Die Anfänge der ‚Makroskopen‘ Heidelberg

6 Teilnehmer des Makroskop Jahrestreffens 2017 in Wiesbaden vereinbarten auf Initiative von Wolfgang Selig sich vor Ort regelmäßig zu treffen, um über wirtschaftspolitische Themen zu sprechen.

Am 12.12.2017 berichtete das Online-Magazin „Makroskop“ über die bevorstehende Gründung des ersten Makroskop- Gesprächskreises in Heidelberg am 20.11.2017 um 19:30 Uhr im „LADEN für Kultur und Politik“ – Kaiserstraße 62 69115 Heidelberg.

Am 20.11.2017 war also unser ‚Gründungstreffen‘ und seit dem treffen wir uns einmal im Monat.

Hier folgen die ersten Termine und eine kurze Zusammenfassung was wir da so gemacht haben.
Man kann die Termine durch Anklicken auf- und auch wieder zuklappen:

 

20.11.2017 – Das Gründungstreffen

Die erste Überraschung war wohl die Anzahl an Leuten. Wir hatten mit fünf Teilnehmern gerechnet, aber es kamen elf. Manche hatten durch den Bericht auf Makroskop von unserem Treffen erfahren, manche durch die Veranstaltungsliste vom Laden für Kultur und Politik. Manche durch persönliche Kontakte.

Über unsere Vorstellungen zu reden, war natürlich das Kernthema des Abends.
Einen klaren Fahrplan für den Abend gab es nicht, aber wir lernten uns kennen und entwickelten eine vage Vorstellung wohin die Reise geht.
Wie wir ein anderes wirtschaftspolitisches Denken verbreiten können, wird wohl eines unserer Kernanliegen sein.
Ebenso, unser Wirtschaftssystem selbst besser zu verstehen.
Als Hilfsmittel, um uns zu organisieren wurde ‚testweise‘ die Internet Plattform bürgergemeinschaften.de gewählt.

18.12.2017

Diesmal waren wir zwölf Personen. Darunter 3 ‚Neuzugänge‘ und eines der 6 ‚Gründungsmitglieder‘, das beim ersten Mal nicht kommen konnte.

Neben den immer interessanten wenn auch manchmal etwas kontroversen Gesprächen einigten wir uns diesmal auf einen Fahrplan für den Abend. Zunächst besprechen unserer Erfahrungen mit bürgergemeinschaften.de.

Ist diese Plattform für uns nützlich? Gelingt es uns einen Überblick da reinzubringen? Nur 7 haben sich bisher registriert. Dennoch ist der Anfang viel versprechend. Etwas Geduld und Erfahrung im Umgang damit werden wir brauchen, aber die Richtung stimmt.

Der Hauptpunkt des Abends, dürfte das Reden und Nachdenken über Ziele gewesen sein. Wohin wollen wir?
Vermutlich wird uns das Thema noch eine Weile beschäftigen. Klar ist, dass hier viele engagierte Leute mit verschiedenen kreativen Ideen zusammen gekommen sind und dass der Abend Spaß gemacht hat. Sicher nicht das Unwichtigste.

Für´s nächste Mal haben wir uns ein ‚Input- Referat‘ von Christof zum Thema „Allgemeine Kritik an der Politischen Ökonomie“ vorgenommen. Mal sehen was sich bis dahin über die Plattform noch an weiteren Ideen ergibt.

22.01.2018

Und wieder waren wir zwölf Personen. Diesmal 4 ‚Neuzugänge‘. Über alle bisherigen Treffen waren also 19 Personen mindestens schon ein Mal zu Besuch.

Christof hielt sein Input- Referat und wir besprachen sowohl seinen Vortrag, als auch unser weiteres Vorgehen.
Ich berichte davon natürlich aus meiner voreingenommenen Perspektive, jeder nimmt aus solchen Diskussionen etwas anderes mit. Mir war dieses Treffen insgesamt etwas zu viel „von Ast zu Ast gehüpft“.
Besser wären vermutlich klarer abgegrenzte Themen, die enger am roten Faden entlang bearbeitet werden sollten.
Wir haben daher gezielt angefangen Themen zu sammeln und jeder kann das von zu Hause aus auf der Plattform weiterführen und die Ideen der anderen bewerten. Inzwischen (Stand 24.01.2018 11 Uhr) haben sich 9 von uns auf bürgergemeinschaften.de registriert.
Der Überblick hat sich durch deren Stimmen schon etwas verbessert, lässt aber noch zu wünschen übrig. Es mangelt noch an der Beteiligung. Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, es wird mehr als Informationsplattform, denn als Entscheidungsplattform betrachtet – aber ich glaube das wird sich noch ändern.
Einiges an neuen Ideen und Vorschlägen ist jedenfalls schon dazu gekommen.

