F├Ąllen ben├Âtigt man gleich viele Stimmen.

Ob eine Art von „Koalition“ der basisdemokratischen Kr├Ąfte schon vor der Wahl m├Âglich ist, sei dahingestellt. Aber unabh├Ąngig von dieser Frage, muss die Basis vor Ort wachsen.

Genau daf├╝r hat die BgS nicht nur ein Konzept entwickelt, sondern auch gezeigt, dass man damit gew├Ąhlt werden kann.
Je mehr Orte nachziehen, desto besser f├╝r die Basisdemokratie.
Keiner muss von vorne anfangen. Unsere Software steht jedem zur Verf├╝gung.

Keine Kleinpartei und auch keine 10 Kleinparteien, die sich zu einer Koalition zusammenraufen, werden die 5% H├╝rde ├╝berschreiten, wenn es keine Basis in den Orten gibt.

Daher glaube ich, dass wir, wenn wir bundespolitisch irgendwann wirksam werden wollen, wir auch immer gleichzeitig vor Ort, also Kommunalpolitisch, arbeiten m├╝ssen.

Basisdemokratie ist eine Sache von Allen und zwar auf allen Ebenen.

4 Fragen

Ich habe 4 Fragen, zu denen mich Deine Antworten sehr interessieren.
Ich habe Antwortm├Âglichkeiten angegeben, f├╝r alle die wenig Zeit haben.
Wer nicht viel schreiben m├Âchte, kann z.B. einfach so antworten:
Frage 1 Antwort b und e, Frage 2 Antwort d usw.
Wer mehr Zeit hat, kann nat├╝rlich auch eine ausf├╝hrliche Antwort schreiben.
Ich freue mich ├╝ber Deine R├╝ckmeldungen – bitte per Email an
stefan@bernauers.de.

Frage 1 – gute Informationsquellen:

Worum es geht:
Die Frage ist der Dreh- und Angelpunkt vieler Auseinandersetzungen:
Woher wissen wir eigentlich, dass wir gut informiert sind? Was sind eigentlich gute Informationen? Gibt es seri├Âse und unseri├Âse Quellen?
Dar├╝ber k├Ânnte man stundenlang streiten und B├╝cher dr├╝ber schreiben – aber um eine tiefsch├╝rfende Diskussion geht es hier ausdr├╝cklich nicht.
Ich m├Âchte nur die „Richtung“ in der Du denkst wissen – also
Frage1:
Was sind f├╝r Dich gute Informationsquellen?

Du kannst mehreren Antwortm├Âglichkeiten zustimmen, oder noch eigene hinzuf├╝gen.

Antwortm├Âglichkeiten zu 1:

a) Politiker sind gute Informationsquellen
b) Die Nachrichten (z.B. Tagesschau, Heute, Zeitungen) sind gute Informationsquellen
c) Wissenschaftliche Organisationen sind gute Informationsquellen (z.B. WHO, Robert- Koch- Institut, ECDC)
d) Es gibt auch Youtube- Videos, die gute Informationen liefern
e) Ich entscheide von Fall zu Fall was f├╝r mich eine gute Informationsquelle ist.
f) Ich h├Âre mir alles an und entscheide dann „aus dem Bauch heraus“.
g) Je mehr Wissen man ├╝ber ein Thema hat, desto besser kann man gute Informationsquellen beurteilen.

Frage 2 – Robert- Koch Institut: Symptome

Worum es geht:
Im GrippeWeb vom RKI wird seit Jahren die Aktivit├Ąt akuter Atemwegserkrankungen (sogenannte ARE = Akute respiratorische Erkrankungen, also z.B. Husten, Schnupfen, Grippe, Covid-19) in der Bev├Âlkerung Deutschlands beobachtet. Dabei werden die Symptome abgefragt, die eben auch bei Covid-19 haupts├Ąchlich auftreten.

Schaut Euch diese Grafik vom RKI bitte etwas genauer an:

Vergleich der f├╝r die Bev├Âlkerung in Deutschland gesch├Ątzten ARE-Raten von der 1. bis zur 52. KW der Jahre 2018 bis 2020 sowie die COVID-19-Rate, dargestellt von der 1. KW bis zur 52. KW 2020 (Stand Meldedaten: 28.12.2020).
Die grauen, senkrechten Linien kennzeichnen den jeweiligen Beginn der Kontaktbeschr├Ąnkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie, zum einen seit der 12. KW 2020 (Beginn 16.03.2020), erneute Kontaktbeschr├Ąnkungen seit der 45. KW 2020 (Lockdown ÔÇ×lightÔÇť, Beginn 02.11.2020) und zum anderen die sch├Ąrferen Kontaktbeschr├Ąnkungen seit der 51. KW 2020 (Beginn 16.12.2020).

Es ist auff├Ąllig, dass wir Ende 2020 nur ca. ein Drittel der ├╝blichen Anzahl von Erkrankungen verzeichnen und dass die COVID-19-Rate hierbei kaum in’s Gewicht f├Ąllt.

Das RKI gibt daf├╝r in den FAQs entsprechend 2 Gr├╝nde an:

  • Die „Covid-19-Wellen“ (im M├Ąrz/April 2020 sowie im September/Oktober 2020) bilden sich bei GrippeWeb in den ARE- […] Raten bisher nicht ab, da sich die COVID-19-Fallzahlen noch in einer Gr├Â├čenordnung bewegen, die noch unterhalb des „syndromischen Radars“ liegt.
  • Hinzukommt, dass durch die Einhaltung der AHA(+L)-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen und L├╝ften) von vielen B├╝rgerinnen und B├╝rgern, ganz allgemein das Ansteckungsrisiko f├╝r viele Atemwegserkrankungen deutlich reduziert wird. Letzteres spiegelt sich in den im Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren ARE- […] Raten wider.

Frage2:
Wusstest Du, dass der Anteil der COVID-19-Rate am ├╝blichen Erkrankungsgeschehen im GrippeWeb so gering ist und wie interpretierst Du diese Zahlen?

Du kannst mehreren Antwortm├Âglichkeiten zustimmen, oder noch eigene hinzuf├╝gen.

Antwortm├Âglichkeiten zu 2:

a) Nein, das wusste ich nicht.
b) Ja, das war mir bekannt.
c) Die Zahlen zeigen, dass die Ma├čnahmen wirksam sind.
d) Die Zahlen (und die grauen senkrechten Linien s.o.) zeigen, dass die Ma├čnahmen immer erst dann beschlossen wurden, als die Zahlen bereits wieder am Sinken waren, also zu sp├Ąt in Kraft gesetzt wurden.
e) Die Zahlen zeigen, dass wir ohne Ma├čnahmen mit ca. 3 mal so vielen ARE- Erkrankungen rechnen m├╝ssten – etwa wie in den Jahren zuvor, als es keine Ma├čnahmen gab.
f) Die Zahlen zeigen, dass wir ohne Ma├čnahmen mit ca. 3 mal so vielen COVID-19 Erkrankungen zu rechnen h├Ątten – diese w├╝rden aber im GrippeWeb ebenfalls kaum in’s Gewicht fallen. (3 mal ca. 0,2% w├Ąren ja immer noch unter 1% – siehe Grafik)
g) Die Zahlen zeigen, dass die Ma├čnahmen niemals gestoppt werden sollten, denn so erkranken weniger Menschen.
h) Die Zahlen zeigen, dass die Ma├čnahmen allein durch die COVID-19 Erkrankungen nur schlecht begr├╝ndet werden k├Ânnen.
i) Ich hab‘ keine Ahnung was diese Zahlen mir zeigen k├Ânnten.

Frage 3 – Sterblichkeit in Europa

Worum es geht:
Bei der Corona- Pandemie geht es ja weniger um die an bestimmten Symptomen erkrankten Menschen (darum ging es in Frage 2), sondern um das Verhindern von Toten.

EuroMOMO ist eine Webseite, auf der 27 Europ├Ąische L├Ąnder die ├ťbersterblichkeit im Zusammenhang mit Influenza, Pandemien und anderen Bedrohungen der ├Âffentlichen Gesundheit messen und sichtbar machen sollen.

Die Seite wird von der WHO (World Health Organisation) und der ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) unterst├╝tzt. Das sind also ganz offizielle und f├╝r jeden Europ├Ąer verf├╝gbar gemachte Daten.

Dort finden sich folgende Grafiken zur ├ťbersterblichkeit:

Demnach gab es in Deutschland in 2020 kaum eine substantielle ├ťbersterblichkeit, jedenfalls weniger als 2018.
In Spanien und England, wo sehr harte, rigide Ma├čnahmen durchgesetzt wurden, gab es jedoch eine erhebliche ├ťbersterblichkeit. In Schweden, mit den schw├Ąchsten Ma├čnahmen nur eine ├ťbersterblichkeit im „Mittelfeld“.

Frage3:
Wie interpretierst Du diese Daten?

Du kannst mehreren Antwortm├Âglichkeiten zustimmen, oder noch eigene hinzuf├╝gen.

Antwortm├Âglichkeiten zu 3:

a) Diese Daten stehen im Widerspruch zur allgemeinen Berichterstattung.
b) Diese Daten zeigen, dass wir in Deutschland „Gl├╝ck“ hatten.
c) Die Daten legen nahe, dass die Ma├čnahmen einen untergeordneten Einfluss auf die ├ťbersterblichkeit haben.
d) Die WHO und die ECDC sollten EuroMOMO nicht mehr unterst├╝tzen, das sind doch bestimmt Fakenews.
e) Die Daten legen nahe, dass die Gef├Ąhrlichkeit der Corona- Pandemie ├╝berbewertet wird. Wichtiger als ‚Ma├čnahmen der Kontaktbeschr├Ąnkung‘ k├Ânnte beispielsweise ein gut funktionierendes Gesundheitssystem sein.
f) In meinem pers├Ânlichen Umfeld werden diese Daten kaum zur Kenntnis genommen.
g) Die 2. Welle wird wohl etwas ├╝bersch├Ątzt.

Frage 4 – Konsequenzen

Worum es geht:
Unabh├Ąngig davon, wie wichtig Dir diese Fragen erscheinen und wie Du sie beantwortest, interessiert es mich sehr, ob Du aus Deinen Erfahrungen 2020 Konsequenzen f├╝r Dich pers├Ânlich ableitest.

Frage4:
Ziehst Du pers├Ânlich Konsequenzen aus dem was Du im Zusammenhang mit Corona erlebt hast?

Du kannst, wie immer, mehreren Antwortm├Âglichkeiten zustimmen und nat├╝rlich noch eigene hinzuf├╝gen.

