BürgerWerkstatt Nahversorgung 2

Schon klar, es ist anstrengend sich mit Fakten zu befassen, wo man doch mit wenigen Sätzen seine Vorurteile am Leben erhalten kann.
Aber wer verstehen möchte, wie Politik vor Ort funktioniert, kommt an Fakten nun mal nicht vorbei.
Also für alle, die sich ihre Meinung lieber auf der Basis von Fakten bilden:
(Ein grünes „hier“ im Text ist ein Link zu den Originalen, falls jemand was nachlesen möchte, oder mir nicht glaubt und die Fakten selbst prüfen möchte. . . )

Fakten:

Ich beginne mit dem Bericht zur Ortschaftsratssitzung Altenbach vom 15. Juni 2020 (komplett nachzulesen: hier ab Seite 13).

Die SPD hatte vorgeschlagen, zu prüfen, ob die leerstehenden Räume in der Hauptstraße 45 (ehemals Gaststätte „Sonus“) als Dorfladen geeignet wären.
Der Antrag wurde mit Stimmengleichheit (5 zu 5) denkbar knapp abgelehnt.
Die Ablehnung kam von den Grünen und der CDU.
Auf Seite 13 des Mitteilungsblatts ist zu lesen, wie sich Frau Epp (Grüne) über „die Initiative“ – nämlich die Bürgerwerkstatt Nahversorgung – an diesem Tag geäußert hat:
„So würden Lösungen von Bürgern für Bürger geschaffen werden. Es entstehe dann auch eine berechtigte Hoffnung, dass das so erarbeitete Konzept auch von den Bürgern angenommen werde. Deshalb sehe die Grüne Liste es als kontraproduktiv an, dass sich nun der Ortschaftsrat in diesen Prozess einklinke. Es wäre Bürgerbeteiligung erwünscht und es wäre nicht sinnvoll, Entscheidungen über die Köpfe der Bürger hinweg zu treffen.“ (Hervorhebung von mir, weil ich mich darauf noch beziehen werde. . . )

Auch Herr Reidinger (CDU) machte klar, dass er dem Antrag der SPD nur zustimmen könne:
„wenn die Initiativgruppe Dorfladen beteiligt sei. Der Ortschaftsrat alleine solle in dieser Sache nichts unternehmen.“

Ich hätte (als aktiver Teilnehmer der Bürgerwerkstatt) diese Argumentation sehr gut nachvollziehen können, wenn es um eine Entscheidung gegangen wäre, die der Bürgerwerkstatt vorgreift.
Das war beim Antrag der SPD aber ausdrücklich nicht der Fall.
Es ging darum eine „Möglichkeit zu prüfen“. Den Entscheidungen der Bürgerwerkstatt wird dadurch nicht vorgegriffen.
Es ging darum, nötige Fakten zu besorgen (z.B. will der Eigentümer überhaupt verpachten, und zu welchem Preis etc. ).

Die Bürgerwerkstatt hätte sich auch mit den Fakten, problemlos gegen die Örtlichkeit entscheiden können.

Nun, das war die Situation im Ortschaftsrat am 15. Juni 2020. . .

Ende Juni 2020 (also ungefähr 2 Wochen später) wurde laut der RNZ vom 13.07.2020 (hier zu finden) ein Förderverein gegründet.
„Das neunköpfige Team um den Vorsitzenden Christian Wolf wartet aktuell noch auf die offizielle Zulassung und wird daher voraussichtlich gegen Ende der Sommerferien seine Arbeit aufnehmen.“

Und anscheinend hat dieser Förderverein sehr schnell gearbeitet.

„Altenbach bekommt ein Café. Dieses wird im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindehauses eingerichtet und soll im Sommer 2021 öffnen. Ähnlich wie das „mittendrin“ in Schriesheim solle es ehrenamtlich betrieben und ‚ein Ort der Begegnung für Jung und Alt‘ werden, so Jäschke.“

Und wer hat nochmal diesen Förderverein gegründet?
Herr Wolf und Frau Epp, von den Grünen, sowie Pfarrer Jäschke, waren da sicher dabei.

