Realität ist eine Illusion. . .

. . . die durch den Mangel an Alkohol erzeugt wird – so behaupten manche.
Doch Spaß und Alkohol erst mal beiseite – wie ist das denn mit der Realität in Sachen „Corona“?
(Nein, nicht das Bier mit dem gleichen Namen. . . )
Ich hab´ mir mal wieder ein paar Gedanken über die Auswirkung von Zahlen und deren Darstellung auf unsere Wahrnehmung der Realität gemacht.
Denkt mal etwas mit:

In einer durch wissenschaftliche Fachkompetenz geleiteten Informationsgesellschaft, sollte es doch einfach sein zu prüfen, wie das mit der Realität aussieht.

Da ich es heute nicht unnötig kompliziert machen will, hab´ ich mir einfach mal wieder die Zahlen der WHO angesehen.

Die Zahlen der WHO

Bei uns hat Corona ja nun zu einer „epidemischen Notlage nationaler Tragweite“ geführt – es betraf also die ganze Nation und die besteht ja aus ca. 83 Mio. Menschen.
Laut Wikipedia: 83.129.285 (30.Juni 2021)

Die WHO informiert uns darüber, wie viele Menschen von dem Virus betroffen waren und sind.
Die erste Graphik zeigt, in einem sogenannten „Balkendiagramm“, die positiv getesteten Menschen in Deutschland im Zeitverlauf – Neudeutsch: „Die Infizierten“.
Die zweite Graphik zeigt die Anzahl der mit oder an Corona verstorbenen Menschen im gleichen Zeitraum von knapp 2 Jahren:

Quelle: https://covid19.who.int/region/euro/country/de

Um klar sehen zu können, was diese Zahlen für unsere Bevölkerung von 83.129.285 Mio bedeuten, hab´ ich mir die Mühe gemacht, die wöchentlichen Zahlen der WHO in´s Verhältnis zu unserer Bevölkerung zu setzen.
Das ist nicht besonders schwierig (nur ein wenig Fleißarbeit) und sieht dann als Graphik so aus:

WHO Zahlen im Verhältnis zur deutschen Bevölkerung

Das kann jeder leicht selbst überprüfen, der mit einem Tabellenkalkulationsprogramm umgehen kann und sich etwas Zeit nimmt, die Daten von der WHO Seite einzutippen.

Wer die Realität der Zahlen natürlich für eine Illusion hält, die durch den Mangel an Alkohol entsteht, den mag das vielleicht nicht beeindrucken.
Auf mich macht das schon einen Eindruck, aber vielleicht mach´ ich mir sicherheitshalber lieber mal ´ne Flasche Rotwein auf. . .

Die gelbe Linie verdeckt ein wenig die vielen Infizierten und Toten.
Der durch unsere Massenmedien geschulte Realitätsfanatiker fragt sich vielleicht erst mal: Wie kann das denn sein?
Wir wurden doch so gut wie alle mehrfach getestet, das muss man doch sehen, oder?
Nein.
Bitte nicht vergessen, die WHO Zahlen geben ja nur Auskunft über die Anzahl derer, die mit einem positiven PCR Testergebnis nach Hause kamen und über die, die mit einem ebensolchen Testergebnis verstorben sind. Und das sind, im Verhältnis zu allen Deutschen, eben nach den WHO Zahlen nur verhältnismäßig wenige, wie man hier gut erkennen kann. . .

Wenn man die positiv Getesteten und die Toten besser erkennen möchte, dann muss man die untersten ca. 2 Millimeter meiner ersten Graphik vergrößern.
Dann kann man sich das Geschehen der letzten 2 Jahre sozusagen „unter der Lupe“ betrachten.
So ähnlich macht es ja auch die WHO – in meinem Tabellenkalkulationsprogramm sieht das dann so aus:

Das sind also wieder die gleichen Zahlen – nur diesmal betrachten wir sie eben nur im Verhältnis zu einer halben Million Menschen. (500.000 = der höchste Wert auf der Y-Achse)

Nun sieht meine Darstellung aber doch irgendwie anders aus, als die beiden Graphiken der WHO. Wieso ist das denn so, wenn das wirklich die gleichen Zahlen sind?
Dass ich eine Liniengraphik und die WHO eine Balkengraphik benutzt hat ist dabei eher nebensächlich – ich finde die Linien sind leichter voneinander zu unterscheiden, als mehrere Balken übereinander.
Aber meine blaue Linie – also die positiv Getesteten – macht doch viel größere Ausschläge als die Balken der WHO und die rote Kurve – die Verstorbenen – zeigt doch viel kleinere Ausschläge. . .
Wer aufgepasst hat und sich nicht im Vorfeld schon eine Flasche Rotwein gegönnt hat, dem könnte aufgefallen sein, dass bei den Graphiken der WHO die Verstorbenen und die positiv getesteten in 2 Bildern aufgeteilt dargestellt werden und jedes Bild hat eine andere „Vergrößerung“ auf der Y-Achse – also da, wo die Zahl der Menschen steht, die man betrachtet. . .
Schaut Euch das mal kurz an – nicht einfach glauben was ich da schreibe – selbst nachdenken und überprüfen ist schließlich entscheidend, bei einem so wichtigen Thema.