Antwortm├Âglichkeiten zu 4:

a) Leute, die solche Fragen stellen, sind f├╝r mich Covidioten. Solche Fakenews geh├Âren verboten. Das RKI und die WHO sagen ganz andere Dinge als das was Du da vermutlich frei erfunden hast.
b) Ich glaube Du bist zu kritisch. Glaub‘ keiner Statistik, die Du nicht selbst gef├Ąlscht hast. Deine Fragen sind f├╝r mich bedeutungslos. Daher ziehe ich auch keine weiteren Konsequenzen.
c) Deine Fragen haben mir zu denken gegeben, aber ob ich daraus Konsequenzen ziehe, kann ich noch nicht sagen.
d) Ich w├╝rde mich gerne ausf├╝hrlicher mit Dir unterhalten.
e) Ich sehe das Thema aus politischer und gesundheitlicher Perspektive kritisch, aber tun kann man da eh‘ nix.
f) Ich werde mein Wahlverhalten bei den n├Ąchsten Wahlen ├Ąndern, weil ich glaube, dass das einen Einfluss hat und sich etwas ├Ąndern sollte.
g) Ich w├╝rde gerne etwas sinnvolles tun, aber mir f├Ąllt nix vern├╝nftiges ein.
h) Ich habe schon pers├Ânliche Konsequenzen gezogen, aber die gehen Dich nix an.

Ich w├╝rde mich wirklich ├╝ber alle ehrlichen Antworten freuen – bitte per Email an stefan@bernauers.de – nat├╝rlich bekommt Ihr auch eine R├╝ckmeldung von mir, es sei denn, Ihr schreibt rein, dass Ihr das nicht wollt. . .

Herzliche Gr├╝├če,

Stefan

Nachtrag vom 27.01.2021:
Nachdem ich 240 „Facebook- Freunden“ diese Fragen gestellt habe und bisher nur 1 Antwort erhalten habe, d├╝rfte klar sein, dass dieses Thema ein hei├čes Eisen ist, beim dem die gro├če Mehrheit am liebsten schweigt. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass jeder betroffen ist.

Ich schiebe noch eine Frage nach, falls das doch noch mal jemand liest und Lust hat zu antworten. . .
Es h├Ątte mich auch zu dieser Frage sehr interessiert, wie die Leute denken:

Frage 5 – Intensivbetten:

Worum es geht:
Sieh‘ Dir die folgenden Daten an – Quelle

Frage 5:
Wie erkl├Ąrst Du Dir, dass die Anzahl der belegten Betten das ganze Jahr ├╝ber fast gleich geblieben ist, obwohl der Anteil der Covid 19 F├Ąlle fast auf 6000 gestiegen ist und weshalb ist die Anzahl der freien Betten gesunken?

Ich gebe hier keine Antwortm├Âglichkeiten mehr vor, es antwortet ja sowieso niemand. . .
Falls Du das Dennoch irgendwann beantworten willst, schreib‘ mir einfach per Email wie Du das siehst.

Der Altenbacher Spielplatz

Dieser Artikel ist noch nicht fertig geschrieben – es kann noch ├änderungen geben und auf jeden Fall kommt noch was dazu, denn das Thema wird erst beendet sein, wenn der Spielplatz saniert wurde. . .

Der Ausgangspunkt

Einige Altenbacher B├╝rgerinnen machten bereits im Fr├╝hjahr 2018 die Stadt darauf aufmerksam, dass der „heruntergekommene“ Spielplatz am Zehntberg seit Jahren ein dr├Ąngendes Problem ist. Unter anderem sammelten sie Unterschriften z.B. auf der Altenbacher Kerwe 2018.
Es ist einerseits schade, dass es so weit kam, dass man erst Unterschriften sammeln muss, bevor sich etwas tut,
andererseits ist es ein tolles Beispiel daf├╝r, dass es sich lohnt, wenn B├╝rger etwas tun, denn es kam Bewegung in die Sache.

Vielleicht gelang das auch deshalb, weil Schriesheim Spielstadt werden sollte? Dar├╝ber berichtete die RNZ am 30.09.2018.
In diesem Zusammenhang gelang es Rolf Schwarz, Professor f├╝r Bewegungsp├Ądagogik an der PH Karlsruhe, mit der Stadtverwaltung zusammen, das Projekt „Spielplatz Mozartstrasse“ in Angriff zu nehmen.
Dazu gab es am 4. Oktober 2018, einen Infoabend im gro├čen Sitzungssaal des Rathauses f├╝r alle Anwohner zwischen Rindweg, Mozartstra├če und B 3. Dort konnten sich die Besucher einbringen. Vorbildlich.
Behalten wir das mal im Hinterkopf. . .

Erste ├Âffentliche Begehung

Der f├╝r den Spielplatz Mozartstra├če bereits aktive Rolf Schwarz, kam als Fachmann f├╝r Spielpl├Ątze im November 2018 zu einer ├Âffentlichen Begehung nach Altenbach und best├Ątigte, dass hier einiges getan werden k├Ânnte und sollte.
Die Bereitschaft der Stadt etwas zu tun war geweckt – jedoch die Planung geriet in’s Stocken.

Altlasten

Wie inzwischen ├Âffentlich wurde, sind bereits vor Jahrzehnten Fehler seitens der Stadt gemacht worden, die nun zu “v├Âllig ├╝berraschenden“ Problemen f├╝hrten:
Ein Teil des Spielplatzes geh├Ârt n├Ąmlich nicht der Stadt, sondern einem Altenbacher B├╝rger.
Seine Grundst├╝cksgrenzen wurden damals in erheblichem Ma├če ├╝berbaut.
Er duldete die kostenlose Nutzung seines Grundes als Teil des Spielplatzes. Die Stadt hatte ihm 1995 einen separaten Weg zugesagt, der allerdings nie gebaut wurde und „so kam es zu der kuriosen ‚L├Âsung‘, dass er den Spielplatz ├╝berqueren musste.“ Quelle: RNZ vom 01.12.2020

Rein rechtlich m├╝sste es f├╝r solche F├Ąlle wohl einen „Gestattungsvertrag“ geben – aber vor Jahrzehnten (und bis vor kurzem) hat sich um solche Feinheiten niemand gek├╝mmert. 
Jedenfalls ist nach heutiger Sicht dieses „Durchfahrtsrecht“ eine Gef├Ąhrdung der Kinder und auch die Nutzung des privaten Grundst├╝cks kann der B├╝rgermeister nach eigener Aussage nicht erlauben, da er sonst selbst Haftungsprobleme bekommt, falls einem Kind dort etwas passiert.
Das gleiche Problem sieht auch der Nachbar, wenn er dort durchf├Ąhrt.
Eine Renovierung ohne L├Âsung dieser Problematik ist also nicht m├Âglich.

Zweite ├Âffentliche Begehung 24.10.2019

Gemeinderat Christian Wolf von den Gr├╝nen hatte am 24.10.2019 zu einer weiteren Begehung eingeladen.
B├╝rgermeister H├Âfer sollte die Problematik aus Sicht der Verwaltung den Eltern erkl├Ąren.

Christian Wolf nutze die Chance, sich nach Jahren der Unt├Ątigkeit f├╝r den vernachl├Ąssigten Spielplatz zu engagieren.

Wer sich, wie die BgS, nicht nur f├╝r die Sache, sondern auch f├╝r die politischen Hintergr├╝nde interessiert, der wird sich fragen, warum es gerade Herr Wolf war, der zur 2. Begehung einlud.
Interesse am Spielplatz gab‘ es ja offensichtlich auch bei anderen Ortschaftsr├Ąten.
Beispielsweise sind Frau Malmberg- Weber und Herr Beckenbach auf dem Bild im RNZ Bericht vom 26.10.2019 gut zu erkennen.
Darauf werden wir noch zur├╝ckkommen.

Bei diesem Termin gab es unterschiedliche Sichtweisen bei einigen B├╝rgern und Herrn H├Âfer und Herrn Wolf.

(Ich erinnere mich auch deshalb so genau, weil ich bei beiden Treffen dabei war und mich mit den Initiatorinnen der Unterschriftenaktion und dem Nachbarn unterhalten habe. . .
Die unterschiedlichen Sichtweisen kenne ich zwar bei mehreren B├╝rgern, aber ich war nach meiner Wahrnehmung der einzige, der sie auch ├Âffentlich formulierte, was Herrn Wolf zu der Frage brachte: „Warum honorieren sie unsere Bem├╝hungen nicht?“
Die Frage ist unberechtigt. Ich honoriere Bem├╝hungen, aber ich kritisiere es, wenn man Dinge verschweigt, oder vergisst, oder ├Âffentlich einen falschen Eindruck erzeugt – auch darauf komme ich noch zur├╝ck. . . )

W├Ąhrend H├Âfer und Wolf meinten, die Probleme seien erst im M├Ąrz 2019 beim schon fortgeschrittenem Planungsprozess dem zust├Ąndigen Sachbearbeiter aufgefallen, erinnern sich einige B├╝rger an das Treffen im November 2018, bei dem bereits vom „Durchfahrtsrecht“ die Rede war und auch schon der Vorname des Nachbarn „von oberhalb“ fiel.
Diese Sicht wird auch vom Nachbarn gest├╝tzt, der der RNZ erkl├Ąrte, dass das der Stadt bereits seit 2017 bekannt war.

W├Ąre „Schlamperei“ ein brauchbarer Begriff f├╝r derartige Zust├Ąnde?
Vielleicht, aber nur kombiniert mit einer erheblichen Portion Vergesslichkeit.
So zitiert die RNZ H├Âfer am 26.10.2019 folgenderma├čen:
B├╝rgermeister H├Âfer zeigte sich ├╝berrascht. „Das ist ein absolutes Unding“, sagte er. H├Ątte er schon fr├╝her davon gewusst, h├Ątte er den Spielplatz sperren lassen.
Auch wenn das stimmt, so musste es doch zumindest die Verwaltung wissen. Sie h├Ątte es dem BM mitteilen m├╝ssen und seine Aufgabe ist es die Verwaltung zu kontrollieren.
Ein wenig kritisch sehen wir diese Geschichte schon, auch wenn es sich hier nur um ein relativ kleines Problemchen handelt. Kleine Probleme neigen dazu zu wachsen, wenn man sie nicht l├Âst. Und Probleme, die man nicht kritisiert, sondern unter den Teppich kehrt, bleiben nun mal ungel├Âst.