Die Bürgerwerkstatt wurde am 15.Sept.2020 vor vollendete Tatsachen gestellt.

Widersprüche

Was ist denn mit Frau Epps Argumentation geschehen – es wäre Bürgerbeteiligung erwünscht und es wäre nicht sinnvoll, Entscheidungen über die Köpfe der Bürger hinweg zu treffen?

Gilt das nur für Anträge der SPD im Ortschaftsrat, bei denen gar keine relevante Entscheidung getroffen werden soll?
Ist es nun „Bürgerbeteiligung“, wenn Herr Wolf (der ja nun mal Ortschaftsrat ist – ebenso wie Frau Epp versteht sich) sich von 8 weiteren Mitstreitern zum Vorsitzenden eines Fördervereins wählen lässt, der dabei hilft der Kirche eine Weiternutzung und teilweise Renovierung des Gemeindehauses zu verschaffen?

Hier wurde unbestreitbar eine Entscheidung vorweggenommen.
Hier wurde weder der Ortschaftsrat (wie beim Antrag der SPD), noch die Bürgerwerkstatt vorab informiert. Und es wurden auch nur maximal 9 Bürger einbezogen, von denen 2 für die Grüne Liste im Ortschaftsrat sitzen.
Dies geschah also über die Köpfe des restlichen Ortschaftsrats und über die Köpfe der Bürgerwerkstatt und auch über die Köpfe aller anderen Altenbacher Bürger hinweg, die erst nach den gefallenen Entscheidungen informiert und um Unterstützung gebeten wurden.

Viele Bürger werden sich über das geplante Café freuen.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Wer die Hintergründe kennt, wird die Vorgehensweise des Fördervereins aber kritisch beurteilen.

Wie es dazu kam war sicher undemokratisch und intransparent (für manche auch eine schlichte Unverschämtheit), aber jetzt haben wir doch wenigstens ein Café.
Ist das nicht ein Grund zur Freude?

Wer außer einem Café in Altenbach keine Wünsche hat, darf sich ungetrübt weiter freuen.
Wer aber die Funktionsweise Altenbacher Kommunalpolitik auch nur annähernd verstehen möchte, muss sich ein paar Hintergründe anschauen.

Zu den Hintergründen gehört es, dass es von Anfang an (die Stadt hatte dazu auch ein Gutachten in Auftrag gegeben) und von allen Seiten, immer die klare Einschätzung gab, dass ein Dorfladen mit einem Café als Treffpunkt kombiniert werden sollte.

Ebenso sollte man auch wissen, dass die Idee einen Dorfladen mit integriertem Café im ev. Gemeindehaus einzurichten bereits am 25.10.2019, bei der Ortsbegehung von der Bürgerwerkstatt ausdrücklich besprochen wurde.
Die Idee wurde verworfen, weil ein Teil der Räume zu diesem Zeitpunkt noch für die Verwaltungsstelle (zumindest von Ortsvorsteher Dr. Kraus) angedacht waren und der große Raum oben, auch noch für den Chor und andere Aktivitäten für die Kirche erhalten bleiben sollte.
Das Interesse „von Bürgern für Bürger“ an einer kompletten Nahversorgung inkl. Café wurde damals, für das Gemeindehaus, ausgebremst.

Vom Förderverein und der Kirche wurde also, nachdem der Bürgerwerkstatt vermittelt wurde, dass das Bürgerhaus für die Nahversorgung als Objekt nicht in Frage kommt, das Gemeindehaus als Café für die Bürger präsentiert.

Die Arbeit der Bürgerwerkstatt, wurde dadurch torpediert. Und das von Herrn Wolf und Frau Epp, die von Anfang an bei der Bürgerwerkstatt dabei waren und die über die Köpfe der Bürger nicht mal beim Flößer nachfragen wollten.

