{"id":1122,"date":"2019-07-15T16:54:57","date_gmt":"2019-07-15T14:54:57","guid":{"rendered":"https:\/\/bernauers.de\/historisches\/?p=1122"},"modified":"2019-07-15T16:54:57","modified_gmt":"2019-07-15T14:54:57","slug":"geld-g-s0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernauers.de\/historisches\/2019\/07\/15\/geld-g-s0\/","title":{"rendered":"Geld &#8211; &sum;G + &sum;S=0"},"content":{"rendered":"\n<p>Geht&#8217;s schon wieder um Geld?<br>Ja, aber eigentlich schon wieder um das Thema: &#8222;Die Summe aller Guthaben und die Summe aller Schulden auf der Welt sind immer gleich 0&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur diesmal ein anderer Zugang &#8211; eben \u00fcber Geld. <br>Dieser kleine Artikel soll eine Diskussionsgrundlage f\u00fcr die Makroskopen Heidelberg sein. Es geht um unser Standard- Problem: Wie erkl\u00e4r&#8216; ich&#8217;s meiner Gro\u00dfmutter?<\/p>\n\n\n\n<p>Geld ist ein \u00fcberaus kompliziertes Thema &#8211; es wurden B\u00fccher dar\u00fcber geschrieben und die Fachwelt ist sich immer noch nicht in allem einig. <br>Um diese Diskussion geht es hier aber gar nicht. <br>Nicht die wissenschaftliche Diskussion interessiert mich hier, sondern unsere allt\u00e4gliche Vorstellung vom Geld. Aber auch davon interessiert mich nur ein kleiner Teil &#8211; aber der wird in seiner Bedeutung massiv untersch\u00e4tzt. Und darum schreibe ich das hier. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es also nur um einen kleinen Teilbereich unserer Vorstellungen \u00fcber Geld, \u00fcber den aber leider viel zu wenig gesprochen wird, denn unser Verst\u00e4ndnis davon, hat ungeheure Auswirkungen auf unser Leben. <br>N\u00e4mlich unser Verst\u00e4ndnis \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Schulden und Guthaben zum Geld. Schulden und Guthaben sind eben <strong>nicht identisch<\/strong> mit Geld &#8211; sie werden nur (meist jedenfalls) in Geldbetr\u00e4gen <strong>dargestellt<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Ob Geld eine Schuld oder ein Guthaben f\u00fcr jemanden darstellt, h\u00e4ngt davon ab, wem es rechtm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt. Der vom Nachbarn geliehene 10\u20ac Schein stellt f\u00fcr mich 10\u20ac Schulden dar und f\u00fcr meinen Nachbarn 10\u20ac Guthaben. <\/p>\n\n\n\n<p>Geld (nicht nur M\u00fcnzen oder Scheine) hat 2 Seiten. Es ist weder Guthaben noch Schuld, sondern bedeutet f\u00fcr verschiedene Menschen gleichzeitig jeweils das andere. <br>Was f\u00fcr den einen Guthaben ist, ist f\u00fcr andere Schuld und umgekehrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Geld im Umlauf ver\u00e4ndert sich ja nicht. Die M\u00fcnzen und Scheine bleiben die gleichen (von Abnutzungserscheinungen mal abgesehen). Was sich ver\u00e4ndert sind die Besitzverh\u00e4ltnisse der M\u00fcnzen (und Scheine in unseren Taschen und der Betr\u00e4ge in den Computern der Banken) zu den Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>Schulden und Guthaben k\u00f6nnen zusammen mit &#8222;frischem&#8220; Geld neu gesch\u00f6pft werden und k\u00f6nnen auch wieder ausgeglichen werden. \u00dcbersch\u00fcssiges Geld kann auch wieder vernichtet werden. <br>Keinesfalls aber kann Guthaben entstehen, ohne dass an anderer Stellen Schulden in gleicher H\u00f6he entstehen, denn Guthaben bedeutet ja genau, dass man bei anderen etwas Gut hat und das bedeutet, dass andere einem etwas Schulden!<\/p>\n\n\n\n<p>Schulden und Guthaben sind die 2 Seiten derselben Medaille. Das eine kann ohne das andere nicht existieren.  <br>Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Schulden und Guthaben, die nicht in Geld dargestellt werden. Aber um die soll es hier nicht gehen. Aber es gilt f\u00fcr alle Arten von Schulden und Guthaben und damit eben auch f\u00fcr Staatsschulden, private Schulden und was Ihnen sonst noch einf\u00e4llt &#8211; keine Schulden k\u00f6nnen ohne Guthaben existieren. <br>Wem soll man denn etwas schulden, wenn niemand etwas gut hat? <br>Und umgekehrt, bei wem hab&#8216; ich denn etwas gut, wenn mir niemand etwas schuldet?<\/p>\n\n\n\n<p>So hat die Welt als ganzes (oder die Menschheit in Summe), eben weder Schulden noch Guthaben &#8211; bei wem denn? Beim Mars oder der Venus? <br>Guthaben hat man bei anderen Menschen und das bedeutet, dass die einem genau das schulden, was man bei Ihnen gut hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Das erscheint doch eigentlich ganz einfach und plausibel, aber die Folgen dieser Erkenntnis k\u00f6nnen rasch sehr unangenehm werden. <br>Das ist wohl der Grund, warum sich die meisten Menschen gegen diese Erkenntnis str\u00e4uben. . . <br>Unangenehme Folgen einer Erkenntnis, zusammen mit unseren Alltagserfahrungen (nach denen man mehr Schulden als Guthaben und umgekehrt haben kann und nach denen Schulden doof und Guthaben klasse sind und nach denen ein Geldschein praktisch immer als Guthaben erscheint. . . ) sind eine gewaltige H\u00fcrde f\u00fcr die notwendigen Schlussfolgerungen. <br>Wenn wir diese H\u00fcrden aber nicht \u00fcberwinden, schaden wir uns. <br>Das klar zu machen w\u00e4re wohl ein zu hoch gestecktes Ziel f\u00fcr diesen daf\u00fcr viel zu kurzen Artikel. . . <br>Das versuch&#8216; ich ein anderes Mal. <\/p>\n\n\n\n<p>Bis dahin \u00fcberlasse ich das lieber Profis wie Heiner Flassbeck und den Makroskop- Autoren und stelle hier eben nur den Kerngedanken vor. . . <\/p>\n\n\n\n<p>Sozusagen als Diskussionsgrundlage. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geht&#8217;s schon wieder um Geld?Ja, aber eigentlich schon wieder um das Thema: &#8222;Die Summe aller Guthaben und die Summe aller Schulden auf der Welt sind immer gleich 0&#8220;. 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