Geld – ∑G + ∑S=0

Geht’s schon wieder um Geld?
Ja, aber eigentlich schon wieder um das Thema: „Die Summe aller Guthaben und die Summe aller Schulden auf der Welt sind immer gleich 0“.

Nur diesmal ein anderer Zugang – eben über Geld.
Dieser kleine Artikel soll eine Diskussionsgrundlage für die Makroskopen Heidelberg sein. Es geht um unser Standard- Problem: Wie erklär‘ ich’s meiner Großmutter?

Geld ist ein überaus kompliziertes Thema – es wurden Bücher darüber geschrieben und die Fachwelt ist sich immer noch nicht in allem einig.
Um diese Diskussion geht es hier aber gar nicht.
Nicht die wissenschaftliche Diskussion interessiert mich hier, sondern unsere alltägliche Vorstellung vom Geld. Aber auch davon interessiert mich nur ein kleiner Teil – aber der wird in seiner Bedeutung massiv unterschätzt. Und darum schreibe ich das hier.

Hier geht es also nur um einen kleinen Teilbereich unserer Vorstellungen über Geld, über den aber leider viel zu wenig gesprochen wird, denn unser Verständnis davon, hat ungeheure Auswirkungen auf unser Leben.
Nämlich unser Verständnis über das Verhältnis von Schulden und Guthaben zum Geld. Schulden und Guthaben sind eben nicht identisch mit Geld – sie werden nur (meist jedenfalls) in Geldbeträgen dargestellt.

Ob Geld eine Schuld oder ein Guthaben für jemanden darstellt, hängt davon ab, wem es rechtmäßig gehört. Der vom Nachbarn geliehene 10€ Schein stellt für mich 10€ Schulden dar und für meinen Nachbarn 10€ Guthaben.

Geld (nicht nur Münzen oder Scheine) hat 2 Seiten. Es ist weder Guthaben noch Schuld, sondern bedeutet für verschiedene Menschen gleichzeitig jeweils das andere.
Was für den einen Guthaben ist, ist für andere Schuld und umgekehrt.

Geld im Umlauf verändert sich ja nicht. Die Münzen und Scheine bleiben die gleichen (von Abnutzungserscheinungen mal abgesehen). Was sich verändert sind die Besitzverhältnisse der Münzen (und Scheine in unseren Taschen und der Beträge in den Computern der Banken) zu den Menschen.

Schulden und Guthaben können zusammen mit „frischem“ Geld neu geschöpft werden und können auch wieder ausgeglichen werden. Überschüssiges Geld kann auch wieder vernichtet werden.
Keinesfalls aber kann Guthaben entstehen, ohne dass an anderer Stellen Schulden in gleicher Höhe entstehen, denn Guthaben bedeutet ja genau, dass man bei anderen etwas Gut hat und das bedeutet, dass andere einem etwas Schulden!

Schulden und Guthaben sind die 2 Seiten derselben Medaille. Das eine kann ohne das andere nicht existieren.
Das gilt natürlich auch für Schulden und Guthaben, die nicht in Geld dargestellt werden. Aber um die soll es hier nicht gehen. Aber es gilt für alle Arten von Schulden und Guthaben und damit eben auch für Staatsschulden, private Schulden und was Ihnen sonst noch einfällt – keine Schulden können ohne Guthaben existieren.
Wem soll man denn etwas schulden, wenn niemand etwas gut hat?
Und umgekehrt, bei wem hab‘ ich denn etwas gut, wenn mir niemand etwas schuldet?

So hat die Welt als ganzes (oder die Menschheit in Summe), eben weder Schulden noch Guthaben – bei wem denn? Beim Mars oder der Venus?
Guthaben hat man bei anderen Menschen und das bedeutet, dass die einem genau das schulden, was man bei Ihnen gut hat.

Das erscheint doch eigentlich ganz einfach und plausibel, aber die Folgen dieser Erkenntnis können rasch sehr unangenehm werden.
Das ist wohl der Grund, warum sich die meisten Menschen gegen diese Erkenntnis sträuben. . .
Unangenehme Folgen einer Erkenntnis, zusammen mit unseren Alltagserfahrungen (nach denen man mehr Schulden als Guthaben und umgekehrt haben kann und nach denen Schulden doof und Guthaben klasse sind und nach denen ein Geldschein praktisch immer als Guthaben erscheint. . . ) sind eine gewaltige Hürde für die notwendigen Schlussfolgerungen.
Wenn wir diese Hürden aber nicht überwinden, schaden wir uns.
Das klar zu machen wäre wohl ein zu hoch gestecktes Ziel für diesen dafür viel zu kurzen Artikel. . .
Das versuch‘ ich ein anderes Mal.

Bis dahin überlasse ich das lieber Profis wie Heiner Flassbeck und den Makroskop- Autoren und stelle hier eben nur den Kerngedanken vor. . .

Sozusagen als Diskussionsgrundlage.

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