Das Café und die Jugendräume

Nach den Informationen der RNZ geht niemand davon aus, dass sich dieses Café finanziell rechnet. Es muss ehrenamtlich betrieben werden und für den Umbau und die Investitionen sind Gelder nötig.
So verzichtet die Stadt auf Parkplatzgebühren (44.000 €) und mietet 2 Räume bei der Kirche für Jugendarbeit an, allerdings ohne ein Nutzungskonzept dafür zu haben.
Wie hoch die Miete ist, ist mir noch nicht bekannt – Hab‘ ich da was verpasst?

Der Gemeinderat wurde ebenfalls nicht darüber informiert, dass die Stadt 2 Jugendräume mieten wird.
Wer hat diese Entscheidung wohl getroffen und zu verantworten?
Informiert wurden die Bürger und der Gemeinderat jedenfalls erst im Nachhinein.
Herr Hörnle von der RNZ macht hier seiner journalistischen Aufgabe alle Ehre.
Demnach gibt es noch kein Konzept für diese beiden Räume.
Vielmehr ist „angedacht, die Altenbacher Kinder und Jugendliche vor Ort in die Konzeptionsentwicklung mit einzubeziehen.“
Was mit der Bürgerwerkstatt schon mehr als ein Jahr lang zu keinem Ergebnis geführt hat, werden die Kinder und Jugendlichen sicher schnell hinkriegen – die Räume stehen ja schon zur Verfügung.

So mancher Bürger findet es toll wenn solche Entscheidungen getroffen werden. Es gab z.B. einen Leserbrief dazu in der RNZ:

Das Haar in der Suppe suchen ist demnach nicht konstruktiv und Bürger und Gemeinderat vor vollendete Tatsachen zu stellen ist „Politik, wie sie sein sollte“.
Und anscheinend weiß dieser Bürger mehr als der Gemeinderat und die Bürgerwerkstatt, denn die Entscheidung ist wohl von Bürgermeister Höfer getroffen worden – Chapeau – Hut ab. . .

Ich habe das mit der Demokratie und mit „Bürgern für Bürger“ wohl falsch verstanden.
Ein guter Herrscher nimmt was in die Hand und entscheidet einfach und dann sind die Vasallen zu Dank verpflichtet.
Ich muss wohl in Sachen Demokratie noch einiges dazu lernen. . .
Wer sich da verwundert die Augen reibt, den kann ich gut verstehen.

Die Finanzierung der Jugendräume ist (mir zumindest) bisher noch unklar. Es wäre durchaus möglich, dass Bürgermeister Höfer sein „Bürgermeister- Budget“ nutzt, das ihm jährlich auch ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat zur Verfügung steht. Ob es aber eine kluge Entscheidung war, die Bürgerwerkstatt, die er doch stets öffentlich unterstützt hatte zu übergehen?
Denn auch dort waren die mangelnden Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Altenbach schon am ersten Abend angesprochen worden.
Aber warum mit den Bürgern ein Konzept entwickeln, wenn man selbst entscheidungsbefugt ist?
Warum hat der Bürgermeister die Bürgerwerkstatt eigentlich auf den Weg gebracht, wenn er dann einfach selbst entscheidet?

Für das Café (und die Jugendräume?) gibt es des weiteren Fördergelder (nach der RNZ zwischen 20 und 30 Prozent der Umbaukosten, die auf 120.000 bis 130.000 Euro geschätzt werden) und es werden natürlich Spenden für das Café gesammelt – natürlich von den Bürgern, die nun also im Nachhinein ihrem Dank, dass endlich etwas für Altenbach getan wird, mit Spenden Ausdruck verleihen dürfen.
Diese Gelder stehen für einen Dorfladen nun wohl nicht zur Verfügung. Bei einem Gesamtkonzept Dorfladen mit Café im Gemeindehaus, hätte man das sicher anders organisieren können.

Natürlich gehört es auch zu den Hintergründen, dass in der Bürgerwerkstatt lange Zeit das Gebäude der Volksbank im Gespräch war und dort hätte man Dorfladen, Café und Angebote für Jugendliche kombinieren können.