Ich freu´ mich schon auf´s nächste Treffen am 19.02.2018.
Wir wollen auf jeden Fall einen Artikel aus dem Handelsblatt besprechen. „Deutschland – der übermächtige Konkurrent“ http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/analyse-zum-leistungsbilanzueberschuss-deutschland-der-uebermaechtige-konkurrent/20852196.html?share=twitter
Dirk wird den Artikel kurz einführen, falls Leute da sind, die ihn nicht gelesen haben.
Dann wollen wir am Artikel entlang diskutieren.

Ob noch mehr Vorschläge für den Abend auf der Plattform eine Mehrheit finden, wird sich zeigen. . .

19.02.2018

Diesmal trafen sich 9 Personen, davon 1 ‚Neuzugang‘. Über alle bisherigen Treffen waren also 20 Personen mindestens schon ein Mal zu Besuch.

Inhaltlich wurde wie geplant der Artikel aus dem Handelsblatt besprochen. „Deutschland – der übermächtige Konkurrent

Danach ging es um konkrete Aktionen.
Geplant ist eine Veranstaltung mit einem Vortragsvideo und anschließender Skype-Schaltung mit Heiner Flassbeck. Es ist angedacht, Ihn auch persönlich nach HD einzuladen. Dafür suchen wir noch Verbündete und Multiplikatoren.

Beim nächsten Treffen wird es um das Thema „Staatsschulden“ gehen.
Zur Einführung eignet sich ein Artikel von Paul Steinhart hier verlinkt.

19.03.2018

6 Teilnehmer und kein „Neuzugang“ – aber kein Grund zum Hadern. . .
Klar wir wollen mehr werden und hoffen immer, dass neue Leute dazu kommen. Aber Schwankungen sind normal. Und mit nur 6 Leuten ist die Diskussion effektiver. Zumindest aus meiner (durchaus subjektiven) Sicht, war es der inhaltlich bisher wertvollste Abend.

Das Thema „Staatsschulden“ haben wir ziemlich ausführlich beleuchtet. Als Ausgangspunkt diente der Artikel von Paul Steinhart hier verlinkt.
Wir sprachen darüber:

  • wann Staatsschulden ein Problem sind (z.B. Griechenland) und wann nicht (für Länder mit souveräner Währung).
  • Ob Länder mit einer souveränen Währung sich im Ausland verschulden können, ohne Probleme zu bekommen. (Nein, aber das ist eigentlich kein originäres Problem der Staatsverschuldung, sondern ein Problem unausgeglichener Handelsbilanzen, die immer Probleme machen – unabhängig davon ob der Staat, oder die Privaten die Schuldner sind)
  • Bei der Diskussion ist uns auch schmerzlich klar geworden, dass wir keine Ökonomen sind und wir nie ganz sicher sind, ob wir alles wirklich 100%ig richtig verstanden haben. (Aber vermutlich geht das einer ganzen Menge Ökonomen in diesem Land genauso. . . )
    Makroskop bietet ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Texten die helfen, aber wir bleiben Normalbürger.
    Dennoch reicht unser Verständnis einiges an Fehlern unserer Politiker klar zu erkennen.
  • Wir machten einen Ausflug, in die etwas theoretische Situation, einer Wirtschaft die an der Auslastungsgrenze arbeitet, und welche Bedeutung das für die Auswirkungen von Angebot und Nachfrage auf die Preisentwicklung haben könnte. Hier sind wir nicht so recht zu einer gemeinsamen Position gekommen, außer dass es eben eine ziemlich theoretische Diskussion ist – hat aber trotzdem Spaß gemacht und fordert das Hirn raus – meins jedenfalls.
  • Auch haben wir uns nochmals die Gründe für die Entwicklung von Inflation angesehen. Denn das am häufigsten genannte Argument gegen „das böse Gelddrucken vom Staat“, die Behauptung ist, dass dies zu Inflation führt. Empirisch ist diese Behauptung jedenfalls nicht haltbar.