Kann sich ja jeder mal Gedanken darüber machen, was die ehrlichere Darstellung ist – die Zahlen sind jedenfalls die gleichen, nur die Skala der Y- Achse ist ´ne andere.
Das Maximum der Verstorbenen mit positivem Test, liegt bei der WHO ebenso wie bei meinen Bildchen bei 6076 am 11. Januar 2021. Und das sind eben ungefähr 0,0073% der Bevölkerung. Daran ändert auch die Darstellung nix.

Aber Zahlen mögen die meisten Menschen ja nicht so gern. Schon gar nicht % Zahlen. Promille sind den meisten lieber – mir auch gelegentlich. . .
In Promille ausgedrückt, wären das 0,073 Promille – das reicht nicht wirklich für den Führerscheinentzug.

Da kann ich mir doch mal ein Glas von dem Rotwein gönnen . . .


Nun kann man den Verlauf bei den Verstorbenen bei mir etwas schlecht erkennen, weil ich die ganzen positiv Getesteten mit im Bild habe und sie nicht in einer getrennten Graphik anzeige, sondern gemeinsam mit den Zahlen der Verstorbenen. Meine Vergleichsskala ist also für beide Linien die gleiche Anzahl an Menschen.
Also benutzen wir nun, weil wir uns auch für die Verstorbenen interessieren, statt der Lupe, mal ein Mikroskop und vergrößern den Bereich von 0 bis 50.000 Einwohnern:
(Zur besseren Einordnung, der Vergrößerung: Wenn also die folgende Graphik auf eurem Bildschirm 5 cm hoch wäre, und wir wollten die Bevölkerung mit 83 Mio. auch noch sehen, dann müsste Euer Bildschirm satte 83 Meter hoch sein. . . Könnt Ihr folgen? 5cm entsprechen 50.000 Menschen, dann wären 10cm 100.000. Richtig? Um eine Million Menschen in dieser Größe anzuzeigen bräuchte man also einen Meter und für 83 Millionen eben 83 Meter – korrekt? )

Also obwohl inzwischen deutlich mehr als doppelt so viele Menschen wie z.b. im Dez. 2020 (etwa das 2,7 fache) einen positiven Test erhalten, sterben glücklicherweise nicht mehr, sondern deutlich weniger der positiv getesteten Menschen mit, oder an Corona.
Das ist doch mal eine gute Nachricht.
Das Virus ist also in der Realität der WHO Zahlen offensichtlich weniger gefährlich geworden.
Und insgesamt sind von Anfang an im Verhältnis doch glücklicherweise wenige von den positiv getesteten verstorben. Das fällt einem bei der Darstellung der WHO nicht so sehr in´s Auge, oder? Aber die Zahlen lügen nicht.

Jetzt sieht man freilich nicht mehr in jedem Zeitraum die Anzahl der ganzen positiv getesteten Menschen (die blaue Linie geht über die angezeigten 50.000 Menschen 2 mal deutlich hinaus), dafür ist hier aber das Maximum an Verstorbenen im Januar 2021 auch in meiner Darstellung endlich gut zu erkennen. (Das Maximum der roten Linie)

Die komische gelbe Linie ist übrigens die Zahl der Menschen, die in Deutschland durchschnittlich jede Woche verstirbt – also das „normale durchschnittliche Sterbegeschehen“. Das ist natürlich ein blödes Wort.
An diesen Teil der Realität (eben dass es „normal“ ist, dass wir alle, irgendwann, an irgend etwas versterben) werden wir ungern erinnert.
Da bietet sich ein ordentliches Glas Rotwein an – oder vielleicht ein Schlückchen Whiskey?
Der wirkt übrigens gegen Viren aller Art, da er ordentlich Quercetin enthält. Das löst sich im Alkohol und kommt durch die jahrelange Fassreifung da rein. Es ist ein Naturstoff aus dem Holz, den Viren schlechter vertragen, als wir den Alkohol.
Aber auch der hohe Alkoholgehalt wirkt im Rachen gegen allerhand Erreger – aber das ist natürlich ein ganz anderes Thema und es wäre durchaus möglich, dass das auch einen Einfluss auf Eure Realität hätte. . .

Aber nicht nur dem Alkohol wird ein Einfluss auf die Wahrnehmung der Realität nachgesagt.
Auch die Darstellung der Zahlen hat gelegentlich einen solchen Effekt.

Für heute war´s das mit den Zahlen – ich widme mich jetzt wieder einem anderen Teil der Realität. . .



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