Für die bisherigen Überlegungen zu einem Dorfladen mit Café, dürfte das wohl der „Sargnagel“ sein – so formulierte es zumindest die RNZ.

Auch beim letzten Treffen der Bürgerwerkstatt am 03.12.2020 bestätigte sich das zumindest vorläufig:
Die nun auf 6 Bürger (incl. Dr. Kraus) zusammengeschrumpfte Bürgerwerkstatt, hat beschlossen sich selbst erst mal bis März 2021 „auf Eis“ zu legen.

Aber immerhin ist unsere Versorgung mit Kaffee gesichert und die Jugendlichen haben 2 Räume. Ob sie auch die Schlüssel dafür bekommen?

Gespräche unerwünscht

Für mich ist das ein undemokratisches und intransparentes Vorgehen, sowohl vom Bürgermeister, als auch von der Grünen Liste Altenbach. Für eine Partei, die per Wahlplakat für Transparenz geworben hat, ist es für mich auch ein gebrochenes Wahlversprechen.

Zur Transparenz gehört das Gespräch mit den Bürgern.

Das habe ich schon frühzeitig und mehrfach versucht – insbesondere mit Herrn Wolf – auch weil ich mit der BgS öffentlich angetreten war, wären Gespräche doch sehr sinnvoll gewesen:

Bereits auf der Altenbacher Kerwe 2019 und Monate später bei einem Auftritt der T-Band im Schützenhaus, sprach ich mit Sabine Stern (ebenfalls Grüne Ortschaftsrätin). Wir waren uns einig, dass man miteinander reden sollte und ich bat Sie ausdrücklich das Herrn Wolf auch zu sagen.
Er selbst traf mich zufällig, beim Trampolin- Springen im Garten. Er rief mir über die Straße zu: „Wir sollten uns mal unterhalten“ und ich antwortete: „Ja, das sollten wir auf jeden Fall“. Gesprächsbereitschaft war also auf beiden Seiten vorhanden, warum kam es nicht dazu?

Nach dem Treffen der Bürgerwerkstatt im Gemeindehaus (nach der Besichtigung der Volksbank) hatte ich auch mit Fadime Tuncer (stellvertretende Bürgermeisterin) vor der Kirche kurz darüber gesprochen, dass man sich mal zusammensetzen müsse.
(Und ich erinnere mich noch gut an den Wahlkampf vor der ev. Kirche in Schriesheim, als ich Fadime Tuncer noch für ein Plakat der Grünen gelobt hatte, das mir sehr gefallen hat – es war ein Stück aus dem Plakat herausgeschnitten, so dass man durchschauen konnte und darüber stand: „Transparenz“. . . )

Nachdem ich meinen ersten Beitrag zur Bürgerwerkstatt hier geschrieben hatte, also im Dezember 2019, war ich die gegenseitigen Bekundungen zur Gesprächsbereitschaft satt und habe Herrn Wolf und Frau Tuncer per Email erneut ausdrücklich zu einem Austausch eingeladen – bis heute erhielt ich darauf keine Reaktion.

Kritik noch unerwünschter

Erst als ich mit einem Leserbrief in der RNZ an die Öffentlichkeit ging, kam eine Reaktion von Frau Epp.
Mein Leserbrief war eine Ergänzung zum RNZ Artikel, der hier zu finden ist.
Ich schrieb folgendes:

Ich möchte den sehr lesenswerten Artikel der RNZ vom 30. September zum Café im Evangelischen Gemeindehaus Altenbach in einem Punkt ergänzen:

Bereits am 25.10.2019 gab es von der Bürgerwerkstatt eine Ortsbegehung des Evangelischen Gemeindehauses, um die Möglichkeiten zur Verbesserung der Nahversorgung in Altenbach auszuloten.
Viele Ortschaftsräte und auch Herr Wolf waren dabei.

