Angst als Richtlinie?

Ich fürchte, dass Angst immer mehr zur Richtlinie für unser Handeln wird.
Mit Angst kann man Menschen leichter steuern.
Institute, Unternehmen, Organisationen, Medien und Politiker, richten ihr Verhalten danach aus.
Sie lernen immer besser und konsequenter aus unserer Schwäche „Profit“ zu schlagen.
Eine solche Entwicklung beschädigt unsere Gesellschaft auf vielen Wegen.
Es leidet die Demokratie, die Wirtschaft und unser Miteinander.

Stimmt das?
Am Beispiel der Schweinegrippe und der aktuellen Corona- Krise möchte ich hier zeigen, dass man das durchaus so sehen kann:

Umgang mit Risiken

Dass wir Menschen häufig irrational mit Risiken umgehen, ist offensichtlich.
Dafür gibt es viele Beispiele – wir hätten also schon längst etwas dazulernen sollen.
Doch wo Angst herrscht, da versagt der Verstand. . .
Woher kommt diese Angst, die ein schlechter Ratgeber ist?

Bevor ich den Medien später eine Teilschuld in die Schuhe schiebe, möchte ich erst mal auf ein positives Beispiel aus den Medien hinweisen.
Sogar in der jetzigen Krise, die an Irrationalität kaum zu überbieten ist, gibt es manchmal noch gute Sendungen:

Der letzte Satz des Moderators bringt es auf den Punkt. Denn welche Lehren wir nachher daraus ziehen, ist tatsächlich die entscheidende Frage.
Wir müssen da leider sehr skeptisch sein, denn es ist ja nicht das erste Mal, dass wir wenig (oder gar das Falsche) aus solchen Krisen lernen. . .

Der in Odysso interviewte Gerd Gigerenzer, ist mir schon seit Jahren bekannt und immer eine gute Quelle für sachliche Informationen.
Er beschäftigt sich professionell mit unserem Umgang mit Risiken und er sagt: Wir fürchten uns nicht vor Dingen, die uns umbringen, sondern vor den Dingen, vor denen sich die anderen fürchten. Unsere Ängste sind nicht rational.
Hier wäre Aufklärung und Bildungspolitik wesentlich, damit wir nicht von einer Krise in die nächste gejagt werden, ohne etwas dabei zu lernen:

Aufklärung und Bildung sind ein wichtiger Teil der Aufgaben von Medien und Politik.
Durch welche „Mechanismen“, wie Gerd Gigerenzer das nennt, versagt unsere Aufklärung und Bildung?
Hier erst mal eine kleine Auswahl aus meiner (durchaus begrenzten) Perspektive:

  • Den Medien verhelfen Schlagzeilen zu mehr Umsatz, da wir anscheinend mehrheitlich darauf mit vermehrtem Kauf reagieren. Angst verkauft sich gut.
  • Die Medien berichten lieber vereinfacht, weil wir kompliziertes nicht so gerne lesen.
    Viele auf den ersten Blick beängstigenden Dinge sind aber bei genauerer Betrachtung gar nicht mehr so furchteinflößend. . .
  • Ähnlich verhält es sich mit Politikern. Offensichtlich werden sie nicht für eine rationale Analyse gewählt, sondern für knackige Sprüche und dafür, dass sie den Eindruck machen anzupacken – was immer das im Einzelfall bedeutet. . .
    Wenn eine Bedrohung da ist, braucht man ja auch Politiker die anpacken.
    Wenn eine Bedrohung aber aufgebauscht wird, dann ist es leicht anzupacken und hinterher hat man die „gewaltige Bedrohung“ durch beherzte Politik bewältigt.
    Wenn die gewaltige Bedrohung nur ein Mäuschen war, dann profitiert man von Angstmacherei.
  • Und ganz wichtig scheint es für Politiker zu sein andere Politiker und ganz allgemein andere Meinungen schlecht zu machen, denn sonst könnte der Wähler ja auf die Idee kommen, die anderen zu wählen, oder die Meinung der Politiker zu hinterfragen.
    Die Unsitte auf andere Meinungen „allergisch“ zu reagieren und laut „Fakenews“ zu schreien, anstatt mit guten Argumenten zu antworten, greift in unserer gesamten Gesellschaft um sich. Medien und Politik machen es uns vor – zu viele von uns machen es nach.
  • Wirtschaftliche Interessen gibt es natürlich auch immer. Wir wissen das, aber wir vergessen es regelmäßig wieder. Am häufigsten vor den nächsten Wahlen. . .

Gegen das Vergessen hilft es nur, sich gelegentlich zu erinnern. . .