Am Ende verlagerten wir die Diskussion in die Eckkneipe gegenüber. Auch hier waren alle mit dabei und wir behandelten noch ein wenig kontrovers das Problem, wo 10€ Schulden verschwinden, wenn man einen 10€ Schein verbrennt. Ich lasse das hier mal offen, obwohl ich natürlich überzeugt bin die einzig richtige Antwort zu kennen. . .

Auch das „Dauerbrennerproblem“: Wie motiviert man die Bürger dazu sich mehr zu engagieren,
stand auf der Abendordnung.
Wie immer bei Gesprächen am Bierglas natürlich ohne endgültige Lösung, aber mit der klaren Ansage: „Wir arbeiten dran!“

Freu´ mich schon auf´s nächste Mal – bestimmt sind wir dann auch wieder ein paar mehr. . .

16.04.2018

Nur 3 von uns und kein Schlüssel. Trend oder Häufung zufälligen nicht könnens?
Die Frage steht im Raum. Wird sich in Zukunft weisen. . .
Wir machen aus der Not eine Tugend und gehen gleich einen Trinken.
Zu dritt sind die Gespräche konzentrierter. Da jeder einzelne nun auch mehr zu Wort kommt empfinden wir alle 3 den Abend als angenehm produktiv. Keine schlechte Erfahrung.
Wir können jeder Kleingruppe, die sich ‚abseits‘ unserer Haupttreffen irgendwo in einer Kneipe trifft nur ermuntern das zu tun. Es macht Spaß. Keiner von uns empfindet den Abend als verschwendet.
Dennoch bleibt zumindest bei mir ein wenig die Befürchtung, dass das ein Trend ist und wir eine Kleingruppe bleiben, obwohl wir alle das Ziel haben mehr Leute zu werden. . .

14.05.2018

9 Makroskopen am Start.
Kein Neuzugang, aber bei Wolfgang haben sich 2 Neue gemeldet, die nur dieses Mal noch keine Zeit haben.
Außerdem besteht nun Kontakt zu den Pluralen Ökonomen. Zusammenarbeit angedacht. Mal sehen was sich daraus ergibt. Etwas aus dem Bauch heraus springen wir thematisch von Ast zu Ast. . .
Typische Makroskop Themen, wie Schulden + Guthaben = 0, Staatsschulden, Handelsbilanzungleichgewichte werden kontrovers besprochen. Auch ein Thema das wir bisher nicht auf dem Schirm hatten – Target 2 Salden – führt dazu, dass wir uns zu geringe Kenntnisse bescheinigen müssen. Wir sind uns noch nicht mal einig, ob Target 2 überhaupt ein wichtiges Thema ist, oder nicht völlig überschätzt wird. . .
Die logische Konsequenz: Das Thema kommt auf die Themenliste und wird in naher Zukunft irgendwann auf der Tagesordnung stehen.
Unsere Selbstfindung ist irgendwie immer noch am Laufen. Obwohl das Wesentliche doch Klar ist. Wir treffen uns sowohl um unsere Kenntnisse zu vertiefen, als auch um aktiv Makroskop Themen in´s Volk zu bringen.
Elke schlägt vor per Email- Liste und Fotos von uns und mit kurzer Selbstbeschreibung uns persönlich etwas besser Kennen zu lernen. Mal sehen was sich aus der Idee noch entwickelt.
Unsere Plattform auf Bürgergemeinschaften.de kommt in der Nutzung etwas zu kurz. Denn eigentlich hat das Thema Arbeitszeitverkürzung derzeit die höchste Zustimmung. (6 mal Ja – ohne Gegenstimmen) Dennoch wollen wir 9 an diesem Abend uns dieses Themas nicht annehmen. Auch für die nächste Sitzung entscheiden wir uns in der Eckkneipe für das Thema Schulden + Guthaben = 0. Oder etwas wissenschaftlicher formuliert: Saldenmechanik.
Links zu dem Thema für die Vorbereitung kann jeder auf der nächsten Ebene des Juni- Termins auf Bürgergemeinschaften.de finden.
In der Eckkneipe gibt es noch einige interessante und heftige Gespräche sowie spannende Ideen. Ich gehe heiser Heim. Hat wieder mal richtig Spaß gemacht.