Die Bürgerwerkstatt hatte ein nicht zu leugnendes Interesse an diesem Objekt, um dort etwas „von Bürgern für Bürger“ zu erreichen.
Das Objekt schied aus mehreren Gründen aus – nicht weil die Bürgerwerkstatt es ablehnte, sondern weil die Kirchengemeinde den oberen Raum für den Chor weiter nutzen wollte und weil es Überlegungen gab, die Verwaltungsstelle in die unteren Räume auszulagern.
Die Bürgerwerkstatt wurde hier also erst mal abgewiesen.

Dass Herr Wolf, der mit dem Ortschaftsrat gemeinsam das Projekt Bürgerwerkstatt in‘s Leben gerufen hat, und bei jeder Sitzung dabei war, als Vorsitzender eines im Jahr 2020 gegründeten Fördervereins diese Bürgerwerkstatt in die Planungen nicht mit einbezieht, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Die Idee, das Gemeindehaus zu nutzen, ist ja offensichtlich nicht erst im Juni 2020 entstanden, daher ist die enge Frist für den Förderantrag beim Land ein sehr schwaches Argument.
Die Bürgerwerkstatt wurde zuerst faktisch ausgebremst und konnte dann „wegen Eile“ nicht mehr einbezogen werden.

Nach meiner Einschätzung nutzen hier einige die Möglichkeit, sich als „Macher“ zu präsentieren, die endlich etwas für die Nah- oder Gastronomieversorgung in Altenbach tun.

Enttäuscht nehme ich zur Kenntnis, dass gerne über „Transparenz“ und Bürgerbeteiligung gesprochen wird, aber wenn es konkret wird, dann rangiert persönliche Profilierung vor den guten Vorsätzen.

Ich kann nur hoffen, dass die Altenbacher Bürger diese Abläufe mitbekommen und – zum Beispiel bei der nächsten Wahl – angemessen darauf reagieren werden.

Ich werde es jedenfalls im Rahmen meiner Möglichkeiten tun.

Es gab eine Antwort von Frau Epp:


Welche Argumente hat Frau Epp hier vorgebracht?
Erinnert Sie sich noch an Ihre eigenen Worte im Ortschaftsrat?
Es wäre Bürgerbeteiligung erwünscht und es wäre nicht sinnvoll, Entscheidungen über die Köpfe der Bürger hinweg zu treffen.

Kann Altenbach davon wirklich nur profitieren?
Das Café könnte nach dem Artikel auf den ich mich im Leserbrief bezogen habe ja auch der Sargnagel für einen Dorfladen sein. . .
Mindestens aber hat diese Geschichte die Bürgerwerkstatt bis März 2021 „auf Eis gelegt“.

Die Bürgerwerkstatt hat an einem Dorfladen mit Café gearbeitet – Frau Epp und Herr Wolf und Herr Höfer haben nebenher im Hintergrund an einem Café ohne Dorfladen gearbeitet.
Aber die Bürgerwerkstatt kann nach Frau Epp doch immer noch einen Dorfladen machen – sogar mit Coffee to go. Wo ist das Problem?
Frau Epp scheint da gar keins zu sehen. . .

Dummerweise gibt es keine 10m entfernt vom neuen Café einen kleinen Laden in Altenbach, der übrigens bereits einen Coffee to go anbietet.

Ob man immer noch einen Dorfladen, dann aber „mit Coffee-to-go im wiederverwendbaren Becher“ in Altenbach braucht, wenn es auch ein hübsches Café gibt und den Laden um die Ecke und die Kegelstube, die ebenfalls Kaffee anbietet (im Sommer auch im Freien)?
Ich glaube mit Kaffee ist Altenbach jetzt bestens versorgt.

Ob das was ich tue konstruktiv ist, wird jeder unterschiedlich beurteilen.
Eine Homepage für die Bürgerwerkstatt schreiben, ist jedenfalls schon ein wenig zeitaufwändig. Aber das fand Frau Epp sicher nicht konstruktiv, denn dort habe ich Kritik geübt.

Ich hatte von der Bürgerwerkstatt den Auftrag bekommen diese Homepage zu realisieren. Dann kam der Lockdown und es kam der Förderverein und so konnte ich diese Homepage erst beim Treffen am 20.10.2020 vorstellen.