Aus der Schweinegrippe lernen

Dieser Film von Arte ist gerade heute wieder sehr aktuell – nehmen Sie sich die Zeit. (Wenn Sie gerade keine haben, ich fasse das unten in meinen Worten mit Zeitangaben zusammen):

Meine Zusammenfassung:
6:36 Höchste Warnstufe nach „neuen Kriterien der WHO“. Früher musste es viele Todesfälle geben, jetzt muss sich der Erreger nur noch schnell ausbreiten. Politischer Druck erzeugt Handeln => Geld für die Pharmaindustrie.
Auch das Robert Koch Institut hat sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert. . . Für das „neue Virus Schweinegrippe“ wurden 50 Mio. unnötige Impfdosen bestellt, die 600 Mio. € kosteten. . .
11:36 Die Politik will Stärke demonstrieren. Beim Schutz der Bevölkerung ist aber der Sachverstand auf der Strecke geblieben. Auch damals war China übrigens bereits sehr rigoros. Nicht ungewöhnlich für eine Diktatur, aber bei uns doch nicht, oder?
16:22 Schon 1976 war das (für das RKI „neue“) Schweinevirus bekannt. Die damalige Impfkampagne in den USA wurde jedoch abgebrochen, weil mehr Menschen durch die Impfung zu Schaden kamen, als durch die Schweinegrippe.
22:49 kommt auch der Virologe Christian Drosten zu Wort. (Den lasse ich weiter unten auch noch mal zu Wort kommen. . . ) Er hat am SARS – Erreger geforscht, der 2003 die „1. Pandemie des Jahrhunderts“ auslöste. Von den 8000 Menschen die damals erkrankten starben 918 wenige Tage nach der Infektion.
(SARS hatte eine sehr hohe Sterblichkeit von ca. 10%, aber rechtfertigen 918 Tote weltweit eine Pandemie auszurufen?)
Dagegen sei das gefährliche an der Schweinegrippe nach Dr. Drosten, dass so viele Menschen sich anstecken. Die Lethalität schätzte er auf 0,1 %, obwohl die Statistiken das nicht belegen konnten.
(Hat jemand schon mal die Zahlen für das Corona Virus angeschaut und sich gefragt was wir da alles nicht wissen. Ich habe in meinem Beitrag Corona 1 darüber berichtet. . . Hat man gar nichts gelernt, oder ist diesmal alles ganz anders? )
25:00 Der VFA warnt eindringlich.
Wirtschaftliche Interessen erzeugen offensichtlich andere Sichtweisen. . .
27:13 Dr. Drosten – schwach krankmachende Viren sind erfolgreicher (ist das nicht ein Argument, dass ich aktuell von Dr. Wodarg gehört habe?)
29:21 Dass bei der WHO Vertreter der Pharmafirmen sitzen ist bekannt. Manche behaupten, die würden gar keinen Einfluss nehmen. (Glauben Sie das? )
33:04 Dr. Marc Girard: Epidemien und Pandemien werden erfunden. Politik und Pharmaindustrie sind stark verflochten. Aber Donald Rumsfeld hat natürlich keine Interessenskonflikte. . .
36:15 Das System ist intransparent. Lobbyismus ergreift auch die Wissenschaft.
38:19 In Deutschland ist die Pharmalobby besonders stark.
45:10 Ein Großteil der Impfstoff- Forschung ist von der Industrie bezahlt, die auch Einfluss auf die Gesetzgebung nimmt. Hier kommt auch Dr. Wodarg wieder zu Wort (Er galt damals noch nicht als Fake- News- Verbreiter. Heute schon, obwohl er nichts anderes sagt als damals)
46:21 Tamiflu – Die Uni Oxford, findet in einer Studie, dass das Zeug zumindest bei Kindern nicht wirkt, aber ordentlich Nebenwirkungen hat. Gekauft und angewandt wurde es trotzdem. Roche sieht das natürlich anders.
( Wem glauben Sie? )
52:59 Transparenz für den Bürger? Pustekuchen!
55:08 Wodarg noch mal: Wenn der Staat keine eigenen Instrumente hat, die Lüge von der Wahrheit zu unterscheiden, dann ist er dieser Industrie ausgeliefert. Das ist sicher ein Teil des Problems.

Jaja, werden viele denken – das war damals, aber heute ist das doch alles ganz anders oder? Die Fachleute werden doch aus den Fehlern bei der Schweinegrippe was gelernt haben und das Corona- Virus ist doch auch viel gefährlicher als die Schweinegrippe – vielleicht, aber woher wissen wir das? Ist es nicht sogar das RKI, das selbst viele Male darauf hingewiesen hat, dass wir vieles noch nicht wissen? Vergleichen Sie ruhig mal meinen ersten Beitrag zur Corona Krise – hier.