Auch eine m├Âgliche Erweiterung des Spielplatzes durch Zukauf eines Teils des Grundst├╝cks neben dem Spielplatz, das einem weiteren Altenbacher B├╝rger geh├Ârt, wurde im November 2018 schon angesprochen, aber niemand kannte den Namen des Besitzers.
Warum es einen weiteren Termin brauchte, um den B├╝rgermeister auf die Idee zu bringen diesen Nachbarn mal anzusprechen, konnten einige der B├╝rger auch nicht so recht nachvollziehen. Das hat der B├╝rgermeister dann am 24.10.2019 aber zugesagt.

Ergebnis des Treffens:
Die B├╝rger schenken der Stadt erneut das Vertrauen, dass an diesem Problem mit dem gebotenen Nachdruck gearbeitet wird. Die bevorzugte L├Âsung, w├Ąre eine Vergr├Â├čerung zur Seite (wenn der entsprechende Nachbar zu einem Teilverkauf bereit ist). Wenn das nicht geht, kommt es wohl notwendigerweise zu einer Verkleinerung des Spielplatzes, dann aber hoffentlich wenigstens zu einer ordentlichen Renovierung.

Spielger├Ąte abgebaut – Mai 2020

Trist, trister, Altenbacher Spielplatz – unter dieser ├ťberschrift beschreibt die RNZ die Situation.

F├╝r die B├╝rger nun wirklich ├╝berraschend, wurden fast alle Spielger├Ąte abgebaut.
Die offizielle Begr├╝ndung der Stadt ist der T├ťV.

Ansonsten gibt es noch immer keine L├Âsung f├╝r die rechtlichen Probleme mit der Haftung und dem ├ťberfahrtsrecht. . .
Wie lange so etwas wohl dauern kann?

Daneben erf├Ąhrt man aus dem Artikel noch von einem B├╝rger Altenbachs, dass die Erneuerung des Spielplatzes schon seit 20 Jahren ein Thema ist, aber die Stadt seither alles ‚vermurkst‘ hat.
Auch eine andere Fl├Ąche „Am Zehntberg“ war im Gespr├Ąch, aber dagegen gab es im Ortschaftsrat Vorbehalte.
Wir haben ├Ąhnliches von verschiedenen B├╝rgern geh├Ârt. Da uns offizielle Quellen noch fehlen, berichte ich das hier nur im Nebensatz. . .

Dass wirklich der T├ťV die Demontage veranlasst hat, bezweifelt zumindest Herr Stadtm├╝ller, wie die RNZ in einem weiteren Artikel berichtet.
Sein Argument ist, dass der T├ťV 2019 vor Ort war und wenn da M├Ąngel festgestellt worden w├Ąren, dann h├Ątte man doch nicht erst im Mai 2020 die Ger├Ąte abgebaut.

Jedenfalls sind rechtliche Probleme, im Zusammenhang mit den Altlasten der Stadt auch eine m├Âgliche Erkl├Ąrung.
Nachdem der B├╝rgermeister ja nun nicht mehr bestreiten kann, von diesen Problemen Kenntnis zu haben, w├Ąre er in der Haftung, wenn etwas passiert. Das k├Ânnen wir so weit nachvollziehen – allerdings sollte er das dann auch so sagen und nicht den T├ťV als Erkl├Ąrung vorschieben, es sei denn, der hat das tats├Ąchlich zu verantworten – wir haben nachgefragt, aber bislang keine Antwort erhalten. . .

Auch die Behauptung der Stadt, dass die Gespr├Ąche mit dem Nachbarn gut laufen w├╝rden, bezweifelte Herr Stadtm├╝ller. Und dieser Zweifel war durchaus berechtigt, wie sich inzwischen gezeigt hat. . .

Zwischenstand 18.08.2020

Die RNZ berichtet:

├ťber die abgebauten Spielger├Ąte wurde auch Dr. Kraus nicht informiert. dem Anwohner geht es demnach einfach nur um den ungehinderten Zugang zu seiner Wiese.
Die Stadt tue sich indessen, so Kraus „schwer, die Kuh vom Eis zu bringen“. Sein Vorschlag: Man verkleinert den Spielplatz ein wenig, um einen kleinen Feldweg zur Wiese zu bauen. Damit kollidiert er mit den Pl├Ąnen der Gr├╝nen Liste: Die habe, so Kraus, „versprochen, hier einen Abenteuerspielplatz einzurichten“. Dabei sei klar, dass das nicht gehe. Ihm selbst seien ordentliche Ger├Ąte f├╝r kleinere Kinder wichtiger als eine gro├če repr├Ąsentative Anlage f├╝r Sch├╝ler.

Es scheint also mal wieder „politische Motivationen“ im Hintergrund zu geben. Das kann uns zwar kaum noch ├╝berraschen, aber gefallen muss es uns nicht.
Wenn auch hier wieder politische Streitereien der Hintergrund f├╝r ein kaum nachvollziehbares Verhalten sind, dann w├Ąre das nicht nur f├╝r die Kinder, sondern auch f├╝r das gesamte politische Zusammenleben in Altenbach ein Armutszeugnis.

Aus meiner pers├Ânlichen Sicht und ├╝ber nichts anderes schreibe ich hier auf meinem Blog, ist es genau so und das ist der Grund, warum ich ├╝berhaupt politisch aktiv wurde.
Ich habe keine Lust mehr diesen Spielchen unkommentiert zuzusehen.
Dummerweise bedeutet das, dass ich in der ├ľffentlichkeit als jemand wahrgenommen werde, der nun bei diesen Spielchen auch noch mitspielt. Das w├Ąre anders, wenn mehr B├╝rger mitspielen w├╝rden, dann k├Ânnten wir politische Entscheidungsprozesse anders gestalten.
Aber da fehlt es noch an aktiver Unterst├╝tzung von B├╝rgerseite. Aber ich schweife ab – zur├╝ck zum Spielplatz. . .

Ortschaftsrat 28.09.2020

Auf Anfrage interessierter B├╝rger, sagte BM H├Âfer, dass er davon ausgehe, dass im Fr├╝hjahr 2021 mit dem Bau des Spielplatzes begonnen werden k├Ânne. Hier zum Nachlesen ab S. 13
Er sagte auch, dass es mit dem Nachbarn noch keine Einigung g├Ąbe.
Merke: ‚Gut laufende Verhandlungen‘ bedeuten in Schriesheim noch lange keine Einigung. . .

Mitteilungsblatt Nr 40 vom 30.09.2020

Mitteilungsblatt Nr 41 vom 07.10.2020

Altenbacher Spielplatz: Im Fr├╝hjahr 2021 rollen die Bagger

┬ů das best├Ątigte uns B├╝rgermeister H├Âfer in der Ortschaftsratssitzung in Altenbach am 28. September. Die Antwort fiel knapp aus, aber er versprach auf Nachfrage, dass die Planung f├╝r den Spielplatz im kommenden Winter und die Bauausf├╝hrung im Fr├╝hjahr 2021 stattfinden soll.
[…]
Als B├╝rgergemeinschaft werden wir im Laufe der n├Ąchsten Monate bei der Stadt nachhaken, um den aktuellen Stand des Planungsfortschritts an die Eltern kommunizieren zu k├Ânnen.

Email der BgS an BM H├Âfer 16.11.2020

Sehr geehrter Herr B├╝rgermeister H├Âfer,

mit Begeisterung haben wir in der Ortschaftsratssitzung im September geh├Ârt, dass unser Spielplatz in Altenbach den Kindern ab dem Fr├╝hjahr 2021 wieder mit neuen Ger├Ąten zur Verf├╝gung steht.
Viele B├╝rger sind dem Bauzeitpunkt gegen├╝ber skeptisch.
Deshalb wenden wir uns als Vertreter der B├╝rger heute an sie, mit der Bitte, uns weitere Ausk├╝nfte ├╝ber die vorangeschrittene Planung zur Verf├╝gung zu stellen.

Folgende Meilensteine des Projektes interessieren die B├╝rger am meisten:
– Anfang und Ende der Planungsphase
– Ausschreibungstermin und Termin der Submission/Vergabe falls erforderlich bzw. k├Ânnen vorhandene Rahmenvertr├Ąge genutzt werden?
– Zeitpunkt Baubeginn und Inbetriebnahme

Au├čerdem besch├Ąftigt uns die Aussage zur kaufm├Ąnnischen Abwicklung. Sind die Planungskosten f├╝r 2020 gesichert? Ebenso die Mittel f├╝r die Bauausf├╝hrung in 2021?

Wir freuen uns auf eine R├╝ckmeldung von ihnen, die wir an die doch vielen interessierten B├╝rger weitergeben k├Ânnen, bis Mitte n├Ąchsten Monats.

Cornelia Bernauer

Herr Sch├Ąfer antwortet am 17.11.2020

Sehr geehrte Frau Bernauer,

vielen Dank f├╝r Ihre Anfrage. Gerne informiere ich Sie ├╝ber den aktuellen Sachstand. Mittlerweile wurde die Zufahrtsproblematik zum Nachbargrundst├╝ck gekl├Ąrt, wof├╝r auch eine Wegeplanung vorliegt. Auf Grundlage dieser Planung soll nun eine neue Spielplatzkonzeption erstellt werden, was dann letztendlich unser Grundger├╝st f├╝r das Vergabeverfahren ist. W├Ąhrend die Konzeption durch Professor Schwarz erfolgt, werden die weiteren Schritte durch eine externe Landschaftsarchitektin in Zusammenarbeit mit der Stadt Schriesheim abgearbeitet.  Genaue Termine sind hierf├╝r nicht absehbar, jedoch kann man hinsichtlich der Erstellung der Vergabeunterlagen und der Durchf├╝hrung des Verfahrens von zirka 3 Monaten ausgehen. Rahmenvertr├Ąge finden bei Bauvorhaben in der Regel keine Anwendung. Im Anschluss an das Verfahren ist noch ein Gemeinderatsbeschluss zwecks Vergabe des Auftrags an den wirtschaftlichsten Bieter erforderlich. Die notwendigen Mittel werden f├╝r das Kalenderjahr 2021 bereitgestellt. Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe f├╝r R├╝ckfragen gern zu Ihrer Verf├╝gung.