Sie hört auf den Namen http://www.dorfladen-altenbach.de und wird von der Stadt bezahlt. (Nicht meine Arbeit, die ist natürlich ehrenamtlich, sondern die Kosten für den Anbieter des Servers)
Aus diesem Dorfladen wird aber vermutlich nichts werden und die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt sind inzwischen auf eine Handvoll zusammen geschrumpft.

Herr Wolf und Frau Epp sind inzwischen nicht mehr dabei.

Ich hatte versucht auf der Homepage der Bürgerwerkstatt Probleme nicht zu verschweigen – Meinen Entwurf können Sie sich hier ansehen.
Der wurde natürlich abgelehnt, weil er zu kritisch ist.

Kritik soll aber nicht in die Öffentlichkeit.
So anscheinend die Mehrheitsmeinung, die viel Applaus von den „grünen Anwesenden“ bekam, als sie noch an der Bürgerwerkstatt mitarbeiteten.

Wohin soll Kritik denn aber sonst, bei einem Projekt „von Bürgern für Bürger“?
Wir Bürger sind doch die Öffentlichkeit. Wie ehrlich ist ein Bürgerprojekt, dass die Kritik „unter den Teppich kehrt“?
Welche Vorstellungen haben wir denn über die Bürgerwerkstatt?
Ist das ein geschlossener Kreis, oder steht sie allen Bürgern von Altenbach offen?
Kann Kritik nicht konstruktiv sein?

Aus meiner Sicht kann Kritik erst konstruktiv werden, wenn man offen und ehrlich damit umgeht und die Diskussion nicht scheut. Davon sind wir aber weit entfernt.
Ich habe ausdrücklich auf dem letzten Treffen darum gebeten, dass wir diese Probleme besprechen müssen, aber beim nächsten Treffen waren die Verursacher der Probleme nicht mehr dabei. . .

Für manche gilt es wohl als konstruktiv bestehende Probleme „unter den Teppich zu kehren“.
Und für Frau Epp ist vermutlich nur das konstruktiv, was grüner Öffentlichkeitsarbeit zuträglich ist.

Nicht konstruktiv, oder „über die Köpfe der Bürger hinweg“, sind Vorschläge, die z.B. von der SPD kommen, oder von Dr. Kraus und kritische Worte, die sich auf die verfügbaren Fakten beziehen.

Da muss ich wohl noch viel über Politik lernen.
Ich hoffe ja noch auf Bürger, die sich über die Politik vor Ort informieren und ihre Wahlentscheidung entsprechend ausrichten. . .