Woher der Wind weht

Weg von der Vergangenheit und der Schweinegrippe, hin zur aktuellen Corona- Krise. Im Handelsblatt ist hier zu lesen:

Der Berliner Virologe Christian Drosten, der den aktuellen Test gegen Covid-19 entwickelt hat, wird zitiert: „Wenn wir es ohne erhöhte Todesraten Älterer schaffen wollen, müssen wir Regularien für die Entwicklung von Impfstoffen außer Kraft setzen“.

Wir sollten überlegen, „jetzt einen vorhandenen Impfstoff zu nutzen, der schon mal für das alte Sars-Virus klinisch ausprobiert wurde“. Das neue Covid-19 ist mit ihm sehr nah verwandt. Das Handelsblatt schreibt:

Angesichts der Lage „müssen wir ein kleines Risiko in Kauf nehmen“, sagte Drosten mit Blick auf mögliche Nebenwirkungen eines Impfstoffs, der nicht die üblichen Phasen der klinischen Erprobung durchläuft. „Für so ein Risiko müsste dann der Staat haften“, fordert der Chef der Virologie der Berliner Charité. Das müsse sehr gut überlegt werden, aber „wir müssen den Denkprozess unter den Experten jetzt starten“.

Daher weht also der Wind.
Begründet wird das mit einer „Studie“, die mit Hilfe von Modellrechnungen zu dem Schluss kommt, dass selbst bei einer „optimalen Eindämmungsstrategie“ auf dem Höhepunkt der Epidemie etwa achtmal so viele Intensivbetten mit Beatmung benötigt würden, wie aktuell in den USA und Großbritannien vorhanden sind.
(Was von solchen Modellrechnungen zu halten ist, wenn man, wie wir wissen, noch gar keine belastbaren Daten hat, das sollte inzwischen jedem klar sein. Aber wer Angst hat, denkt womöglich nicht mehr klar. . . Aber wir können diese Aussage ja mal in einem halben Jahr überprüfen, denn dann werden wir ja hoffentlich bessere Zahlen haben. . . )

Selbst wenn „alle Patienten behandelt werden könnten, würden nach unseren Prognosen immer noch etwa 250.000 Todesfälle in Großbritannien und 1,1 bis 1,2 Millionen in den USA auftreten“, heißt es in dem Papier der Wissenschaftler.
(Das werden wir aber mal ganz genau beobachten – machen Sie mit? Ich werde das jedenfalls nicht vergessen)
Grundlage war ein Szenario, in dem alle Fälle isoliert werden, alle Infizierten samt ihren Familien 14 Tage in strenger Quarantäne leben und Ältere ab 70 Jahren abgeschottet werden.

Dr. Drosten: „Die Aussichten sind wirklich zum Verzweifeln“.
Die Schließung der Schulen und Hochschulen in Deutschland, hält er für effizient, das „muss man dann aber auch fünf Monate durchhalten“.
(Beobachten Sie mit mir mal die nächsten Monate, wie das bei den Schweden läuft, die die Schulen und sogar ihre Skilifte immer noch offen haben. . . )

Und „selbst dann kommt das Virus als Winterwelle zurück“. Man könnte das System der sozialen Distanzierung zwar theoretisch je nach Entwicklung der Fallzahlen „immer wieder an- und abschalten“ – das wiederum „müsste man dann zwei Jahre durchhalten“.

Das jedoch sei rein praktisch „nicht machbar“. Daher zeigt sich Drosten überzeugt, dass  keine andere Option bleibe, als in wenigen Monaten auf der Basis von vorhandenen Wirkstoffen „einen Impfstoff herbeizuzaubern“ – auch wenn der mit Risiken behaftet sei.

Ehrlich gesagt frage ich mich, ob dieser Mann sich den Verstand rausgesoffen hat, oder ob er einfach nur auf der Gehaltsliste der Pharma- Industrie steht.
Ja, manche „Experten“ haben aus der Schweinegrippe gelernt. Nämlich, dass man mit „Angst machen“ Geld verdienen kann.

Aber das Handelsblatt liefert noch mehr Anhaltspunkte zum Nachdenken:
Nach einem weiteren Artikel, hat kein geringerer als Bill Gates die jetzige Corona- Pandemie voraus gesagt:

Der Microsoft-Gründer unterstützt globale Gesundheitsprogramme und besitzt Anteile an der Tübinger Firma Curevac, die einen Impfstoff gegen Corona entwickelt.