Mit freundlichen Gr├╝├čen
i.A. Patrick Schmidt
Bauamt

Ob unsere Berichte im Mitteilungsblatt, oder unsere Emails an BM H├Âfer etwas damit zu tun hatten, ist wohl nur eine vage Hoffnung, aber sicher ist, dass es in der Folge zu einem bemerkenswerten Aktionismus kam:

Mitteilungsblatt Nr 48 vom 25.11.2020

Die Gr├╝ne Liste Altenbach, verk├╝ndet auf S. 22 die guten Neuigkeiten: „Stadt und Nachbar haben eine L├Âsung gefunden.“
Ob das so ganz korrekt ist, sei dahingestellt. L├Âsungen kann man viele gefunden haben, aber geeinigt hat man sich erst dann, wenn beide Seiten davon wissen. (Dazu im n├Ąchsten Abschnitt mehr. . . )

Achtung Ironie:
Und wie wir das von den Gr├╝nen aus der B├╝rgerwerkstatt schon kennen, wird bei Ihnen B├╝rgerbeteiligung richtig gro├č geschrieben:
„Nat├╝rlich werden auch Vorstellungen der Eltern mit einflie├čen. Allerdings kann es in Corona- Zeiten keine gro├če Versammlung mit vielen Menschen vor Ort auf dem Spielplatz geben. Die Beteiligung ist deshalb ├╝ber eine Videokonferenz geplant. Alle Elternvertreter des Kindergartens und der Grundschule werden dar├╝ber genau informiert. „

So hoffen die Gr├╝nen, dass der Spielplatz im 2. Quartal 2021 neu gestaltet wird. Und da hoffe ich mit. . .

01.12.2020 RNZ

L├Âsung f├╝r Spielplatz gefunden – Doch Nachbar wei├č nichts davon

In rechtlich trockenen T├╝chern ist noch nichts.
Die Einigung wird aber sicher kommen, denn der Nachbar hat ebenso wie alle Beteiligten ein Interesse daran, dass dieses Problem endlich gel├Âst wird. Aber offensichtlich gibt es im Hintergrund viel Streit.

Die erste Ursache sind nat├╝rlich die Altlasten.
Aber wenn sich die Einigung so lange hinzieht, dann muss es noch mehr Gr├╝nde geben.

Bei der ersten Planung 2019, wurde der Nachbar schlicht „vergessen“ und das, obwohl eigentlich alle davon wussten. . .

Es sollte es einen „Abenteuerhang“ geben, doch dort kommt jetzt die Zufahrt hin.
Es gab‘ andere Vorschl├Ąge f├╝r die Zufahrt von Seiten des Nachbarn, die aber von der Stadt abgelehnt wurden.
Hier fehlen uns Informationen ├╝ber das warum.

Einen Teil der Kosten will der Eigent├╝mer sogar selbst tragen, obwohl er f├╝r die Situation gar nicht verantwortlich ist – die Stadt hat sein Grundst├╝ck ja damals einfach ├╝berbaut.
Kosten f├╝r Pl├Ąne sind ihm bereits entstanden.

Wegen des „hervorragenden Verhandlungsgeschicks“ der Stadt, laufen die Verhandlungen nur noch per Anwalt.
Und: „Die Frist zur Antwort und Weiterverfolgung offener Punkte ist f├╝r die Stadt Schriesheim im November abgelaufen, der Termin zum finalen Gespr├Ąch steht noch aus“.

Ein Hammer, man l├Ąsst eine Frist verstreichen und Wolf teilt die Einigung mit. . .

Was l├Ąuft denn hier ab? Es wird ja immer bunter:

Auf RNZ- Anfrage best├Ątigt H├Âfer, dass er Wolf die Pl├Ąne des Nachbarn ├╝bergeben habe:
„Herr Wolf ist in seiner Funktion als Ortschaftsrat und Gemeinderat seit Beginn die Kontaktperson zu den Eltern. Die Planung der neuen Grundst├╝cksgrenzen wurde zur Neuplanung des Spielplatzes von mir an Herrn Wolf weitergeleitet, um mit den Eltern eine Neuplanung zu erarbeiten.“

Wer hat Wolf wann zur Kontaktperson gemacht?
Diese Frage stellen wir uns ja schon l├Ąnger. . .

Wolf rechtfertigt sein Vorgehen:
„Als Ortschaftsrat und Vertreter der Altenbacher im Gemeinderat versuche ich seit zwei Jahren, eine L├Âsung f├╝r den maroden Spielplatz zu erwirken. Das Thema hat f├╝r die Gr├╝ne Liste hohe Priorit├Ąt, weshalb ich mich regelm├Ą├čig bei der Stadt erkundigt habe, wie der Stand ist. Wir wollen nicht weiter abwarten und riskieren, dass der Spielplatz auch im n├Ąchsten Sommer wieder abgesperrt und kaum benutzbar ist.“

Herr Wolf ist hier doch gar nicht die handelnde Person.
Hier geht es doch um rechtliche Fragen zwischen der Stadt und einem Grundst├╝ckseigent├╝mer.
Die Gr├╝ne Liste sind auch nicht die einzigen, f├╝r die der Spielplatz eine hohe Priorit├Ąt hat.
Das gilt f├╝r alle.
Manchmal ist es vielleicht besser sich nicht einzumischen. . .

Herr Wolf spielt sich mit Unterst├╝tzung von BM H├Âfer in den Vordergrund.
Sehr geschickt hat er aber die Eltern, die die Unterschriften- Aktion gestartet haben (oder einen Teil davon?), f├╝r die Gr├╝ne Liste Altenbach begeistern k├Ânnen.
Sie waren auf den Wahlplakaten zu sehen.
So wurde er also zur Kontaktperson und H├Âfer gibt ihm die Pl├Ąne eines B├╝rgers weiter, mit dem sie noch in einer rechtlichen Auseinandersetzung ist, ├╝ber die noch keine Einigung erzielt wurde.
Offen gestanden ist das kein Hammer mehr, sondern eher ein ganzer Werkzeugkasten.

Politische ├ľffentlichkeitsarbeit f├╝r die Gr├╝nen ist das und zwar mit Mitteln die Au├čerhalb der Aufmerksamkeit der ├ľffentlichkeit ablaufen und ├╝ber die jeder Rechtsanwalt nur den Kopf sch├╝tteln kann.

Die RNZ schreibt:
Wolfs Engagement f├╝r den Spielplatz r├╝hrt vom Herbst 2018, als er von Eltern gefragt wurde, ob er sich f├╝r dessen Sanierung einsetzen w├╝rde;
Das wird sicher stimmen, wenn da aber von dem Treffen auf dem Spielplatz die Rede ist, dann ist es nicht ganz korrekt.
Das darf ich wohl behaupten, denn ich war dabei ÔÇô Herr Wolf hat sich angeboten und niemand hat nein gesagt, aber dass die Eltern ihn gefragt h├Ątten erinnere ich mich nicht – diejenigen, die zur Gr├╝nen Liste geh├Âren, haben zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht gefragt, aber ob das damit gemeint ist?
Die Eltern wollten und wollen die Sanierung des Spielplatzes. Wer sich daf├╝r einsetzt, ist ihnen v├Âllig egal.
Je mehr, desto besser.
Eigentlich stehen alle dahinter, nur spielen sich nicht alle ├Âffentlich mit ziemlich fragw├╝rdiger Unterst├╝tzung des B├╝rgermeisters so auf wie Herr Wolf.

Die RNZ schreibt auch:
Bei einem weiteren Vor-Ort-Termin mit B├╝rgermeister H├Âfer im Herbst 2019 baten die Eltern Wolf, die Verhandlungen mit dem Nachbarn in Richtung eines Teil-Grundst├╝ckstauschs zu f├╝hren, damit der Spielplatz nicht kleiner wird.
Diese Darstellung stimmt einfach nicht ÔÇô Ich war doch dabei.
Es war H├Âfer, der den Eltern versprach sich mit dem seitlich angrenzenden Nachbarn in Verbindung zu setzen.
Dass Herr Wolf von den Eltern gebeten wurde, mit dem Nachbarn mit der Eigentums- und Durchfahrtsproblematik zu verhandeln ist ein schlechter Witz.
Falls das so war, dann waren es wenige Eltern und die haben zu einem Zeitpunkt gefragt, an dem ich das nicht h├Âren konnte.
Au├čerdem gab es ja nie Verhandlungen zwischen dem Nachbarn und Herrn Wolf – das ist ein offensichtlicher Versuch purer Propaganda. Das kann jeder bemerken, wenn er weiterliest:

Anfang dieses Jahres gab es dann die ersten Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Nachbarn, „an denen ich nicht beteiligt war“, so Wolf.
Das ist korrekt.

Die Darstellung des Eigent├╝mers ist belegbar:
„Seit Mai f├╝hre ich Gespr├Ąche mit der Stadt nur noch mit Anwalt und Protokoll. Im Mai waren pers├Ânliche Gespr├Ąche wieder gescheitert, weil die Stadt eine Planung f├╝r eine separate Zufahrt nicht durchf├╝hren wollte. Ich habe diese ├╝bernommen, um das Thema endlich vom Tisch zu bekommen und den Spielplatz endlich konfliktfrei zu haben. Im Oktober 2020 haben wir eine Variante gew├Ąhlt, die wir weiterverfolgen wollen.“

Wolf erkl├Ąrt: „Auf Nachfrage informierte mich B├╝rgermeister H├Âfer, dass auf Grundlage dieses Planes nun der Spielplatz ÔÇô kleiner als vorher ÔÇô neu geplant werden k├Ânne. Ich bat darum, die Vorplanung gemeinsam mit Prof. Schwarz und den Eltern abzustimmen, damit auf dieser Grundlage dann der Plan von einer Landschaftsarchitektin f├╝r die Stadt gemacht werden k├Ânne, einschlie├člich der Ausschreibung.“

Das ist glaubhaft: Herr Wolf bat darum und Herr H├Âfer kam der Bitte nach.
Den Eltern ist es egal wer da was macht, Hauptsache es wird endlich was gemacht.

Hier ist der Eigent├╝mer ÔÇô siehe oben ÔÇô sauer: „Dass Wolf meine privaten Bauunterlagen in Besitz nimmt und weitergibt, ist unfassbar. Und dass der B├╝rgermeister, ohne nachzufragen und ohne meine Kenntnis, meine Unterlagen an Herrn Wolf herausgibt, macht mich fassungslos.“ Er findet eher, dass sich die Stadt l├Ąngst nicht so eingesetzt hat, um die Sache zu einem guten (oder g├╝tlichen) Abschluss zu bringen, wie behauptet werde.

Die Position des Eigent├╝mers ist f├╝r mich wesentlich glaubhafter. Und ich befasse mich mit diesem Thema ja nun auch schon ziemlich lange. . .