Grüne Öffentlichkeitsarbeit

  • Im Mitteilungsblatt, Ausgabe 44 vom 28.10.2020, können wir auf Seite 39 von der Grünen Liste Altenbach lesen, dass man sich im Workshop einigte „zuerst einmal mit Herrn Flößer Kontakt aufzunehmen und eventuelle Mietbedingungen zu erfragen“.
    Das ist genau das, was die Grüne Liste im Ortschaftsrat Monate vorher verhindert haben. (Der Vorschlag kam ja von der SPD. . . )
    Sie schreiben auch, dass für die Grünen „eigentlich nur die Volksbank in Frage“ kommt.
    Und Sie „würden sogar so weit gehen“, dass Sie den Nahversorgungs- Workshop unterstützen, „wenn man dort die Volksbank als einzigen sinnvollen Standort für einen Dorfladen sehen würde“.
    Also wenn es nach Ihren Vorstellungen geht, dann würden sie es sogar unterstützen – ja und was wenn nicht?
    Wollen wir Bürgerbeteiligung nur dann, wenn uns das Ergebnis gefällt?
    Damit nicht genug:
    „Wenn aus dem Workshop heraus sich ein paar Tatkräftige Leute finden, um den Dorfladen zu gründen, und wenn dann der Antrag käme, dass die Stadt die Volksbank kaufen sollte, würden wir diese Forderung auf jeden Fall unterstützen.“
    Das klingt doch toll.
    Wer aber bei der letzten Sitzung der Bürgerwerkstatt am 20.10.2020 dabei gewesen ist, wird sich verwundert die Augen reiben.
    Denn dort wurde der Volksbank von Seiten der Stadt schon eine Absage erteilt. Und zwar sowohl für das Mieten der Räumlichkeiten, als auch für das Kaufen.
    Wer da nicht dabei war, kann es auch bei der RNZ nachlesen.
    Auch über die Haushaltslage von Schriesheim sollte ein Herr Wolf Bescheid wissen, denn er war dabei, als Herr Arras dem Stadtrat berichtete, dass Schriesheim ernste Probleme mit Geld hat – und zwar mindestens für die nächsten 10 Jahre: Hier nachzulesen.
    Etwas unterstützen zu wollen (solange es nach den eigenen Vorstellungen geht), von dem man genau weiß, dass es nicht kommen wird – ’sogar so weit würden die Grünen gehen‘ – aus meiner Sicht ein Beispiel für einen faktenentleerten Populismus billigster Machart.
    Wird die Mehrheit der Wähler diese „Feinheiten und Hintergründe“ aber jemals erfahren? Wohl kaum. Es klingt einfach gut, wenn man das liest . . .
    Mir kommt es so vor als wären die „Feinheiten und Hintergründe“ doch eher „Abgründe“.
    Wie hab‘ ich das oben formuliert?:
    „Es ist anstrengend sich mit Fakten zu befassen, wo man doch mit wenigen Sätzen seine Vorurteile am Leben erhalten kann. Aber wer verstehen möchte, wie Politik vor Ort funktioniert, kommt an Fakten nun mal nicht vorbei“.
    Wer bis hierher durchgehalten hat, kann sich ein genaueres Bild davon machen was ich damit gemeint habe. . .
  • In Ausgabe 45 vom 04.11.2020 erfahren wir Bürger von den Grünen: Der Fragebogen soll „in den nächsten Wochen verteilt und möglichst noch vor Weihnachten ausgewertet werden“.
    Erstaunlich, denn nach der RNZ vom 22.10.2020 soll der Fragebogen erst bei der nächsten Sitzung der Bürgerwerkstatt endgültig beschlossen werden.
    Auch die Verteilung war noch nicht abschließend geklärt.
    Wer am 03.12.2020 dabei war, dem ist auch klar, dass die Bürgerwerkstatt nun auf Eis liegt.
    Dr. Kraus bezeichnete mir gegenüber das, was die Grünen da schreiben als „reine Fantasie“.
    Ich nenne es lieber „Fakenews“.
    Wer aber wenig über die Bürgerwerkstatt weiß, bekommt wohl einen anderen Eindruck. Und dieser Eindruck wird bestimmt nicht versehentlich erzeugt.

Welches Bild wird den Lesern des Mitteilungsblatts von den Grünen vermittelt?
Die Grünen unterstützen die Bürgerwerkstatt ja offensichtlich ganz besonders.
Die anderen Parteien schreiben ja noch nicht mal was darüber.
Womöglich halten die sich aber auch absichtlich zurück, denn sonst wäre es ja ohne Absprache mit der Initiative und über die Köpfe der Bürger hinweg – um es mal mit den Worten von Frau Epp zu sagen. . .

Der Fragebogen

Auch ich habe beim letzten Treffen der Bürgerwerkstatt die Arbeit von Frau Nina Di Noto für den Fragebogen gelobt und wiederhole das hier gerne.

Der Fragebogen ist auch schon eine sehr alte Idee, die von allen Teilnehmern der Bürgerwerkstatt unterstützt wurde – ich habe davon z.B. hier geschrieben und das auch beim 4. Treffen am 25.11.2019 in der Bürgerwerkstatt klar gesagt.