Quelle

Kritische Stimmen haben’s schwer

Gibt es wirklich kritische Stimmen zum Umgang mit der Corona- Krise?
Wie viele kennen Sie?.
Ich möchte Ihnen ein paar vorstellen, weil man sie in den Medien schon gezielt suchen muss, um sie zu entdecken:

Von Thomas Straubhaar, Professor für internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Uni Hamburg habe ich etwas in Capital gefunden, lesen Sie selbst.
Man muss sich seiner Meinung nicht anschließen.
Aber einige Länder (wie z.B. die Niederlande, Schweden, Brasilien oder Japan) gehen doch einen etwas anderen Weg – ich gehe hier mal nur auf die Schweden ein.
Einem Artikel aus der Zeit entnehme ich folgendes:

Der oberste staatliche Epidemiologe, Anders Tegnell, ist der Meinung, dass der Nutzen von Schulschließungen im Falle des Coronavirus zweifelhaft ist. Weder in Italien noch in China hätten sich Schulen als Verbreitungs-Hotspots für das Virus erwiesen.
Nach Untersuchungen der WHO gebe es in China bisher keinen einzigen Fall, bei dem sich ein Erwachsener bei einem Kind angesteckt habe. Wieso sollte man dann Zehntausende gesunde Kinder zu Hause behalten? Zumal sonst viele Eltern, die in wichtigen Berufen für die Krisenbekämpfung arbeiten, nicht mehr zur Arbeit gehen könnten?
„Alle Maßnahmen, die wir treffen, müssen auch über einen längeren Zeitraum durchführbar sein.“
Ansonsten verliere man in der Bevölkerung die Akzeptanz für die gesamte Corona-Strategie.
Der schwedische Weg lässt sich auf zwei Grundregeln reduzieren:
1. Ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen sollen so gut es geht isoliert werden.
2. Alle, die Symptome aufweisen, sollen sofort zu Hause bleiben, selbst beim geringsten Husten.
„Wenn man diese beiden Regeln befolgt, braucht man keine weiteren Maßnahmen, deren Effekt sowieso nur sehr marginal ist“.
Das sagt Tegnel genau an jenem Abend, an dem in Deutschland die Kontaktsperre verkündet wird.
Der große Ansturm auf die Krankenhäuser ist bisher ausgeblieben.
Die relativ langsame Ausbreitung des Virus in Schweden könnte ein Beleg dafür sein, dass Anders Tegnell mit seiner defensiven Strategie nicht ganz falschliegt. Aber endgültig belegen lässt sich das erst nach dem Abflauen der Pandemie. Deshalb will auch Schweden vorsorgen und rüstet seine Krankenhäuser auf.
In Schweden laufen die Liftanlagen aber weiter. Nach den ersten Coronafällen im Wintersportort Åre stand ein vorzeitiges Saisonende in Schweden zur Diskussion. Aber so weit wollte die Gesundheitsbehörde dann doch nicht gehen.

Die Zeit – 24.03.2020

Was passiert wohl, wenn sich herausstellt, dass der „alte Schwede“ richtig liegt und diese Pandemie, wie die Schweinegrippe, überschätzt wurde?

Werden wir darüber ordentlich informiert werden?
Oder werde ich stundenlang im Internet recherchieren müssen, um der Wahrheit näher zu kommen?
Wird es eine Diskussion über Krankenhauskeime und die verfehlte Sparpolitik der letzten Jahrzehnte geben?
Oder wird man nur über einen Impfstoff reden und darüber, dass jeder der sich nicht impfen lässt ein unverantwortlicher Idiot ist?
Wird man uns aufklären, dass wir ein erhöhtes Risiko in Kauf nehmen müssen, weil wir keine andere Wahl haben?
Ich fürchte Lernen gehört einfach nicht zu unseren Stärken. Insbesondere dann nicht, wenn wir im „Panikmodus“ sind.

Das Geld, das für die Folgen des „Shutdowns“ nun in die Wirtschaft gepumpt wird, wäre in den Krankenhäusern möglicherweise besser aufgehoben gewesen, als bei der Lufthansa und in der Kurzarbeit, die vielleicht gar nicht viel bringen wird.
Mit diesem Virus wären wir womöglich leichter klargekommen, als mit unseren Panikreaktionen.
Können wir das jetzt schon beurteilen, oder müssen wir abwarten?
Ich kann mich irren, aber mein Bauchgefühl sagt mir folgendes:

Unsere mediale Demokratie zieht eine Show ab. Nicht aus böser Absicht – sie kann nicht anders. So läuft das Spiel. Und alle tun das, was sie schon immer tun. Und bei den nächsten Wahlen wählen wir wieder die gleiche Art von Politikern. Und Alternative Perspektiven haben’s weiterhin schwer, obwohl sie sich mit guten und nachvollziehbaren Argumenten abmühen.