Und jetzt? Wolf berichtet: „Es gab ein Treffen mit Prof. Schwarz, Christiane Baldermann als Vertreterin der Eltern, und mir auf dem Spielplatz, um die W├╝nsche der Eltern mit Prof. Schwarz zu besprechen. Prof. Schwarz wird eine Vorplanung machen, die dann unter den Eltern besprochen wird. Es ist eine Videokonferenz zur finalen Absprache aller Beteiligten geplant.“

Ich bin gespannt wer nach Herrn Wolf zu den Beteiligten z├Ąhlt.
Ich z├Ąhle mindestens alle Eltern die 2018 unterschrieben haben, den Nachbarn und die Ortschaftsr├Ąte dazu.

Ein zweiter Artikel in der RNZ direkt nebendran, l├Ąsst auch den Ortsvorsteher Kraus zu Wort kommen:

Ortsvorsteher Kraus wurde bisher kaum in die Bem├╝hungen um eine L├Âsung f├╝r den Spielplatz im Ortsteil eingebunden. Auf RNZ- Nachfrage best├Ątigte er zwar, dass ihn B├╝rgermeister H├Âfer vor etwa 2 Wochen telefonisch ├╝ber den Stand der Dinge informiert habe (Das ist zuf├Ąllig ziemlich genau, als wir unsere Email an Herrn H├Âfer geschickt haben. . .) – n├Ąmlich, dass sich in Gr├╝ndz├╝gen eine Einigung ├╝ber einen Zugang des Grundst├╝ckbesitzers zur Wiese abzeichne, die aber noch nicht vertraglich fixiert sei.

Aber er wisse zugleich aus Gespr├Ąchen mit dem Betroffenen: ÔÇ×Eine endg├╝ltige Einigung hat es noch nicht gegeben. Da ist noch viel zu kl├Ąren, gerade was die Finanzierung und die Ausschreibung des Weges angeht.ÔÇť Insofern sei die Darstellung von Wolf, KrausÔÇś altem Kontrahenten aus dem Ortschaftsrat, ein Durchbruch sei erreicht, ÔÇ×so nicht korrektÔÇť und ÔÇ×nicht seri├ÂsÔÇť: ÔÇ×Das sind bisher nur Behauptungen oder Halbwahrheiten.ÔÇť

Zudem finde er es ÔÇ×bedenklichÔÇť, dass BM H├Âfer an Wolf die Planungsunterlagen f├╝r den Spielplatz samt der neuen Grundst├╝cksgrenzen weitergegeben habe und die nun im Ortsteil zirkulierten. Damit w├╝rden nicht nur die Grenzen zwischen Kommunalpolitik und Stadtverwaltung verwischt – ÔÇ×meiner Meinung nach ein starkes St├╝ckÔÇť -, sondern auch das Vertrauen des Grundst├╝ckseigent├╝mers in die Stadtverwaltung ersch├╝ttert, und Wolf habe so mitnichten die Sanierung des Spielplatzes beschleunigt: ÔÇ×Er hat mit diesem Vorgehen eher das Gegenteil erreicht: Die Sache wird sich weiter hinziehen.ÔÇť Seiner Auffassung nach sei die Einigung mit dem Grundst├╝cksbesitzer und dann die Sanierung des Spielplatzes Sache der Stadtverwaltung und des gesamten Ortschaftsrats ÔÇô und nicht eines einzigen Mitglieds, also Wolfs.

Dessen Vorsto├č erkl├Ąrt sich Kraus so: ÔÇ×Damit soll wieder ein Erfolg verk├╝ndet werden, um zu zeigen, was die Gr├╝nen wieder alles f├╝r Altenbach geleistet haben.ÔÇť

Hier kann ich Dr. Kraus nur zustimmen.

Mitteilungsbl├Ątter

hier fehlt noch einiges – ich bin noch nicht dazugekommen, das hier reinzuschreiben – finde aber es geh├Ârt dazu. . .

Die Videokonferenz

am 18.12.2020 fand die Videokonferenz statt.
Eingeladen wurde per WhatsApp in den Elterngruppen – es k├Ânnte noch weitere Einladungen, z.B. per Facebook, gegeben haben, f├╝r Hinweise bin ich dankbar.
Die RNZ durfte trotz Anfrage nicht teilnehmen, wie Herr Wolf mitteilte.

Der Vorschlag zur Videokonferenz ging nach der WhatsApp Nachricht von Prof. Schwarz aus. Die Pr├Ąsentation lief auf den Servern der P├Ądagogischen Hochschule Karlsruhe.

Wer die Teilnehmerzahl aus „technischen und didaktischen Gr├╝nden“ auf 25 begrenzt hat, geht aus der Einladung nicht hervor.

Ich habe schon an Video- Konferenzen mit deutlich mehr Personen teilgenommen und kann die technischen und didaktischen Gr├╝nde nicht so recht nachvollziehen, aber die Veranstaltung hat mir dennoch ziemlich gut gefallen.
Es waren auch nur 23 Personen dabei, man kann also behaupten, dass die Begrenzung der Teilnehmerzahl keine Auswirkungen hatte.

Ich bin zwar ├╝berzeugt, dass eine Pr├Ąsenzveranstaltung, wie beim Spielplatz in der Mozartstra├če auch mehr Teilnehmer gehabt h├Ątte, aber hier waren die Corona- Regeln nat├╝rlich nicht gerade zutr├Ąglich.

Prof. Schwarz hat jedenfalls die mangelhafte Versorgung der Altenbacher Kinder mit Spielpl├Ątzen sehr deutlich dargestellt.
Auch sein Entwurf ist sehr vielversprechend.
Seine Pr├Ąsentation wurde im Nachgang von Christiane Baldermann und Herrn Wolf an den Email- Verteiler nachgeliefert. Wann andere B├╝rger diese Pr├Ąsentation erhalten, kann ich nicht sagen.
Vorschl├Ąge der Eltern wurden geh├Ârt und werden sicher auch so weit m├Âglich ber├╝cksichtigt.
Der Mann geh├Ârt in den Gemeinderat – ich w├╝rde ihn jedenfalls w├Ąhlen.
Eine kleine Einschr├Ąnkung muss ich aber machen: Er m├╝sste sich f├╝r die Hintergr├╝nde interessieren. Einer seiner Nebens├Ątze „wenn der Nachbar endlich mal zusagt. . . „, deutet f├╝r mich darauf hin, dass er durch die Zusammenarbeit mit dem B├╝rgermeister und Herrn Wolf wohl etwas einseitig unterrichtet wurde.

Ortschaftsratssitzung am 08.02.2021

Auch hier fehlt offensichtlich noch was. . .

Ich denke, dass der Spielplatz in dieser Sitzung beschlossen wird.
Ich denke aber auch, dass es noch ein paar deutlich Worte in Richtung H├Âfer und Wolf geben sollte.

B├╝rgerWerkstatt Nahversorgung 2

Schon klar, es ist anstrengend sich mit Fakten zu befassen, wo man doch mit wenigen S├Ątzen seine Vorurteile am Leben erhalten kann.
Aber wer verstehen m├Âchte, wie Politik vor Ort funktioniert, kommt an Fakten nun mal nicht vorbei.
Also f├╝r alle, die sich ihre Meinung lieber auf der Basis von Fakten bilden:
(Ein gr├╝nes „hier“ im Text ist ein Link zu den Originalen, falls jemand was nachlesen m├Âchte, oder mir nicht glaubt und die Fakten selbst pr├╝fen m├Âchte. . . )

Fakten:

Ich beginne mit dem Bericht zur Ortschaftsratssitzung Altenbach vom 15. Juni 2020 (komplett nachzulesen: hier ab Seite 13).

Die SPD hatte vorgeschlagen, zu pr├╝fen, ob die leerstehenden R├Ąume in der Hauptstra├če 45 (ehemals Gastst├Ątte „Sonus“) als Dorfladen geeignet w├Ąren.
Der Antrag wurde mit Stimmengleichheit (5 zu 5) denkbar knapp abgelehnt.
Die Ablehnung kam von den Gr├╝nen und der CDU.
Auf Seite 13 des Mitteilungsblatts ist zu lesen, wie sich Frau Epp (Gr├╝ne) ├╝ber „die Initiative“ – n├Ąmlich die B├╝rgerwerkstatt Nahversorgung – an diesem Tag ge├Ąu├čert hat:
„So w├╝rden L├Âsungen von B├╝rgern f├╝r B├╝rger geschaffen werden. Es entstehe dann auch eine berechtigte Hoffnung, dass das so erarbeitete Konzept auch von den B├╝rgern angenommen werde. Deshalb sehe die Gr├╝ne Liste es als kontraproduktiv an, dass sich nun der Ortschaftsrat in diesen Prozess einklinke. Es w├Ąre B├╝rgerbeteiligung erw├╝nscht und es w├Ąre nicht sinnvoll, Entscheidungen ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rger hinweg zu treffen.“ (Hervorhebung von mir, weil ich mich darauf noch beziehen werde. . . )

Auch Herr Reidinger (CDU) machte klar, dass er dem Antrag der SPD nur zustimmen k├Ânne:
„wenn die Initiativgruppe Dorfladen beteiligt sei. Der Ortschaftsrat alleine solle in dieser Sache nichts unternehmen.“

Ich h├Ątte (als aktiver Teilnehmer der B├╝rgerwerkstatt) diese Argumentation sehr gut nachvollziehen k├Ânnen, wenn es um eine Entscheidung gegangen w├Ąre, die der B├╝rgerwerkstatt vorgreift.
Das war beim Antrag der SPD aber ausdr├╝cklich nicht der Fall.
Es ging darum eine „M├Âglichkeit zu pr├╝fen“. Den Entscheidungen der B├╝rgerwerkstatt wird dadurch nicht vorgegriffen.
Es ging darum, n├Âtige Fakten zu besorgen (z.B. will der Eigent├╝mer ├╝berhaupt verpachten, und zu welchem Preis etc. ).

Die B├╝rgerwerkstatt h├Ątte sich auch mit den Fakten, problemlos gegen die ├ľrtlichkeit entscheiden k├Ânnen.

Nun, das war die Situation im Ortschaftsrat am 15. Juni 2020. . .

Ende Juni 2020 (also ungef├Ąhr 2 Wochen sp├Ąter) wurde laut der RNZ vom 13.07.2020 (hier zu finden) ein F├Ârderverein gegr├╝ndet.
„Das neunk├Âpfige Team um den Vorsitzenden Christian Wolf wartet aktuell noch auf die offizielle Zulassung und wird daher voraussichtlich gegen Ende der Sommerferien seine Arbeit aufnehmen.“

Und anscheinend hat dieser F├Ârderverein sehr schnell gearbeitet.