Nachdem der Fragebogen von Frau Di Noto vorgestellt wurde, habe ich beim Treffen am 20.10.2020 aber auch angemerkt, dass man diese Daten auswerten muss. Bürger, die kein Interesse an einem Dorfladen haben, sollten den Rest der Fragen besser nicht beantworten. Denn denken Sie mal über die Anzahl an Daten nach:
Wenn nur 300 Altenbacher den Fragebogen beantworten, dann werden 300 mal 30 Fragen mit z.T. mehreren Auswahlmöglichkeiten – nehmen wir im Schnitt mal 3 an = 18.000 Daten erzeugt, die gesichtet und ausgewertet werden müssen. Wer von den 6 übrig gebliebenen wird sich diese Arbeit im Frühjahr machen?
Herr Wolf und Frau Epp vermutlich nicht.

Kritik muss auf Argumenten basieren und diese Argumente müssen ernsthaft diskutiert werden, dann wird Kritik konstruktiv und verbessert gemeinsame Entscheidungen, das ist die Basis von Demokratie.

So läuft Politik – wenn wir daran nichts ändern. . .

Menschen machen Fehler. Da bin ich keine Ausnahme, aber ich würde gerne die Argumente hören oder lesen, wenn man mir etwas vorwirft – ebenso wie ich meine Argumente nenne, wenn ich jemanden kritisiere.
Ein Argument ist übrigens keine Meinung. Die Meinung von Frau Epp kenne ich beispielsweise – mir fehlt es aber an ihren Argumenten.

Auch Dr. Kraus habe ich z.B. bei meiner Kritik im Zusammenhang mit meinem Vorschlag für die Homepage der Bürgerwerkstatt öffentlich angegriffen – hier zu finden – selbstverständlich mit den entsprechenden Argumenten.

Mit Dr. Kraus habe ich am 09.11.2020 gesprochen – sehr konstruktiv, wie ich finde – von den Grünen kann ich das bisher nicht behaupten, obwohl ich es ja lange genug versucht hatte.

Beim Thema Bürgerwerkstatt haben sich die Grünen aus meiner Sicht völlig „vergaloppiert“.
Die Selbstdarstellung der Grünen in der Öffentlichkeit ist aber „Aalglatt“.
Wer die Hintergründe nicht kennt, findet bei den Grünen die „Macher“. Die Realität sieht anders aus. Für mich haben sie an der Spaltung des Ortschaftsrats und der Bürger gearbeitet.
Vielleicht geschah das nicht mit Absicht, aber es ist das Ergebnis.
Die Absicht sich in der Öffentlichkeit in ein gutes Licht zu rücken, kann man niemandem vorwerfen – ich tue hier ja auch nichts anderes. Die Frage ist und bleibt, ob es auf Fakten basiert und ob man eine ehrliche Diskussion darüber führt.
Ich versuche das mit diesem Beitrag anzustoßen.
Schweigen ist der falsche Weg.

Wer sich über die Hintergründe informiert, hat ein ehrlicheres Bild, aber zur Mehrheit gehört er danach nicht mehr.
Die Mehrheit hat meist gar nicht die Zeit und oft auch keine Lust sich mit solchen Themen ausführlich auseinander zu setzen.
Darum ist es unabdingbar, dass wenigstens die Handvoll von Leuten, die bei einem bestimmten Thema wissen was läuft, sich einig werden und gegen Fehlentwicklungen gemeinsam und öffentlich auftreten.

Wenn Sie bis hierher durchgehalten haben, dann lade ich Sie herzlich dazu ein.
Die Alternative wäre „unter den Teppich kehren“.
Davon halte ich nichts.

Wir haben selbst in der Hand, was bei uns vor Ort läuft.
Es steht langfristig viel mehr auf dem Spiel als ein Dorfladen:

Der Zusammenhalt der Bürger, die Politikfähigkeit unserer Politiker und die Meinungsfreiheit in der Gesellschaft.

Ich kann nur jeden einladen daran ein wenig mitzuarbeiten – auch und besonders, wenn Sie meine Meinung nicht teilen. Solange Sie Ihre Meinung auf der Basis der Fakten begründen können, sind Sie in einer Demokratie, die diese Bezeichnung verdient, allemal herzlich willkommen.

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