Egal, wie Sie die Gefährlichkeit dieses Virus einschätzen, egal, ob Sie für schnellere und härtere Maßnahmen waren oder sind, oder ob Sie das Coronavirus für eine schwachbrüstige Erkältung halten, der Umgang unserer „Informationsgesellschaft“ mit Krisen ist in jedem Fall kritikwürdig und wir haben aus der Vergangenheit nichts gelernt. (Einige von uns schon – z.B. wie man mit solchen Krisen auf Kosten der Allgemeinheit Geld „verdient“. . .)

Wir müssen mit ehrlichen Analysen versuchen aus unseren Fehlern zu lernen. Ich fürchte nur, daraus wird nichts. Bevor wir dazu kommen könnten, wird die nächste Sau (oder Schweinegrippe) durch’s Dorf getrieben.

Ich habe im Grunde nichts gegen den „Shutdown“, mich stört nur wie er begründet und kommuniziert wird.
Und auch die Dauer ist ein Problem. Auch in der Wirtschaft wachsen die Probleme mit der Zeit immer schneller. . .
Für den Schutz der Bevölkerung, darf die Politik gerne übertreiben. Das an sich würde ich gar nicht kritisieren.
Aber man muss aus Erfahrungen lernen. Das kann ich aber nicht erkennen. Statt dessen wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Wer werden die Leidtragenden und wer die Profiteure sein?
Außerdem müsste man besser und das bedeutet vor allem ehrlicher informieren statt Panik zu verbreiten.

Informationspolitik

Wie wurden wir denn informiert – nur ein paar Beispiele zur Erinnerung falls Sie oder ich diesen Beitrag noch mal in einem Jahr lesen:

  • Das RKI sprach von 10 Mio. infizierten in 3 Monaten, wenn man nicht alle Maßnahmen konsequent umsetzt.
  • Laschet redet davon, dass es um Leben und Tod geht.
  • Söder wird damit zitiert, dass es Beschlagnahmungen geben kann.
    In seiner Regierungserklärung am 19.03.2020 sagt er, es sei die größte Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg.
    Corona ist keine neue Grippe, sondern „sehr gefährlich“.
    Allein Bayern stellt 10 Milliarden € zur Verfügung.
    Er droht mit „bayernweiter Ausgangssperre“, wenn sich die Bürger nicht an die „Empfehlungen“ halten.
  • Macron redet vom Krieg gegen das Virus
  • Auf NTV höre ich, dass am 19.03.2020 die deutschen Krankenhäuser unter den Corona- Erkrankten „ächzen“ – was soll da passieren, falls es bald wirklich ernst wird?
    Dann gehen uns die dramatischen Worte wohl aus. . .
  • Israel überwacht seine 800 Infizierten per Handy – das sind „Quarantäne- Sünder“. . .
  • Das Virus wütet. . .
  • Selbst Google weist mich unaufgefordert dauernd auf die Informationsseiten der WHO hin.
  • Auch Claus Kleber betreibt Panikmache Pur:
    Heute Journal vom 26.03.2020
    Das wird in einem Jahr sehr interessant sein, das noch mal anzuschauen. . .
  • Selbst Harald Lesch – als Physiker natürlich der geborene Fachmann für dieses Thema – entblödet sich nicht über das Pangolin zu berichten und dabei den Eindruck zu erwecken, als wären die Chinesen schuld, weil sie Pangoline verspeisen – Wenn das Wissenschaft sein soll. . . Auch was hier über „Fledertiere“ berichtet wird, hat für unser Verständnis zur Corona Krise nichts beigetragen. Hier wird spekuliert, dass es nur so kracht und das nennt sich Information?
  • Die WHO berichtet am 02.04.2020, wir müssten uns wie in Kriegszeiten verhalten und daß es nur Ältere betrifft sei falsch, auch viele junge Leute leiden unter schweren Symptomen. (Lesen die andere Statistiken als ich? Kennen Sie einen einzigen jüngeren schweren Fall aus Ihrer persönlichen Umgebung?)

Einerseits solche Äußerungen öffentlich zu machen und uns rund um die Uhr damit zu berieseln und andererseits Menschen die Klopapier hamstern zu verurteilen, passt nicht zusammen.
(Respekt vor den Franzosen – sie hamstern Rotwein und Kondome)

Angst ist die Richtlinie für unsere Politik und unsere Medien. Kritische Stimmen werden totgeschwiegen, oder aktiv bekämpft. Wo bleibt die Demokratie und die Meinungsvielfalt?