„Altenbach bekommt ein Caf├ę. Dieses wird im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindehauses eingerichtet und soll im Sommer 2021 ├Âffnen. ├ähnlich wie das „mittendrin“ in Schriesheim solle es ehrenamtlich betrieben und ‚ein Ort der Begegnung f├╝r Jung und Alt‘ werden, so J├Ąschke.“

Und wer hat nochmal diesen F├Ârderverein gegr├╝ndet?
Herr Wolf und Frau Epp, von den Gr├╝nen, sowie Pfarrer J├Ąschke, waren da sicher dabei.

Die B├╝rgerwerkstatt wurde am 15.Sept.2020 vor vollendete Tatsachen gestellt.

Widerspr├╝che

Was ist denn mit Frau Epps Argumentation geschehen – es w├Ąre B├╝rgerbeteiligung erw├╝nscht und es w├Ąre nicht sinnvoll, Entscheidungen ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rger hinweg zu treffen?

Gilt das nur f├╝r Antr├Ąge der SPD im Ortschaftsrat, bei denen gar keine relevante Entscheidung getroffen werden soll?
Ist es nun „B├╝rgerbeteiligung“, wenn Herr Wolf (der ja nun mal Ortschaftsrat ist – ebenso wie Frau Epp versteht sich) sich von 8 weiteren Mitstreitern zum Vorsitzenden eines F├Ârdervereins w├Ąhlen l├Ąsst, der dabei hilft der Kirche eine Weiternutzung und teilweise Renovierung des Gemeindehauses zu verschaffen?

Hier wurde unbestreitbar eine Entscheidung vorweggenommen.
Hier wurde weder der Ortschaftsrat (wie beim Antrag der SPD), noch die B├╝rgerwerkstatt vorab informiert. Und es wurden auch nur maximal 9 B├╝rger einbezogen, von denen 2 f├╝r die Gr├╝ne Liste im Ortschaftsrat sitzen.
Dies geschah also ├╝ber die K├Âpfe des restlichen Ortschaftsrats und ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rgerwerkstatt und auch ├╝ber die K├Âpfe aller anderen Altenbacher B├╝rger hinweg, die erst nach den gefallenen Entscheidungen informiert und um Unterst├╝tzung gebeten wurden.

Viele B├╝rger werden sich ├╝ber das geplante Caf├ę freuen.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Wer die Hintergr├╝nde kennt, wird die Vorgehensweise des F├Ârdervereins aber kritisch beurteilen.

Wie es dazu kam war sicher undemokratisch und intransparent (f├╝r manche auch eine schlichte Unversch├Ąmtheit), aber jetzt haben wir doch wenigstens ein Caf├ę.
Ist das nicht ein Grund zur Freude?

Wer au├čer einem Caf├ę in Altenbach keine W├╝nsche hat, darf sich ungetr├╝bt weiter freuen.
Wer aber die Funktionsweise Altenbacher Kommunalpolitik auch nur ann├Ąhernd verstehen m├Âchte, muss sich ein paar Hintergr├╝nde anschauen.

Zu den Hintergr├╝nden geh├Ârt es, dass es von Anfang an (die Stadt hatte dazu auch ein Gutachten in Auftrag gegeben) und von allen Seiten, immer die klare Einsch├Ątzung gab, dass ein Dorfladen mit einem Caf├ę als Treffpunkt kombiniert werden sollte.

Ebenso sollte man auch wissen, dass die Idee einen Dorfladen mit integriertem Caf├ę im ev. Gemeindehaus einzurichten bereits am 25.10.2019, bei der Ortsbegehung von der B├╝rgerwerkstatt ausdr├╝cklich besprochen wurde.
Die Idee wurde verworfen, weil ein Teil der R├Ąume zu diesem Zeitpunkt noch f├╝r die Verwaltungsstelle (zumindest von Ortsvorsteher Dr. Kraus) angedacht waren und der gro├če Raum oben, auch noch f├╝r den Chor und andere Aktivit├Ąten f├╝r die Kirche erhalten bleiben sollte.
Das Interesse „von B├╝rgern f├╝r B├╝rger“ an einer kompletten Nahversorgung inkl. Caf├ę wurde damals, f├╝r das Gemeindehaus, ausgebremst.

Vom F├Ârderverein und der Kirche wurde also, nachdem der B├╝rgerwerkstatt vermittelt wurde, dass das B├╝rgerhaus f├╝r die Nahversorgung als Objekt nicht in Frage kommt, das Gemeindehaus als Caf├ę f├╝r die B├╝rger pr├Ąsentiert.

Die Arbeit der B├╝rgerwerkstatt, wurde dadurch torpediert. Und das von Herrn Wolf und Frau Epp, die von Anfang an bei der B├╝rgerwerkstatt dabei waren und die ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rger nicht mal beim Fl├Â├čer nachfragen wollten.

Das Caf├ę und die Jugendr├Ąume

Nach den Informationen der RNZ geht niemand davon aus, dass sich dieses Caf├ę finanziell rechnet. Es muss ehrenamtlich betrieben werden und f├╝r den Umbau und die Investitionen sind Gelder n├Âtig.
So verzichtet die Stadt auf Parkplatzgeb├╝hren (44.000 ÔéČ) und mietet 2 R├Ąume bei der Kirche f├╝r Jugendarbeit an, allerdings ohne ein Nutzungskonzept daf├╝r zu haben.
Wie hoch die Miete ist, ist mir noch nicht bekannt – Hab‘ ich da was verpasst?

Der Gemeinderat wurde ebenfalls nicht dar├╝ber informiert, dass die Stadt 2 Jugendr├Ąume mieten wird.
Wer hat diese Entscheidung wohl getroffen und zu verantworten?
Informiert wurden die B├╝rger und der Gemeinderat jedenfalls erst im Nachhinein.
Herr H├Ârnle von der RNZ macht hier seiner journalistischen Aufgabe alle Ehre.
Demnach gibt es noch kein Konzept f├╝r diese beiden R├Ąume.
Vielmehr ist „angedacht, die Altenbacher Kinder und Jugendliche vor Ort in die Konzeptionsentwicklung mit einzubeziehen.“
Was mit der B├╝rgerwerkstatt schon mehr als ein Jahr lang zu keinem Ergebnis gef├╝hrt hat, werden die Kinder und Jugendlichen sicher schnell hinkriegen – die R├Ąume stehen ja schon zur Verf├╝gung.

So mancher B├╝rger findet es toll wenn solche Entscheidungen getroffen werden. Es gab z.B. einen Leserbrief dazu in der RNZ:

Das Haar in der Suppe suchen ist demnach nicht konstruktiv und B├╝rger und Gemeinderat vor vollendete Tatsachen zu stellen ist „Politik, wie sie sein sollte“.
Und anscheinend wei├č dieser B├╝rger mehr als der Gemeinderat und die B├╝rgerwerkstatt, denn die Entscheidung ist wohl von B├╝rgermeister H├Âfer getroffen worden – Chapeau – Hut ab. . .

Ich habe das mit der Demokratie und mit „B├╝rgern f├╝r B├╝rger“ wohl falsch verstanden.
Ein guter Herrscher nimmt was in die Hand und entscheidet einfach und dann sind die Vasallen zu Dank verpflichtet.
Ich muss wohl in Sachen Demokratie noch einiges dazu lernen. . .
Wer sich da verwundert die Augen reibt, den kann ich gut verstehen.

Die Finanzierung der Jugendr├Ąume ist (mir zumindest) bisher noch unklar. Es w├Ąre durchaus m├Âglich, dass B├╝rgermeister H├Âfer sein „B├╝rgermeister- Budget“ nutzt, das ihm j├Ąhrlich auch ohne R├╝cksprache mit dem Gemeinderat zur Verf├╝gung steht. Ob es aber eine kluge Entscheidung war, die B├╝rgerwerkstatt, die er doch stets ├Âffentlich unterst├╝tzt hatte zu ├╝bergehen?
Denn auch dort waren die mangelnden M├Âglichkeiten f├╝r Kinder und Jugendliche in Altenbach schon am ersten Abend angesprochen worden.
Aber warum mit den B├╝rgern ein Konzept entwickeln, wenn man selbst entscheidungsbefugt ist?
Warum hat der B├╝rgermeister die B├╝rgerwerkstatt eigentlich auf den Weg gebracht, wenn er dann einfach selbst entscheidet?

F├╝r das Caf├ę (und die Jugendr├Ąume?) gibt es des weiteren F├Ârdergelder (nach der RNZ zwischen 20 und 30 Prozent der Umbaukosten, die auf 120.000 bis 130.000 Euro gesch├Ątzt werden) und es werden nat├╝rlich Spenden f├╝r das Caf├ę gesammelt – nat├╝rlich von den B├╝rgern, die nun also im Nachhinein ihrem Dank, dass endlich etwas f├╝r Altenbach getan wird, mit Spenden Ausdruck verleihen d├╝rfen.
Diese Gelder stehen f├╝r einen Dorfladen nun wohl nicht zur Verf├╝gung. Bei einem Gesamtkonzept Dorfladen mit Caf├ę im Gemeindehaus, h├Ątte man das sicher anders organisieren k├Ânnen.

Nat├╝rlich geh├Ârt es auch zu den Hintergr├╝nden, dass in der B├╝rgerwerkstatt lange Zeit das Geb├Ąude der Volksbank im Gespr├Ąch war und dort h├Ątte man Dorfladen, Caf├ę und Angebote f├╝r Jugendliche kombinieren k├Ânnen.

F├╝r die bisherigen ├ťberlegungen zu einem Dorfladen mit Caf├ę, d├╝rfte das wohl der „Sargnagel“ sein – so formulierte es zumindest die RNZ.

Auch beim letzten Treffen der B├╝rgerwerkstatt am 03.12.2020 best├Ątigte sich das zumindest vorl├Ąufig:
Die nun auf 6 B├╝rger (incl. Dr. Kraus) zusammengeschrumpfte B├╝rgerwerkstatt, hat beschlossen sich selbst erst mal bis M├Ąrz 2021 „auf Eis“ zu legen.

Aber immerhin ist unsere Versorgung mit Kaffee gesichert und die Jugendlichen haben 2 R├Ąume. Ob sie auch die Schl├╝ssel daf├╝r bekommen?