18.06.2018

Diesmal zu acht. Kein Neuzugang.
Wir haben uns erst mal ´ne halbe Stunde vor der Tür zu allgemeinen Themen ausgelassen.
Dann nach drinnen verlagert und unser geplantes Thema gestartet.
Schulden + Guthaben = 0
Die Diskussion war intensiv und kontrovers, was wohl an meinem „ungewöhnlichen Zugang“ zu dem Thema lag. Ich hatte die Vorstellung (und einen entsprechenden Artikel geschrieben hier verlinkt), das Thema so anzugehen, dass man weder unser komplexes Geldsystem, noch sonst eine wissenschaftliche Vorbildung haben muss, und dennoch nachvollziehen kann, dass Schulden und Guthaben immer in gleicher Höhe entstehen und auch beide immer in gleicher Höhe sich wieder auslöschen.
Auch wenn wir mit meinem Zugang zu dem Thema nicht einer Meinung waren, waren wir uns am Ende doch alle einig, dass die Summe aller Guthabe und die Summe aller Schulden auf dieser Welt immer exakt gleich Null sind.
Es bleibt ein schwer zu erklärendes Thema, aber es ist auch eine wesentliche Grundlage für das Verständnis jedes Wirtschaftssystems und wird uns wahrscheinlich zu recht noch öfter beschäftigen.

So nach und nach ging die Diskussion immer mehr in die Breite, bis wir am Ende thematisch mal wieder „von Ast zu Ast hüpften“ – was ja auch Spaß macht. . .
Zu kurz gekommen sind geplante Aktionen – allerdings haben wir bis Dezember ja auch noch Zeit.
Da soll dann die Buchvorstellung mit Flassbeck und Steinhart kommen – wir hoffen daraus wird was.

Als alternativen Tag für unsere Treffen hat sich der Donnerstag ergeben. Evtl. ist dafür auch ein anderer Treffpunkt möglich. Wir arbeiten dran.
Wer das hier also liest und Montags selten oder nie Zeit hat und uns gerne mal treffen will, kann sich gerne bei mir per Email melden. stefan@bernauers.de

Für´s nächste Treffen haben wir noch kein Thema festgelegt – bin gespannt, ob wir dafür mal wieder auf https://bürgergemeinschaften.de zurückgreifen. . .

16.07.2018

6 Makroskopen am Start.
Diesmal hatten wir kein vorher festgelegtes Thema.
Und haben uns auch gleich in die Eckkneipe verzogen zum gemütlichen Gespräch beim Essen und Trinken.
Eine breit gefächerter Themenstrauß mit einem Schwerpunkt auf der geplanten Aktion, die am 27.11.2018 in der Uni Mannheim stattfinden soll, wurde besprochen.
Auch der alternative Tag für unsere Treffen war noch mal Thema. Wir wollen das, aber irgendwie ist es auch nicht konkreter geworden. Ich hätte eine kostenlose Lokation für Donnerstags – aber das ist in Schriesheim. . .
Wir bleiben dran. . .

Für nächstes Mal haben sich die Mannheimer Pluralos angekündigt. Denke das wird spannend.
Der Schwerpunkt wird also sicher wieder auf unserer Aktion liegen.

20.08.2018

Wegen Renovierungsarbeiten im Laden für Kultur und Politik, trafen wir uns zu acht im „Schwarzen Peter“ – der Eckkneipe Gegenüber.
Und wieder mal hatten wir kein klar umrissenes Thema.
Da unsere geplante Aktion, auf Februar 2019 verschoben wurde, stand ja auch wenig konkretes an.
Immerhin haben wir beschlossen uns zwischendurch noch einmal extra zu Treffen. Ich frage in der Schriesheimer Pizzeria „La Pineta“ nach einem freien Donnerstag und schicke ´ne Infomail an alle.
Die Mannheimer Pluralos hatten abgesagt. Werden aber sicher ein anderes Mal kommen.
Wir hatten die Idee, „Vortrags- Bausteine“ zu ein paar zentralen Makroskop- Themen zu entwickeln. Diese könnten wir verschiedenen Ortsgruppen in und um Heidelberg anbieten und dort versuchen etwas in Richtung breiteres Verständnis für unser Wirtschaftssystem zu bewegen.
Gegen später spielte sich die „Diskussion“, oder das „wilde von Ast zu Ast springen“ auf das Thema Kapitalismuskritik ein und drehte sich um Fragen, wie: Verträgt sich eine Marktwirtschaft mit der Demokratie.
Wie immer bei so allgemeinen Themen gibt es hier natürlich große Unterschiede, in unserer Weltbildern. Aber das ist es ja am Ende, was einen solchen Abend so interessant macht.

 

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