Es gibt durchaus Fachleute mit einer anderen Meinung – sind das nun automatisch alle nur Dummschwätzer?
Hier noch ein paar Beispiele:

  • Professor Peter C. Gøtzsche vom Nordic Cochrane Center schreibt (von mir aus dem englischen übersetzt):
    Die Coronavirus Pandemie ist eine Pandemie der Panik, mehr als irgendwas sonst.
    Falls es sich erweist, dass diese Epidemie schon bald abflaut, wird es eine Schlange an Leuten geben, die sich das als Verdienst anrechnen lassen wollen. Und wir können verdammt sicher sein, dass es bei der nächsten Epidemie wieder drakonische Maßnahmen geben wird.
    Wir sollten an den Witz mit den Elefanten denken (im englichen Original geht es um Tiger):
    A: Warum klatschen Sie dauernd in die Hände?
    B: Um die Elefanten zu vertreiben.
    A: Aber hier gibt es doch gar keine Elefanten.
    B: Sehen Sie, es wirkt. . .
  • John Ioannidis (ein sehr bekannter Statistiker) schreibt am 17.03.2020:
    Die bisher gesammelten Daten, wie viele Leute infiziert sind und wie die Epidemie sich entwickelt, sind völlig unzuverlässig. (Auch aus dem englischen von mir übersetzt)
  • Prof. Pietro Vernazza, Chefarzt der Infektiologie und seit 1985 beim Kantonsspital St. Gallen tätig, schreibt am 20.03.2020:
    Auch wir sind in einem Zustand, in dem der Einbezug von Fachkompetenz in den politischen Entscheidungen rund um Corona kaum noch Platz hat.
    Und:
    Aber wir müssen aufgrund der neuen Erkenntnis auch einsehen, dass viele der Massnahmen, die wir heute so massiv umgesetzt haben, vielleicht sogar kontraproduktiv sind.
  • Virologe Hendrik Streeck am 16.03.2020 in der FAZ:
    Natürlich werden noch Menschen sterben, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: Es könnte durchaus sein, dass wir im Jahr 2020 zusammengerechnet nicht mehr Todesfälle haben werden als in jedem anderen Jahr.
  • Dr. Gunter Frank, Arzt aus Heidelberg und mir seit Jahren für seine hervorragende Arbeit für das Europäische Institut für Lebensmittel- und Ernährungsfragen bekannt, bittet darum diese Informationen zu verbreiten, was ich hiermit und auf Facebook zu tun gedenke. . .
    Sehr lesenswert!
  • Die Japantimes titelt am 20.03.2020:
    Japan was expecting a coronavirus explosion. Where is it? (Japan erwartete eine Coronavirus Explosion. Wo ist sie?)
  • Auf die Meinung von Dr. Wodarg habe ich bereits in meinem Beitrag Corona 1 hingewiesen.
  • Der Statistiker Gerd Bosbach, schreibt:
    „Viele hatten 2009 sehr große Angst vor der Schweinegrippe. Das ist heute vergessen, da es nach der ausgebliebenen Krise auch nicht aufgearbeitet wurde.“
    Er folgert: „dass wir dafür sorgen müssten, dass die Medien nicht über die Kraft von Bildern Emotionen erzeugen, die unser Urteil beeinflussen. Wenn man Bilder von Särgen und Sterbeabteilungen aus Italien gezeigt bekommt oder Bilder absolut leerer Regale, dann übersteigen deren Wirkungen auch genannte Fakten. Wenn wir mit der Lupe nur einen kleinen Teil des Ganzen herauspicken, verlieren wir den Überblick. Aber das ist wohl nur ein Traum von der aufgeklärten Gesellschaft mit aufklärerischen Medien.“
    Auch das RKI ist ihm schon negativ aufgefallen:
    „Man nimmt oft genau die Leute, die sich in der Vergangenheit geirrt haben und von denen man zum Teil auch weiß, dass sie interessengeleitet sind. Das Robert Koch-Institut ist damals bei der Schweinegrippe schon negativ aufgefallen. Bei anderen Politikbereichen wie der Rentendebatte dürfen sogar hoch belastete Leute, denen man massive Fehler und Interessen nachgewiesen hat, als sogenannte Experten wieder auftreten. Hier wird mir schon fast übel, wenn ich an die negativen gesellschaftlichen Folgen denke. Hier muss die Sauberkeit der beratenden Institutionen überprüft und als Entscheidungsgrundlage genommen werden. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“, weiß ja schon der Volksmund. Damit meine ich nicht selbst eingestandene Irrtümer. Das passiert allen, aber dann bitte ehrlich.
    Dies ist eine grundsätzliche Forderung von mir an die Politik, im Nachhinein zu prüfen, ob die gewählten Experten etwas Sinniges oder halt Unsinn erzählt haben. Im Zusammenhang mit Corona ist mir die Spitze des Robert Koch-Instituts schon früh aufgefallen.“
  • Auch der Weltärztepräsident Montgomery hat sich eine kritische Sicht bewahrt:
    Als Negativbeispiel nannte Montgomery Italien. Das Land habe Ausgangssperren verhängt und damit einen gegenteiligen Effekt erzielt […] „Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt.“ Ausgangssperren, wie sie neben Italien auch mehrere weitere europäische Staaten verhängt haben, seien eher eine politische Verzweiflungsmaßnahme, weil man mit Zwangsmaßnahmen meine, weiterzukommen, als man mit der Erzeugung von Vernunft käme.
    Montgomery ließ auch Skepsis gegenüber den bereits in Deutschland angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens erkennen. „Da wir ja davon ausgehen müssen, dass uns das Virus noch lange begleiten wird, frage ich mich, wann wir zur Normalität zurückkehren?“ Man könne nicht Schulen und Kitas bis Jahresende geschlossen halten, doch so lange werde es mindestens dauern, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sei, betonte der Ärztepräsident.
  • Was ist mit denen, die sich nicht trauen öffentlich was zu sagen?