Gespr├Ąche unerw├╝nscht

F├╝r mich ist das ein undemokratisches und intransparentes Vorgehen, sowohl vom B├╝rgermeister, als auch von der Gr├╝nen Liste Altenbach. F├╝r eine Partei, die per Wahlplakat f├╝r Transparenz geworben hat, ist es f├╝r mich auch ein gebrochenes Wahlversprechen.

Zur Transparenz geh├Ârt das Gespr├Ąch mit den B├╝rgern.

Das habe ich schon fr├╝hzeitig und mehrfach versucht – insbesondere mit Herrn Wolf – auch weil ich mit der BgS ├Âffentlich angetreten war, w├Ąren Gespr├Ąche doch sehr sinnvoll gewesen:

Bereits auf der Altenbacher Kerwe 2019 und Monate sp├Ąter bei einem Auftritt der T-Band im Sch├╝tzenhaus, sprach ich mit Sabine Stern (ebenfalls Gr├╝ne Ortschaftsr├Ątin). Wir waren uns einig, dass man miteinander reden sollte und ich bat Sie ausdr├╝cklich das Herrn Wolf auch zu sagen.
Er selbst traf mich zuf├Ąllig, beim Trampolin- Springen im Garten. Er rief mir ├╝ber die Stra├če zu: „Wir sollten uns mal unterhalten“ und ich antwortete: „Ja, das sollten wir auf jeden Fall“. Gespr├Ąchsbereitschaft war also auf beiden Seiten vorhanden, warum kam es nicht dazu?

Nach dem Treffen der B├╝rgerwerkstatt im Gemeindehaus (nach der Besichtigung der Volksbank) hatte ich auch mit Fadime Tuncer (stellvertretende B├╝rgermeisterin) vor der Kirche kurz dar├╝ber gesprochen, dass man sich mal zusammensetzen m├╝sse.
(Und ich erinnere mich noch gut an den Wahlkampf vor der ev. Kirche in Schriesheim, als ich Fadime Tuncer noch f├╝r ein Plakat der Gr├╝nen gelobt hatte, das mir sehr gefallen hat – es war ein St├╝ck aus dem Plakat herausgeschnitten, so dass man durchschauen konnte und dar├╝ber stand: „Transparenz“. . . )

Nachdem ich meinen ersten Beitrag zur B├╝rgerwerkstatt hier geschrieben hatte, also im Dezember 2019, war ich die gegenseitigen Bekundungen zur Gespr├Ąchsbereitschaft satt und habe Herrn Wolf und Frau Tuncer per Email erneut ausdr├╝cklich zu einem Austausch eingeladen – bis heute erhielt ich darauf keine Reaktion.

Kritik noch unerw├╝nschter

Erst als ich mit einem Leserbrief in der RNZ an die ├ľffentlichkeit ging, kam eine Reaktion von Frau Epp.
Mein Leserbrief war eine Erg├Ąnzung zum RNZ Artikel, der hier zu finden ist.
Ich schrieb folgendes:

Ich m├Âchte den sehr lesenswerten Artikel der RNZ vom 30. September zum Caf├ę im Evangelischen Gemeindehaus Altenbach in einem Punkt erg├Ąnzen:

Bereits am 25.10.2019 gab es von der B├╝rgerwerkstatt eine Ortsbegehung des Evangelischen Gemeindehauses, um die M├Âglichkeiten zur Verbesserung der Nahversorgung in Altenbach auszuloten.
Viele Ortschaftsr├Ąte und auch Herr Wolf waren dabei.

Die B├╝rgerwerkstatt hatte ein nicht zu leugnendes Interesse an diesem Objekt, um dort etwas ÔÇ×von B├╝rgern f├╝r B├╝rgerÔÇť zu erreichen.
Das Objekt schied aus mehreren Gr├╝nden aus ÔÇô nicht weil die B├╝rgerwerkstatt es ablehnte, sondern weil die Kirchengemeinde den oberen Raum f├╝r den Chor weiter nutzen wollte und weil es ├ťberlegungen gab, die Verwaltungsstelle in die unteren R├Ąume auszulagern.
Die B├╝rgerwerkstatt wurde hier also erst mal abgewiesen.

Dass Herr Wolf, der mit dem Ortschaftsrat gemeinsam das Projekt B├╝rgerwerkstatt inÔÇśs Leben gerufen hat, und bei jeder Sitzung dabei war, als Vorsitzender eines im Jahr 2020 gegr├╝ndeten F├Ârdervereins diese B├╝rgerwerkstatt in die Planungen nicht mit einbezieht, ist f├╝r mich nicht nachvollziehbar.
Die Idee, das Gemeindehaus zu nutzen, ist ja offensichtlich nicht erst im Juni 2020 entstanden, daher ist die enge Frist f├╝r den F├Ârderantrag beim Land ein sehr schwaches Argument.
Die B├╝rgerwerkstatt wurde zuerst faktisch ausgebremst und konnte dann „wegen Eile“ nicht mehr einbezogen werden.

Nach meiner Einsch├Ątzung nutzen hier einige die M├Âglichkeit, sich als ÔÇ×MacherÔÇť zu pr├Ąsentieren, die endlich etwas f├╝r die Nah- oder Gastronomieversorgung in Altenbach tun.

Entt├Ąuscht nehme ich zur Kenntnis, dass gerne ├╝ber ÔÇ×TransparenzÔÇť und B├╝rgerbeteiligung gesprochen wird, aber wenn es konkret wird, dann rangiert pers├Ânliche Profilierung vor den guten Vors├Ątzen.

Ich kann nur hoffen, dass die Altenbacher B├╝rger diese Abl├Ąufe mitbekommen und – zum Beispiel bei der n├Ąchsten Wahl – angemessen darauf reagieren werden.

Ich werde es jedenfalls im Rahmen meiner M├Âglichkeiten tun.

Es gab eine Antwort von Frau Epp:


Welche Argumente hat Frau Epp hier vorgebracht?
Erinnert Sie sich noch an Ihre eigenen Worte im Ortschaftsrat?
Es w├Ąre B├╝rgerbeteiligung erw├╝nscht und es w├Ąre nicht sinnvoll, Entscheidungen ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rger hinweg zu treffen.

Kann Altenbach davon wirklich nur profitieren?
Das Caf├ę k├Ânnte nach dem Artikel auf den ich mich im Leserbrief bezogen habe ja auch der Sargnagel f├╝r einen Dorfladen sein. . .
Mindestens aber hat diese Geschichte die B├╝rgerwerkstatt bis M├Ąrz 2021 „auf Eis gelegt“.

Die B├╝rgerwerkstatt hat an einem Dorfladen mit Caf├ę gearbeitet – Frau Epp und Herr Wolf und Herr H├Âfer haben nebenher im Hintergrund an einem Caf├ę ohne Dorfladen gearbeitet.
Aber die B├╝rgerwerkstatt kann nach Frau Epp doch immer noch einen Dorfladen machen – sogar mit Coffee to go. Wo ist das Problem?
Frau Epp scheint da gar keins zu sehen. . .

Dummerweise gibt es keine 10m entfernt vom neuen Caf├ę einen kleinen Laden in Altenbach, der ├╝brigens bereits einen Coffee to go anbietet.

Ob man immer noch einen Dorfladen, dann aber „mit Coffee-to-go im wiederverwendbaren Becher“ in Altenbach braucht, wenn es auch ein h├╝bsches Caf├ę gibt und den Laden um die Ecke und die Kegelstube, die ebenfalls Kaffee anbietet (im Sommer auch im Freien)?
Ich glaube mit Kaffee ist Altenbach jetzt bestens versorgt.

Ob das was ich tue konstruktiv ist, wird jeder unterschiedlich beurteilen.
Eine Homepage f├╝r die B├╝rgerwerkstatt schreiben, ist jedenfalls schon ein wenig zeitaufw├Ąndig. Aber das fand Frau Epp sicher nicht konstruktiv, denn dort habe ich Kritik ge├╝bt.

Ich hatte von der B├╝rgerwerkstatt den Auftrag bekommen diese Homepage zu realisieren. Dann kam der Lockdown und es kam der F├Ârderverein und so konnte ich diese Homepage erst beim Treffen am 20.10.2020 vorstellen.

Sie h├Ârt auf den Namen http://www.dorfladen-altenbach.de und wird von der Stadt bezahlt. (Nicht meine Arbeit, die ist nat├╝rlich ehrenamtlich, sondern die Kosten f├╝r den Anbieter des Servers)
Aus diesem Dorfladen wird aber vermutlich nichts werden und die Teilnehmer der B├╝rgerwerkstatt sind inzwischen auf eine Handvoll zusammen geschrumpft.

Herr Wolf und Frau Epp sind inzwischen nicht mehr dabei.

Ich hatte versucht auf der Homepage der B├╝rgerwerkstatt Probleme nicht zu verschweigen – Meinen Entwurf k├Ânnen Sie sich hier ansehen.
Der wurde nat├╝rlich abgelehnt, weil er zu kritisch ist.

Kritik soll aber nicht in die ├ľffentlichkeit.
So anscheinend die Mehrheitsmeinung, die viel Applaus von den „gr├╝nen Anwesenden“ bekam, als sie noch an der B├╝rgerwerkstatt mitarbeiteten.

Wohin soll Kritik denn aber sonst, bei einem Projekt „von B├╝rgern f├╝r B├╝rger“?
Wir B├╝rger sind doch die ├ľffentlichkeit. Wie ehrlich ist ein B├╝rgerprojekt, dass die Kritik „unter den Teppich kehrt“?
Welche Vorstellungen haben wir denn ├╝ber die B├╝rgerwerkstatt?
Ist das ein geschlossener Kreis, oder steht sie allen B├╝rgern von Altenbach offen?
Kann Kritik nicht konstruktiv sein?

Aus meiner Sicht kann Kritik erst konstruktiv werden, wenn man offen und ehrlich damit umgeht und die Diskussion nicht scheut. Davon sind wir aber weit entfernt.
Ich habe ausdr├╝cklich auf dem letzten Treffen darum gebeten, dass wir diese Probleme besprechen m├╝ssen, aber beim n├Ąchsten Treffen waren die Verursacher der Probleme nicht mehr dabei. . .

F├╝r manche gilt es wohl als konstruktiv bestehende Probleme „unter den Teppich zu kehren“.
Und f├╝r Frau Epp ist vermutlich nur das konstruktiv, was gr├╝ner ├ľffentlichkeitsarbeit zutr├Ąglich ist.

Nicht konstruktiv, oder „├╝ber die K├Âpfe der B├╝rger hinweg“, sind Vorschl├Ąge, die z.B. von der SPD kommen, oder von Dr. Kraus und kritische Worte, die sich auf die verf├╝gbaren Fakten beziehen.

