NDS – Mechanismen der Stabilitätssicherung – These zu Rainer Mausfelds Vortrag

Der Vortag von Rainer Mausfeld beginnt im Original mit einem Zitat von Sven Lindqvist: „Du weißt bereits genug. Und ich ebenso. Uns fehlt es nicht an Wissen. Woran es uns mangelt, ist der Mut, zu verstehen, was wir wissen, und Schlüsse daraus zu ziehen.“

Bei Minute 7:31 im Video schließt R. Mausfeld, wir hätten nun eine doppelte Aufgabe:

  1. Wir müssen die Organisation der Macht verstehen.
  2. Wir müssen herausfinden, was uns eigentlich hindert in einer angemessenen Weise darauf zu reagieren.

Dies steht im Widerspruch zum Eingangszitat, nach dem:

  1. wir bereits genug wissen und
  2. wir auch wissen was uns hindert, nämlich der mangelnde Mut.

Der einzig logisch korrekte Schluss aus dem Zitat wäre, darüber nachzudenken, wie wir uns nun Mut machen können und was wir dann damit anfangen – Also was tun?

Als Psychologe hätte er, zumindest auf die Sache mit dem Mut, sicher gute Antworten liefern können.
Er bleibt jedoch, ebenso wie wir sehr häufig, in den gewohnten Bahnen stecken.
Es wird weiter analysiert, Wissen angehäuft und im besten Fall (nicht im Vortrag, aber immerhin beim NDS Stammtisch) noch über den Weg gestritten, wie man das Wissen dann verbreitet.
Man müsste es natürlich nicht verbreiten, wenn man tatsächlich glaubte, dass alle schon genug wissen, wie das Eingangszitat nahe legt . . .

 

 

Dass Rainer Mausfeld sein Eingangszitat ernst nimmt, belegt er erneut am Ende seines Vortrages.
Er endet mit einem Zitat von David Harvey und damit mit der unbeantworteten Ausgangsfrage: Was tun? Und wer zum Teufel tut es?“
Das ist der logisch korrekte Schluss aus dem Eingangszitat, wozu also der Mittelteil?

Diese Sichtweise auf den Vortrag von Rainer Mausfeld führt mich zu meiner These:

Es finden sich wichtige Mechanismen der Stabilitätssicherung in unser aller Gehirne!
Unsere Gehirne stabilisieren die bestehenden Herrschaftsstrukturen mit!

Uns fehlt nicht nur der Mut, sondern wir sprechen oft auch den anderen ausreichendes Wissen ab, sonst würden wir ja nicht versuchen sie zu informieren.
Die Antwort auf die Frage ‚was tun‘ kann doch nicht
‚mehr Informationssammlung und/oder -Verbreitung sein‘.

Das ist zumindest nicht die Antwort von Noam Chomsky:

Aus meiner Sicht, frei nach Noam Chomsky – Wer zum Teufel tut es?:

Wir tun es, wenn wir den Mut finden uns zu organisieren.
(Bisher hatten wir immerhin schon mal den Mut uns zu organisieren und mehr Wissen anzuhäufen, dass wir nicht brauchen. Ein nicht zu verachtender 1. Schritt – die meisten Scheitern wohl schon vorher. . . )

Übrigens gibt es ein alternatives, wenn auch wesentlich älteres und bekannteres Zitat für das Eingangszitat – es stammt von keinem geringeren als Immanuel Kant der es 1784 zum Leitspruch der Aufklärung erklärte:
„sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“

 

Zusammenfassung und Ausblick – Wie können wir uns besser Organisieren?:

In unseren Köpfen stecken viele Dinge, die wie Mechanismen zur Stabilisierung der Herrschaftsstrukturen wirken:

Mausfeld, Chomsky und vermutlich die meisten NDS Stammtischmitglieder glauben, dass es ein harter, schmerzlicher, mutiger Kampf ist, auf den wir uns einlassen müssen.

Wenn das stimmt, ist der Kampf womöglich schon verloren, weil er nie beginnt.
Für einen solchen Kampf geht es uns nämlich zu gut. (Das klingt nach Merkel, aber man kann es auch mit Chomsky´s Worten sagen: „Tatsache ist, dass wir in einer relativ freien Gesellschaft leben“)
Nach dieser Logik muss man daran arbeiten, dass es einer ausreichend großen Masse an Menschen schlecht genug geht, dass sie endlich bereit werden zu kämpfen.

Das erscheint mir unsinnig, daher bevorzuge ich einen anderen Satz aus dem Chomsky Zitat stärker zu betonen:

„Es kann viel getan werden, wenn die Menschen sich organisieren.“

Daher mein Vorschlag: Organisieren wir uns über bürgergemeinschaften.de und tun wir „so ungefähr alles was wir wollen“.

Und wie geht das? Was ist dabei wesentlich?

Der 1. Schritt ist uns auf gemeinsame Ziele zu einigen.
Der 2. möglichst viele Mitstreiter finden.
Der 3. ist die Umsetzung unserer gemeinsamen Ziele.

Wesentlich dabei ist, dass unsere gemeinsamen Ziele und unsere persönlichen Ziele sich sicher unterscheiden werden. Das muss man im Blick haben, wenn man beginnt sich zu organisieren, sonst kann es nur schiefgehen.
Aber dazu wäre ein anderer Vortrag nötig – ich hab´ da ein paar Vorschläge dazu . . .

Mehr Wissen ansammeln, oder verbreiten wollen, ist eine herrschaftsstabilisierende Struktur.
Die Wissenschaft sammelt Wissen. Die Schulen verbreiten Wissen.
Wissenschaft und Lehre ändern nichts an den gesellschaftlichen Herrschaftsstrukturen, sondern tragen zu deren Erhalt bei!

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