Wenn Sie keinen dieser Leute kennen, dann könnte das daran liegen, dass Sie nicht nach ihnen suchen. Denn das muss man leider, weil die großen Massenmedien meist etwas anderes lieber berichten.
Am liebsten etwas das eine einfache Schlagzeile hergibt, die uns Angst macht. . .

Nachtrag vom 03.04.2020:
Bei Lanz kam der Virologe Hendrik Streeck, den ich oben nach der FAZ zitiert habe, sehr ausführlich zu Wort. Wie ich meine ein positives Beispiel. Mehr Informationen von dieser Art wären ein Schritt in die richtige Richtung.
Es gibt sie, aber es sind zu wenige. Hier in der geballten Ladung erscheint es viel zu sein, aber ich musste tagelang gezielt danach suchen. . .

Hier geht’s zum Video

Die von mir angeführten und (zum Teil weltweit) anerkannten Fachleute werden von den Medien totgeschwiegen. Nicht von allen natürlich, aber von der großen Masse – das gehört zu den Mechanismen, die Aufklärung und Bildung (vorsichtig formuliert) „erschweren“.

Erst wenn sie z.B. wie Dr. Wodarg über Youtube Millionen Klicks bekommen, dann werden sie aktiv bekämpft. Dann laufen weitere Mechanismen an – die „Verunglimpfungsmechanismen“ hier ein paar Beispiele:

  • Karl Lauterbach spricht angeblich für fast jeden Wissenschaftler, der in dem Feld unterwegs ist.
    Er meint was Wodarg sagt, sei „blanker Unsinn“.
  • Am 20.03.2020 titelt der Spiegel: „Die gefährlichen Falschinformationen des Wolfgang Wodarg“
  • Auch die Welt beteiligt sich am 19.03.2020: https://www.welt.de/gesundheit/article206667595/Wolfgang-Wodarg-Warum-dieser-Mann-die-Fakten-ignorieren-will.html
  • Herr Lesch unser Oberfachmann in Gesundheitsfragen, darf da natürlich auch nicht fehlen:
    Da wird von Verschwörungstheorien philosophiert und dann klärt uns aber der Herr Lesch mal auf.
    Jetzt wird Herr Lesch Statistikprofessor:
    Und lügt wie gedruckt.
    In Italien sterben jeden Tag etwa 2000 Personen – das schwank natürlich, aber gestern waren es 20% mehr das muss doch auffallen, meint der Fachmann Lesch. . .
    Nein muss es nicht, denn Schwankungen um 20% sind völlig normal – schauen Sie sich das auf Euromomo an – jedes Jahr schwankt das um 20% und 2016 schwankte es sogar um 40%. Und das gilt für ganz Europa. Und dieses Jahr haben wir (bis jetzt) immer noch klar erkennbar weniger Tote als in den Vorjahren und nicht etwa mehr. Aber Zahlen zur Kenntnis nehmen ist nicht gerade die Stärke dieses Physikers. . .
    Er bringt ein Beispiel mit einem Amokläufer – ich empfinde das als schwer erträglich.
    Und dann wird wieder Angst gemacht mit dem Begriff „Triage“ (darauf gehe ich weiter unten ein) und Hochrechnungen für die jede belastbaren Zahlen als Grundlagen fehlen! (Wie uns die echten Statistiker sagen. . . )
    Zuletzt appeliert er noch an alle, die Fake News Raum geben: „Man sollte das nicht unkommentiert lassen.“
    Ganz Recht Herr Lesch – ich lasse das nicht unkommentiert – Ihr Video ist angefüllt mit Fake- News: Erbärmlich!
  • Frontal 21 löscht das Video in dem Wodarg zu Wort kam. Lest Euch das durch.
    Dient es jetzt dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung, wenn wenn man uns aktiv vor anderen Meinungen schützt?
    Wie tief wollen wir unsere Demokratie noch sinken lassen?