Da muss ich wohl noch viel ├╝ber Politik lernen.
Ich hoffe ja noch auf B├╝rger, die sich ├╝ber die Politik vor Ort informieren und ihre Wahlentscheidung entsprechend ausrichten. . .

Gr├╝ne ├ľffentlichkeitsarbeit

  • Im Mitteilungsblatt, Ausgabe 44 vom 28.10.2020, k├Ânnen wir auf Seite 39 von der Gr├╝nen Liste Altenbach lesen, dass man sich im Workshop einigte „zuerst einmal mit Herrn Fl├Â├čer Kontakt aufzunehmen und eventuelle Mietbedingungen zu erfragen“.
    Das ist genau das, was die Gr├╝ne Liste im Ortschaftsrat Monate vorher verhindert haben. (Der Vorschlag kam ja von der SPD. . . )
    Sie schreiben auch, dass f├╝r die Gr├╝nen „eigentlich nur die Volksbank in Frage“ kommt.
    Und Sie „w├╝rden sogar so weit gehen“, dass Sie den Nahversorgungs- Workshop unterst├╝tzen, „wenn man dort die Volksbank als einzigen sinnvollen Standort f├╝r einen Dorfladen sehen w├╝rde“.
    Also wenn es nach Ihren Vorstellungen geht, dann w├╝rden sie es sogar unterst├╝tzen – ja und was wenn nicht?
    Wollen wir B├╝rgerbeteiligung nur dann, wenn uns das Ergebnis gef├Ąllt?
    Damit nicht genug:
    „Wenn aus dem Workshop heraus sich ein paar Tatkr├Ąftige Leute finden, um den Dorfladen zu gr├╝nden, und wenn dann der Antrag k├Ąme, dass die Stadt die Volksbank kaufen sollte, w├╝rden wir diese Forderung auf jeden Fall unterst├╝tzen.“
    Das klingt doch toll.
    Wer aber bei der letzten Sitzung der B├╝rgerwerkstatt am 20.10.2020 dabei gewesen ist, wird sich verwundert die Augen reiben.
    Denn dort wurde der Volksbank von Seiten der Stadt schon eine Absage erteilt. Und zwar sowohl f├╝r das Mieten der R├Ąumlichkeiten, als auch f├╝r das Kaufen.
    Wer da nicht dabei war, kann es auch bei der RNZ nachlesen.
    Auch ├╝ber die Haushaltslage von Schriesheim sollte ein Herr Wolf Bescheid wissen, denn er war dabei, als Herr Arras dem Stadtrat berichtete, dass Schriesheim ernste Probleme mit Geld hat – und zwar mindestens f├╝r die n├Ąchsten 10 Jahre: Hier nachzulesen.
    Etwas unterst├╝tzen zu wollen (solange es nach den eigenen Vorstellungen geht), von dem man genau wei├č, dass es nicht kommen wird – ’sogar so weit w├╝rden die Gr├╝nen gehen‘ – aus meiner Sicht ein Beispiel f├╝r einen faktenentleerten Populismus billigster Machart.
    Wird die Mehrheit der W├Ąhler diese „Feinheiten und Hintergr├╝nde“ aber jemals erfahren? Wohl kaum. Es klingt einfach gut, wenn man das liest . . .
    Mir kommt es so vor als w├Ąren die „Feinheiten und Hintergr├╝nde“ doch eher „Abgr├╝nde“.
    Wie hab‘ ich das oben formuliert?:
    „Es ist anstrengend sich mit Fakten zu befassen, wo man doch mit wenigen S├Ątzen seine Vorurteile am Leben erhalten kann. Aber wer verstehen m├Âchte, wie Politik vor Ort funktioniert, kommt an Fakten nun mal nicht vorbei“.
    Wer bis hierher durchgehalten hat, kann sich ein genaueres Bild davon machen was ich damit gemeint habe. . .
  • In Ausgabe 45 vom 04.11.2020 erfahren wir B├╝rger von den Gr├╝nen: Der Fragebogen soll „in den n├Ąchsten Wochen verteilt und m├Âglichst noch vor Weihnachten ausgewertet werden“.
    Erstaunlich, denn nach der RNZ vom 22.10.2020 soll der Fragebogen erst bei der n├Ąchsten Sitzung der B├╝rgerwerkstatt endg├╝ltig beschlossen werden.
    Auch die Verteilung war noch nicht abschlie├čend gekl├Ąrt.
    Wer am 03.12.2020 dabei war, dem ist auch klar, dass die B├╝rgerwerkstatt nun auf Eis liegt.
    Dr. Kraus bezeichnete mir gegen├╝ber das, was die Gr├╝nen da schreiben als „reine Fantasie“.
    Ich nenne es lieber „Fakenews“.
    Wer aber wenig ├╝ber die B├╝rgerwerkstatt wei├č, bekommt wohl einen anderen Eindruck. Und dieser Eindruck wird bestimmt nicht versehentlich erzeugt.

Welches Bild wird den Lesern des Mitteilungsblatts von den Gr├╝nen vermittelt?
Die Gr├╝nen unterst├╝tzen die B├╝rgerwerkstatt ja offensichtlich ganz besonders.
Die anderen Parteien schreiben ja noch nicht mal was dar├╝ber.
Wom├Âglich halten die sich aber auch absichtlich zur├╝ck, denn sonst w├Ąre es ja ohne Absprache mit der Initiative und ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rger hinweg – um es mal mit den Worten von Frau Epp zu sagen. . .

Der Fragebogen

Auch ich habe beim letzten Treffen der B├╝rgerwerkstatt die Arbeit von Frau Nina Di Noto f├╝r den Fragebogen gelobt und wiederhole das hier gerne.

Der Fragebogen ist auch schon eine sehr alte Idee, die von allen Teilnehmern der B├╝rgerwerkstatt unterst├╝tzt wurde – ich habe davon z.B. hier geschrieben und das auch beim 4. Treffen am 25.11.2019 in der B├╝rgerwerkstatt klar gesagt.

Nachdem der Fragebogen von Frau Di Noto vorgestellt wurde, habe ich beim Treffen am 20.10.2020 aber auch angemerkt, dass man diese Daten auswerten muss. B├╝rger, die kein Interesse an einem Dorfladen haben, sollten den Rest der Fragen besser nicht beantworten. Denn denken Sie mal ├╝ber die Anzahl an Daten nach:
Wenn nur 300 Altenbacher den Fragebogen beantworten, dann werden 300 mal 30 Fragen mit z.T. mehreren Auswahlm├Âglichkeiten – nehmen wir im Schnitt mal 3 an = 18.000 Daten erzeugt, die gesichtet und ausgewertet werden m├╝ssen. Wer von den 6 ├╝brig gebliebenen wird sich diese Arbeit im Fr├╝hjahr machen?
Herr Wolf und Frau Epp vermutlich nicht.

Kritik muss auf Argumenten basieren und diese Argumente m├╝ssen ernsthaft diskutiert werden, dann wird Kritik konstruktiv und verbessert gemeinsame Entscheidungen, das ist die Basis von Demokratie.

So l├Ąuft Politik – wenn wir daran nichts ├Ąndern. . .

Menschen machen Fehler. Da bin ich keine Ausnahme, aber ich w├╝rde gerne die Argumente h├Âren oder lesen, wenn man mir etwas vorwirft – ebenso wie ich meine Argumente nenne, wenn ich jemanden kritisiere.
Ein Argument ist ├╝brigens keine Meinung. Die Meinung von Frau Epp kenne ich beispielsweise – mir fehlt es aber an ihren Argumenten.

Auch Dr. Kraus habe ich z.B. bei meiner Kritik im Zusammenhang mit meinem Vorschlag f├╝r die Homepage der B├╝rgerwerkstatt ├Âffentlich angegriffen – hier zu finden – selbstverst├Ąndlich mit den entsprechenden Argumenten.

Mit Dr. Kraus habe ich am 09.11.2020 gesprochen – sehr konstruktiv, wie ich finde – von den Gr├╝nen kann ich das bisher nicht behaupten, obwohl ich es ja lange genug versucht hatte.

Beim Thema B├╝rgerwerkstatt haben sich die Gr├╝nen aus meiner Sicht v├Âllig „vergaloppiert“.
Die Selbstdarstellung der Gr├╝nen in der ├ľffentlichkeit ist aber „Aalglatt“.
Wer die Hintergr├╝nde nicht kennt, findet bei den Gr├╝nen die „Macher“. Die Realit├Ąt sieht anders aus. F├╝r mich haben sie an der Spaltung des Ortschaftsrats und der B├╝rger gearbeitet.
Vielleicht geschah das nicht mit Absicht, aber es ist das Ergebnis.
Die Absicht sich in der ├ľffentlichkeit in ein gutes Licht zu r├╝cken, kann man niemandem vorwerfen – ich tue hier ja auch nichts anderes. Die Frage ist und bleibt, ob es auf Fakten basiert und ob man eine ehrliche Diskussion dar├╝ber f├╝hrt.
Ich versuche das mit diesem Beitrag anzusto├čen.
Schweigen ist der falsche Weg.

Wer sich ├╝ber die Hintergr├╝nde informiert, hat ein ehrlicheres Bild, aber zur Mehrheit geh├Ârt er danach nicht mehr.
Die Mehrheit hat meist gar nicht die Zeit und oft auch keine Lust sich mit solchen Themen ausf├╝hrlich auseinander zu setzen.
Darum ist es unabdingbar, dass wenigstens die Handvoll von Leuten, die bei einem bestimmten Thema wissen was l├Ąuft, sich einig werden und gegen Fehlentwicklungen gemeinsam und ├Âffentlich auftreten.

Wenn Sie bis hierher durchgehalten haben, dann lade ich Sie herzlich dazu ein.
Die Alternative w├Ąre „unter den Teppich kehren“.
Davon halte ich nichts.

Wir haben selbst in der Hand, was bei uns vor Ort l├Ąuft.
Es steht langfristig viel mehr auf dem Spiel als ein Dorfladen:

Der Zusammenhalt der B├╝rger, die Politikf├Ąhigkeit unserer Politiker und die Meinungsfreiheit in der Gesellschaft.

Ich kann nur jeden einladen daran ein wenig mitzuarbeiten – auch und besonders, wenn Sie meine Meinung nicht teilen. Solange Sie Ihre Meinung auf der Basis der Fakten begr├╝nden k├Ânnen, sind Sie in einer Demokratie, die diese Bezeichnung verdient, allemal herzlich willkommen.