Diese Verunglimpfung hält nicht jeder aus. Und so kommt es, dass viele Fachleute viel zu lange schweigen und der Eindruck entsteht, dass „alle“ Fachleute doch die Meinung der lauten „Marktschreier“ teilen. Da müssen die wenigen „Abweichler“ doch verrückte Randerscheinungen sein.
Wer aber sucht, findet sehr viele und sehr renommierte „Abweichler“. Ist das in einer offenen Gesellschaft nicht auch zu erwarten und zu begrüßen?

Mit „Lügenpresse“ und „Verschwörung“ hat das aus meiner Sicht übrigens nichts zu tun – ich hoffe das konnte ich deutlich machen:
Es sind Mechanismen die in den Medien (Schlagzeilen machen Umsatz), bei den Politikern (Profilierung für Wählerstimmen), in Unternehmen (nutze die Chance für Profit) und Organisationen (Spenden gibt’s für schreckliche Zustände) wirken.
Und natürlich wie immer, der unausrottbare Glaube von uns Menschen, dass unsere Meinung richtig ist und alle mit einer anderen nur Idioten sein können.
Und je weniger wir wissen, desto sicherer sind wir uns. . .

Triage

Schon klar, mein Beitrag ist wieder viel zu lang und wahrscheinlich wird kein Mensch so weit lesen, aber dennoch eine Bemerkung zu dem Begriff „Triage“, der von Herrn Lesch aus meiner Sicht ziemlich unbedacht benutzt wurde:

Triage meint die Priorisierung medizinischer Hilfeleistung, insbesondere bei unerwartet hohem Aufkommen an Patienten und objektiv unzureichenden Ressourcen.
Dabei ist eine aufgeschobene medizinische Hilfe für viele Betroffenen unvermeidlich. Ohne eine strukturierte Triage (man könnte auch Einstufung sagen) besteht die Gefahr einer politisch oder ideologisch motivierten, unethischen Selektion
Natürlich ist es besser, wenn das Gesundheitssystem nicht überfordert wird und es keiner Triage bedarf.
Aber diese Frage darf bei der Corona Krise nicht unabhängig von der Dimension des Vorgehens diskutiert werden.
Wir reden hier über dermaßen große weltweite Einschnitte in die Wirtschaft, dass es durch unsere Maßnahmen zu großen wirtschaftlichen Verwerfungen weltweit kommen wird. Das wird sehr wahrscheinlich auch zu Toten führen, von Selbstmördern, die Ihre wirtschaftliche Existenz verloren haben, über Hungertote in ärmeren Gegenden dieser Welt, bis hin zu Toten infolge steigender Kriminalität.
Bei derart gewaltigen Maßnahmen, von denen wir noch nicht mal wissen wie lange sie noch anhalten sollen, ist mit solchen Folgen zu rechnen.
Ist das nicht eine Art von „politischer Triage“?
Wird hier nicht auch schon darüber entschieden wer mit Priorität behandelt werden soll?
Werden die medizinischen Risikogruppen hier den jüngeren und wirtschaftlich aktiven vorgezogen?
So könnte man das auch sehen.
Das wird natürlich derzeit auch nicht diskutiert, man betrachtet nur eine Seite der Medaille und verschweigt die andere.

Lange wurde bei uns politisch geschlafen und beruhigt.
Bis die Aktienkurse einbrachen, dann drehte sich die Meinung.

Die Zukunft wird zeigen wie problematisch die Auswirkungen des Shutdowns sich entwickeln.
Das wird dauern – aber werden wir das jemals ehrlich aufarbeiten? Die Vergangenheit stimmt mich da wenig hoffnungsvoll.

Was also tun?

Der erste Schritt ist die eigene Aufklärung und Bildung.
Machen Sie sich schlau!
Prüfen Sie meine Quellen, aber auch die der anderen.
Das kostet Zeit. Das kann nicht jeder bei jedem Thema leisten.
Darum müssen wir uns zusammen tun – uns organisieren.
Jeder befasst sich mit einem anderen Thema. Am besten mit etwas wo er sich eh‘ schon gut auskennt.
Und dann informieren wir uns gegenseitig – bilden Informationsnetzwerke.
z.B. über ein selbst erstelltes Infoportal. . .
Das ist ein Teil des Konzepts der BGS (wenn auch bisher nur auf kommunaler Ebene).
Wir sind noch zu wenige, aber wir werden mehr.
Helfen Sie uns, machen Sie mit.
Nur gemeinsam können wir die Mechanismen die unserer Aufklärung entgegen stehen überwinden.
Nur so können wir schrittweise von „Angst als Richtlinie“ zu „Vernunft als Richtlinie“ gelangen.
Das ist ein weiter Weg.
Aber wer den ersten Schritt nicht geht, kommt niemals an.

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